Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) beim Hund ist eine häufige und ernstzunehmende Erkrankung. Sie betrifft Vierbeiner aller Rassen und Altersgruppen. Wie Sie die Erkrankung erkennen, welche Therapiemöglichkeiten und Vorbeugemaßnahmen es gibt, erfahren Sie hier.

Vermutlich fragen Sie sich, was die Bauchspeicheldrüse überhaupt ist, wo sie sich im Körper Ihres vierbeinigen Gefährten befindet und warum dieses Organ überhaupt so wichtig ist. Darum erklären wir Ihnen kurz, welche Aufgaben die Drüse im Körper wahrnimmt. Das verdeutlicht, warum diese Erkrankung keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Das Pankreas beziehungsweise die Bauchspeicheldrüse gehört zum Verdauungstrakt. Sie befindet sich im Oberbauch Ihrer Fellnase und liegt dem Dünndarm, der Milz und dem Magen an. 

Die unscheinbare Drüse erfüllt zwei wichtige Funktionen im Körper Ihres Vierbeiners:

  1. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme, die in den Darm abgegeben werden (exokrine Funktion).
  2. Sie erzeugt die Hormone, die den Blutzucker regulieren. Dazu gehören Insulin, Glucagon und Somatostatin (endokrine Funktion).

Was ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund?

Die Verdauungsenzyme, die die Bauchspeicheldrüse produziert, werden normalerweise erst im Darm aktiviert. Sie helfen Ihrer Fellnase dabei, die Nährstoffe aus der Nahrung zu verwerten. Bei einer Entzündung des Pankreas kann es passieren, dass diese Enzyme bereits im Drüsengewebe der Bauchspeicheldrüse aktiviert werden. Dadurch beginnt das Organ, sich selbst zu zersetzen. 

Bei einem schweren Verlauf kann der Entzündungsprozess auf das Fettgewebe im Bauchraum übergreifen sowie andere Organe erfassen. Das macht die Pankreatitis bei Vierbeinern sehr gefährlich. Unerkannt und unbehandelt kann die Erkrankung bei einem schweren Verlauf schlimmstenfalls tödlich enden.

Diagnose: Wie lässt sich die Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund nachweisen?

Die DiagnosePankreatitis“ stellt der Tierarzt. Dazu sind verschiedene Untersuchungen möglich:

  • Schnelltest
  • Blutuntersuchung
  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Histologische Untersuchung

Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung bespricht der Tierarzt die Symptome mit Ihnen. Schildern Sie so genau wie möglich, wie es Ihrem Vierbeiner geht. Auch Fotos und Videos können hilfreich sein. Mit einem Schnelltest kann der Kot Ihres Lieblings direkt in der Tierarztpraxis überprüft werden. Das Ergebnis steht innerhalb von wenigen Minuten fest. 

Eine Blutuntersuchung ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Diagnose. Das Augenmerk liegt dabei auf dem cPLI (canine Pankreaslipase Wert). Lassen Sie am besten gleich ein großes Blutbild machen. Das hilft Ihrem Tierarzt, den Zustand der anderen Organe zu beurteilen. Das ist sinnvoll, da eine Pankreatitis auf die umliegenden Organe übergreifen und zu einem mehrfachen Organversagen führen kann.

Ergänzend können bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen (Röntgen und/oder Ultraschall). Beide Verfahren zeigen die Organe und geben Aufschluss über ihren aktuellen Zustand.

Wenn Sie sich für eine histologische Untersuchung entscheiden, ist eine Vollnarkose Ihres Lieblings nötig. Diese sollte nur erfolgen, wenn er dafür auch stabil genug ist. Dabei wird Bauchspeicheldrüsengewebe entnommen und untersucht. Gerade bei einem schweren Verlauf und einem schlechten Allgemeinbefinden ist es allerdings besser, auf derartige Eingriffe zu verzichten. 

Diagnose Hund bei Pankreatitis

Ursache: Woher kommt die Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund?

Der Auslöser für die Entzündung des Pankreas bleibt oft unklar. Bei sehr empfindlichen Fellnasen kann bereits eine einzige fettreiche Mahlzeit reichen, um eine Pankreatitis auszulösen. Vielleicht grillen Sie bei schönem Wetter im Freundes- oder Familienkreis. Falls Ihre Fellnase das eine oder andere Würstchen stibitzt oder ein besonders fettiges Stück Fleisch verdrückt, kann das schon reichen.

Obwohl Vierbeiner aller Rassen an einer Pankreatitis erkranken können, gibt es bestimmte Rassedispositionen. Es ist bekannt, dass Boxer, Collies und Yorkshire Terrier häufiger davon betroffen sind als andere Vierbeiner.

Weitere mögliche Auslöser für eine Bauchspeicheldrüse beim Hund:

  • Übergewicht
  • hohe Blutfettwerte
  • Unfälle, besonders Schläge und Stöße
  • Durchblutungsstörungen (während einer Narkose oder im Schock)
  • bestimmte Medikamente Cortison oder Antibiotikum
  • hormonell bedingte Beschwerden wie das Cushing Sydrom oder Diabetes mellitus

Lässt sich die Ursache für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht ermitteln, liegt eine sogenannte idiopathische Pankreatitis vor.

Welche Symptome zeigen Hunde bei kranker Bauchspeicheldrüse?

Eine Pankreatitis geht mit starken Schmerzen einher. Das führt zu einer besonderen Schonhaltung, die als charakteristisch für diese Art der Erkrankung gilt: Erkrankte Fellnasen platzieren den vorderen Bereich ihres Körpers auf den Boden. Die Hinterbeine bleiben stehen. Das nennt sich „Gebetshaltung“ oder „Gebetsstellung“. 

Wenn Ihr Vierbeiner sich also verhält, als wolle er sich strecken, aber in dieser Stellung verharrt, könnte er Schmerzen haben. Durch diese Haltung versucht Ihre Fellnase wahrscheinlich, sich eine Linderung der Beschwerden zu verschaffen. 

Aber es gibt noch weitere Symptome, die auf eine Pankreatitis hindeuten.

Achten Sie bei Ihrem vierbeinigen Gefährten auf folgende Anzeichen:

  • häufigeres Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • blutiger Durchfall
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Lethargie
  • eventuell Fieber
  • Herzrhythmusstörungen 
  • beschleunigte Atemzüge

Insgesamt sind diese Symptome allerdings eher unspezifisch. Dahinter könnten ebenso gut andere Krankheiten stecken wie IBD beim Hund mit blutigem Durchfall oder sonstige Magen-Darm-Erkrankungen. Eine milde Pankreatitis bleibt bei Ihrem Liebling möglicherweise sogar unentdeckt. Allerdings gibt es auch mittlere bis schwere Verläufe

Beispielsweise kann eine fortgeschrittene Pankreatitis mit schwerem Verlauf die Leber, das Herz oder die Nieren Ihrer Fellnase schädigen. Infolgedessen kann es zu mehrfachem Organversagen kommen. Sind die Leber und/oder die Gallenblase Ihres Lieblings betroffen, färben sich möglicherweise die Schleimhäute gelb (Ikterus). 

Allerdings ist das vor allem bei langen, chronischen Verläufen zu erwarten. Es dauert, bis sich der Farbstoff in den Schleimhäuten zeigt. Schlimmstenfalls kann es nötig sein, die erkrankte Fellnase einzuschläfern, um sie von ihren Schmerzen zu erlösen, wenn sich ihr Zustand während der Therapie nicht bessert.

Therapie der Pankreatitis beim Hund

Liegt bei Ihrem Vierbeiner eine akute Pankreatitis vor? Abhängig von seinem Allgemeinzustand ist er möglicherweise ein Intensivpatient. Falls sich Ihre Fellnase häufig erbricht, bereits Gewicht verloren hat und unter starken Schmerzen leidet, sollte sie beim Tierarzt oder in einer Tierklinik stationär aufgenommen werden. 

Eine engmaschige Betreuung sorgt dafür, dass Ihr Liebling schnell wieder auf den Pfötchen ist. Zur Therapie gehören in der Regel mehrere Bausteine.

Therapie Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Therapiemöglichkeiten für den Hund

  1. Infusionen

Durch die Pankreatitis kommt es zu wiederholtem Durchfall beim Hund. Dadurch trocknet er mit hoher Wahrscheinlichkeit aus. Das wiederum führt dazu, dass sich die Elektrolyte im Blut verschieben. Elektrolyte sind Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium, Chlor und Phosphor. Ihr Vierbeiner braucht diese Elemente zur Regulierung seiner Nerven- und Muskelfunktion. 

Außerdem dienen Elektrolyte zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts. Mit einer intravenösen Infusion lassen sich der Flüssigkeitsverlust und die Mineralien wieder ausgleichen. Dafür ist ein stationärer Aufenthalt nötig, denn die Infusion darf nicht zu schnell gegeben werden.

Falls Ihr Vierbeiner Glück hat und die Pankreatitis einen milden Verlauf nimmt, geht es ihm vermutlich schon nach wenigen Tagen wieder besser. Bei mittleren und schweren Entzündungsprozessen kann auch ein mehrwöchiger Aufenthalt in der Tierklinik mit wiederholten Infusionen nötig sein.

  1. Schmerzmittel

Eine Pankreatitis ist überaus schmerzhaft. Aus diesem Grund kann parallel zur Infusionstherapie ein Schmerzmittel für den Hund verabreicht werden. Dieses lindert die Bauchkrämpfe.

  1. Ernährung

Zuerst muss das Erbrechen beim Hund aufhören. Danach darf Ihr vierbeiniger Freund Wasser und Futter zu sich nehmen. Der vierbeinige Patient braucht Energie. Darum raten Experten zu einer leicht verdaulichen Nahrung. Sie sollte möglichst wenig Fett enthalten und aus hochwertigem Eiweiß mit ausgewählten Kohlenhydraten bestehen. Kleine Mengen entlasten die Bauchspeicheldrüse Ihres Vierbeiners.

Eventuell verweigert Ihre Fellnase die Nahrungsaufnahme bei einer schweren akuten Pankreatitis. Das kann das Legen einer Magensonde nötig machen.

  1. Regelmäßige Tierarztbesuche

Nach einer überstandenen Pankreatitis sollten Sie die Blutwerte Ihres Lieblings regelmäßig überprüfen lassen. Auch Ultraschalluntersuchungen sind möglicherweise hilfreich. Auf diese Weise kann Ihr Tierarzt eventuelle Erkrankungen anderer Organe schnell erkennen und behandeln. Gerade bei einer schweren Pankreatitis können die umliegenden Organe Schaden nehmen.  

Wenn Ihre Fellnase einmal eine Pankreatitis hatte, kann die Entzündung jederzeit erneut auftreten. Darum empfehlen wir, das Futter generell umzustellen. Eine fettarme Ernährung kann dazu beitragen, das Pankreas zu entlasten. 

Was darf ein Hund mit Bauchspeicheldrüsenentzündung essen?

Ideal ist eine artgerechte Nahrung mit hochwertigen Zutaten. Ein Hund ist als Nachfahre des Wolfes ein sogenannter Omni-Carnivore. Der Hauptbestandteil seiner Ernährung sollte also aus Fleisch bestehen. Dazu sind ausgewählte, hochwertige Kohlenhydrate eine ideale Ergänzung. 

Wir empfehlen Ihnen aus unserer Erfahrung heraus das Anifit Hundefeuchtfutter

Es bringt zahlreiche Vorteile mit:

  • Keine Fettzugaben: Durch den hohen Fleischanteil im Futter bekommt Ihr Vierbeiner nur das Fett, das in diesem Fleisch in natürlicher Form vorhanden ist. Extra-Fettzusätze gibt es nicht.
  • Hoher Fleischanteil: Anifit Feuchtnahrung enthält 90 bis 95 Prozent Fleisch, das für die menschliche Ernährung zugelassen ist. Verarbeitet sind ausschließlich hochwertige Zutaten. Fleisch-, Tier- und Pflanzenmehle sind nicht enthalten.
  • Keine Lockstoffe, kein Zucker: Dem Futter sind weder Lockstoffe noch Zucker zugesetzt. Das trägt zu einem optimalen Körpergewicht Ihres Lieblings bei.

Mit dieser Ernährung legen Sie den Grundstein für eine gute Gesundheit Ihres vierbeinigen Lieblings und Sie entlasten die Bauchspeicheldrüse.

Ernährung Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund

Vorbeugen: Wie vermeide ich die Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund?

Den einen konkreten Auslöser für eine Pankreatitis gibt es nicht. Aber Sie können die Risikofaktoren berücksichtigen und so weit wie möglich ausschließen:

  • Verzichten Sie auf fettige Mahlzeiten. Füttern Sie Ihrem vierbeinigen Liebling eine hochwertige, artgerechte Ernährung mit tierischen Proteinen und kleinen Mengen Kohlenhydraten in Lebensmittelqualität.
  • Auch wenn es schwerfällt: Verwöhnen Sie Ihren Liebling nicht mit Essensresten vom Tisch. Diese sind in der Regel zu stark gewürzt für Ihren Vierbeiner.
  • Vermeiden Sie Übergewicht bei Ihrer Fellnase: Passen Sie die Futtermenge an die Größe und den Bedarf Ihres Lieblings an.
  • Sorgen Sie bei Ihrem Vierbeiner für ausreichend Bewegung. Das trägt zu einem gesunden Körpergewicht bei.

Fazit

Eine Pankreatitis kann bei Vierbeinern akut auftreten, aber auch chronisch werden. Ist das Organ entzündet, setzt es Verdauungsenzyme direkt im Drüsengewebe frei. Dadurch verdaut sich das Pankreas gewissermaßen selbst. Eine Pankreatitis bei Ihrem vierbeinigen Gefährten kann milde oder schwere Symptome hervorrufen.

Die Beschwerden sind unspezifisch und ähneln denen von Vierbeinern mit anderen Magen- und Darmerkrankungen. Dazu zählen intensive Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und eventuell Fieber. Auch Herzrhythmusstörungen und eine beschleunigte Atmung können vorkommen. Die sogenannte „Gebetsstellung“ ist ein deutlicher Hinweis auf eine Pankreatitis. 

Sicherheit gibt eine sorgfältige Diagnostik. Dazu zählen neben der allgemeinen Untersuchung, eine Blutuntersuchung, Röntgen und Ultraschall. Eine histologische Analyse ist ebenfalls eine Option. Allerdings ist die dafür nötige Narkose risikoreich. Bei Fellnasen mit schlechtem Allgemeinzustand und einem schweren Verlauf sollte eine Narkose vermieden werden. 

Einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund können Sie nur indirekt vorbeugen, indem Sie die bekannten Risikofaktoren vermeiden: Achten Sie auf genug Bewegung bei Ihrem vierbeinigen Gefährten. Entscheidend ist darüber hinaus ein gesundes Körpergewicht. Das gelingt Ihnen mit einer hochwertigen Ernährung, beispielsweise mit dem Hundefeuchtfutter von Anifit.

Probieren Sie die verschiedenen Sorten am besten selbst aus. Hier können Sie ein Probepaket mit Dosen von 200 Gramm, 400 Gramm oder 810 Gramm zum Testen bestellen.

Über die Autorin
Sarah Strahberger ist Hundetrainerin und zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde.

Seit 2015 schreibt Sarah als Fachjournalistin für Hundefutter Tests hochwertige Artikel und nimmt gemeinsam mit ihrer Mischlingshündin Luna verschiedene Hundefutter Sorten unter die Lupe.

Ihre Mission ist es, über die verschiedenen Hundefutter Deklarationen aufzuklären. Sie möchte Hundebesitzer informieren und sensibilisieren, die Deklaration von Hundefutter aufmerksam zu lesen.
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