Blutiger Durchfall beim Hund - 7 Gründe

Blutiger Durchfall Hund

Harmlos oder Notfall? Wenn Ihr Hund Blutbeimengungen ausscheidet, verrät die Farbe einiges über den Ursprung der Blutung. Wann blutiger Durchfall bei Ihrem Hund höchstwahrscheinlich ungefährlich ist und wann Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen sollten, erfahren Sie hier.

Wenn Sie Blut im Kot Ihres Vierbeiners entdecken, sind Sie vermutlich im ersten Moment erschreckt. Vielleicht sind es nur wenige Tropfen. Vielleicht sind es Schlieren oder die Verfärbung betrifft den gesamten Stuhl. 

Die Farbe verrät Ihnen, wo die Blutung aufgetreten ist.

Ist es hellrot, dunkel oder schwarz? 

  • Eine hellrote Färbung deutet auf frisches Blut und damit auf ein Problem im Dickdarm oder Rektum hin – außer Ihr Hund leidet unter Parvovirose. (Was das ist, erklären wir Ihnen weiter unten im Artikel.)
  • Sind die Blutflecken dunkel? Auch in diesem Fall stammt das Blut aus dem hinteren Verdauungsbereich. Möglicherweise hat Ihr Liebling gerade Verstopfung.
  • Schwarzes Blut ist bereits verdaut. Der Ursprung liegt vermutlich im Magen oder Dünndarm.

Durchfall beim Hund

Was tun, wenn der Hund Durchfall mit Blut hat?

Alles, was Durchfall hervorruft, kann zu blutigen Beimengungen führen. Darum ist „blutiger Durchfall beim Hund“ auch keine Krankheit, sondern ein Symptom. Stellen Sie Ihren Liebling am besten schnellstmöglich beim Tierarzt vor. Es könnte eine ernsthafte Erkrankung hinter seinen blutigen Ausscheidungen stecken. Nur mit einer vertiefenden Untersuchung sind Sie auf der sicheren Seite. 

Am besten dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen schriftlich. Auch Fotos und Videos helfen dem Tierarzt bei seiner Diagnose. Nehmen Sie zu Ihrem Termin beim Tierarzt auch eine Kotprobe mit. 

Wir haben für Sie eine Liste mit 12 häufigen zusätzlichen Symptomen zusammengestellt, die sich bei Hunden mit blutigem Durchfall zeigen

Was trifft auf Ihren Vierbeiner zu? 

  1. Ihre Fellnase wirkt ungewöhnlich teilnahmslos oder sogar apathisch. 
  2. Sein Futter rührt er nicht an. / Er frisst weniger als sonst.
  3. Ihr Hund trinkt viel.
  4. Zusätzlich zu blutigem Durchfall erbricht er sich (mit Blutbeimengung). 
  5. Der Kot wirkt schleimig.
  6. Bei Ihrem Hund wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab.
  7. Ihr Vierbeiner hat Schmerzen, wenn er Kot absetzt.
  8. Er „fährt Schlitten“ (rutscht mit dem Po über den Boden).
  9. Ihr tierischer Begleiter leckt sich häufig am Hinterteil.
  10. Sie erkennen Verletzungen oder eine Schwellung am After.
  11. Die Schleimhäute Ihres Lieblings wirken blass.
  12. Ihr Vierbeiner hat Nasenbluten. (Achtung: Diese Symptomatik könnte durch Gift verursacht werden. Bitte suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf!)

7 Gründe für blutigen Durchfall beim Hund

  • Verschluckte Fremdkörper

Möglicherweise hat ihre Fellnase in der Wohnung oder beim Spazierengehen einen Fremdkörper aufgenommen. Dabei kann es sich beispielsweise um Spielzeug, Verpackungsmaterial oder ein Stück Holz handeln. Dieser Gegenstand gelangt nach dem Verschlucken zusammen mit der Nahrung in den Dickdarm Ihres Vierbeiners. Handelt es sich um etwas Scharfkantiges, kann dieser Fremdkörper die Darmschleimhaut verletzen. 

Dadurch können Blutungen im Darm Ihres Vierbeiners entstehen. Beim Ausscheiden kann das Rektum verletzt werden, wodurch der Kot blutig wird.

  • Fütterung

Manche Hundehalter BARFen ihre Lieblinge. (Die Abkürzung BARF steht für „biologisch-artgerechte rohe Fütterung“.) Geben Sie Ihrem Hund beispielsweise Knochen, könnten Knochensplitter die Darmwand verletzen. 

Oder haben Sie möglicherweise das Futter Ihres Lieblings vor Kurzem auf eine andere Fütterungsart oder Hundefuttersorte umgestellt? Eine veränderte Ernährung kann Verdauungsprobleme sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien beim Hund auslösen. 

Laktoseintoleranz bei Hunden ist ebenfalls eine mögliche Ursache für Durchfall. Manche Fellnasen vertragen bestimmte Proteinquellen, Zusatzstoffe und Ergänzungen in kommerziellem Hundefutter nicht. 

Eventuell ist die Fleischquelle nicht hochwertig. Oder die Zusammensetzung des Futters fällt nicht artgerecht aus. Häufig enthält die Hundenahrung zu viele Kohlenhydrate beziehungsweise Zucker.

Als Omnikarnivore benötigt Ihr vierbeiniger Gefährte – immerhin ein Nachfahre des Wolfes – vor allem Fleisch. Mit einer hochwertigen, artgerechten Fütterung tragen Sie viel zu seinem Wohlbefinden und seiner Gesundheit bei. 

Tipp: Achten Sie beim Einkauf auf einen hohen Fleischanteil und eine komplett aufgeschlüsselte Deklaration!

Wenn Sie die auf der Dose oder dem Futtersack genannten Inhaltsstoffe addieren, sollten 100 % dabei herauskommen. Im Idealfall besitzen sämtliche Zutaten Lebensmittelqualität. Das heißt, dass Sie für den menschlichen Verzehr geeignet sind.

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (IBD)

IBD bedeutetInflammatory Bowel Disease“. Das heißt auf Deutsch so viel wie „chronisch-entzündliche Darmerkrankung“. Dabei handelt es sich vermutlich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die Darmschleimhaut des Hundes entzündet

Falls Ihr Vierbeiner davon betroffen ist, kommt es bei ihm zu Erbrechen und Durchfällen. Vermutlich wirkt Ihr Gefährte insgesamt schlapp und erschöpft.

Auch Wesensveränderungen können vorkommen. Die Erkrankung gilt zwar als nicht heilbar, aber sie lässt sich gut beherrschen. Mit einer veränderten Ernährung können Sie das Wohlbefinden Ihres vierbeinigen Gefährten entscheidend verbessern.

  • Infektionskrankheiten wie Parvovirose (kurz: Parvo) oder Leishmaniose 

Auch eine Virusinfektion kann hinter blutigem Durchfall beim Hund stecken: Die sogenannte Parvovirose (Hundeseuche) geht auf eine Infektion mit dem Canine Parvovirus (CPV) zurück. Diese Krankheit ist für Menschen ungefährlich, kann für Ihren Vierbeiner allerdings lebensbedrohlich sein.

Besonders häufig erkranken Welpen und Jungtiere an dieser schweren Magen-Darm-Infektion. Infolge der Infektion kann es zu Blutungen im Darmbereich kommen. Ist das der Fall, scheidet Ihr Vierbeiner dunkles Blut aus. 

Waren Sie möglicherweise vor Kurzem mit Ihrem Hund in Urlaub? Leishmaniose beim Hund kann neben Erbrechen und Appetitlosigkeit auch Durchfall und einen schleichenden Gewichtsverlust nach sich ziehen. Die Übertragung der Parasiten erfolgt durch den Stich von Sandmücken.

  • Rektale Polypen und Tumore

Polypen sind gutartige Darmtumore. Aber auch maligne (bösartige) Zubildungen kommen bei Hunden im Darmbereich vor. Beides kann schleimige Ausscheidungen und Schmierblutungen hervorrufen. Falls Ihr Hund abwechselnd unter Verstopfung und blutigen Durchfällen leidet, kommt diese Möglichkeit in Betracht. Für Klarheit sorgt eine Darmspiegelung (Endoskopie).

Blutiger Durchfall bei Hunden

  • Medikamente

Befindet sich Ihr Hund gerade in tiermedizinischer Behandlung? Nimmt er (neue) Medikamente ein? Schauen Sie sich den Beipackzettel an. Möglicherweise handelt es sich um eine Nebenwirkung. Manchmal entstehen durch die Einnahme von Cortison oder Antibiotika Blutungen im Magen-Darm-Bereich. Vielleicht liegt hier die Ursache für die Symptome Ihres Vierbeiners.

  • Würmer und Giardien

Bei einem Befall mit Würmern bekommt der Körper Ihres Hundes nicht mehr alle nötigen Nährstoffe. Durch regelmäßige Entwurmungen beugen Sie einem Befall mit diesen Parasiten vor. Falls Sie unsicher sind, ob eine Entwurmung nötig ist, lassen Sie den Kot Ihres Lieblings beim Tierarzt untersuchen. 

Bei Giardien handelt es sich ebenfalls um Darmparasiten. Wenn Sie möchten, können Sie selbst einen Schnelltest durchführen. Sie können diese Arbeit aber auch einem Tierarzt überlassen: Sammeln Sie am besten drei Kotproben, damit das Ergebnis zuverlässig ist. 

Diagnose bei Hunden mit blutigem Durchfall

Der Tierarzt erkundigt sich vermutlich zuerst nach Ihren Beobachtungen. Wie geht es Ihrem Vierbeiner? Welche Symptome hat er? Darum ist eine möglichst genaue Dokumentation sehr hilfreich. An dieses Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Vielleicht tastet der Tierarzt After und Rektum ab und überprüft, ob Verletzungen oder Zubildungen sichtbar sind. Auch eine Analdrüsenentzündung kann bei Hunden Blutspuren im Kot hinterlassen. 

Durch eine Blutuntersuchung kann der Tierarzt feststellen, wie es um den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Vierbeiners steht. Bei Verdacht auf Leishmaniose führt er vermutlich einen entsprechenden Antikörper-Test (ELISA, IFAT) durch. 

Auch Ultraschall und Röntgen sowie eine Darmspiegelung könnten zur Diagnosestellung zum Einsatz kommen. Bei einem Ultraschall kann der Tierarzt den Zustand der Organe überprüfen. Sind möglicherweise Veränderungen oder Tumore zu sehen? 

Im Röntgen zeigt sich, ob eine Verstopfung vorliegt. Bei einer Darmspiegelung kann der Tierarzt – falls nötig – gleich eine Gewebeprobe entnehmen und diese zur weiteren Untersuchung einschicken.

Falls Sie eine Kotprobe mitbringen, können Sie diese auf Giardien, Würmer, Bakterien und Pilze untersuchen lassen. 

Blutiger Durchfall Hund: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapie hängt mit der Ursache für die Blutbeimengung im Kot zusammen. Darum ist eine sorgfältige Diagnostik nötig. Erst, wenn der Tierarzt sich ein umfassendes Bild vom Gesundheitszustand Ihres Lieblings gemacht hat, kann er Behandlungsvorschläge machen. 

Die Maßnahmen können verhältnismäßig einfach ausfallen. Bei einem Wurmbefall genügt ein entsprechendes Mittel gegen Würmer. 

Sollte ein Befall mit Giardien vorliegen, besteht die Therapie aus drei Bausteinen:

  • Medikamente: Der Tierarzt verabreicht Ihrem Vierbeiner vermutlich Fenbendazol oder Metronidazol, um die Parasiten abzutöten.
  • Hygiene: Desinfizieren Sie die Umgebung, in der sich Ihr Vierbeiner gewöhnlich aufhält: Sonst überleben auf Decken, Teppichen und sonstigen Oberflächen infektiöse Zysten. Dadurch kann es schlimmstenfalls zu einer ständigen Reinfektion kommen. Zur Desinfektion kommen nur spezielle Mittel wie Halamid infrage. 
  • Ernährung: Eine Anpassung der Fütterung ist wichtig. Giardien ernähren sich von Zucker. Daher sollte das Futter Ihres Hundes möglichst kohlenhydratarm ausfallen und keinen zugesetzten Zucker enthalten. Auf diese Weise gelingt es Ihnen, die Parasiten auszuhungern.

Hat Ihr Hund eine Verletzung durch einen Fremdkörper, steht möglicherweise eine Operation an. 

Vielleicht genügt aber auch eine Futterumstellung, um die Darmprobleme Ihres Lieblings in den Griff zu bekommen. Wir empfehlen in diesem Fall den Umstieg auf das Hundefeuchtfutter von Anifit. Uns überzeugt zum einen der hohe Fleischanteil von 90 bis 99 Prozent. Zum anderen gefällt uns, dass bei der Herstellung ausschließlich hochwertige Rohstoffe zum Einsatz kommen.

Die Deklaration ist komplett aufgeschlüsselt, sodass Sie genau wissen, was im Napf Ihres Vierbeiners landet.

Bei Darmproblemen ist es sinnvoll, zusätzlich eine Darmsanierung durchzuführen. Dazu eignet sich ein Kombipräparat auf Probiotika (guten Darmbakterien) und Präbiotika (Nahrungsquelle für die erwünschten Bakterien). Mit Anifit Powerdarm helfen Sie der Darmflora Ihres Lieblings bei der Regenration. Das Nahrungsergänzungsmittel können Sie einfach mit ins Futter geben.

Fazit

Wenn Ihr Hund blutigen Durchfall hat, kommen dafür viele verschiedene Ursachen infrage. Bitte nehmen Sie diese Entdeckung nicht auf die leichte Schulter. Dahinter kann zwar eine harmlose Ursache stecken. Vielleicht ist aber auch schnelles, gezieltes Handeln nötig. Ihr Tierarzt hilft Ihnen dabei, die richtigen Schritte zu tun. 

Unabhängig davon unterstützen Sie die Gesundheit Ihres Tieres mit einer hochwertigen, artgerechten Nahrung. Das Motto: „Du bist, was du isst“ gilt für Ihren vierbeinigen Gefährten ebenso wie für uns Menschen.

Über die Autorin
Sarah Strahberger ist Hundetrainerin und zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde.

Seit 2015 schreibt Sarah als Fachjournalistin für Hundefutter Tests hochwertige Artikel und nimmt gemeinsam mit ihrer Mischlingshündin Luna verschiedene Hundefutter Sorten unter die Lupe.

Ihre Mission ist es, über die verschiedenen Hundefutter Deklarationen aufzuklären. Sie möchte Hundebesitzer informieren und sensibilisieren, die Deklaration von Hundefutter aufmerksam zu lesen.
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