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Darmverschluss beim Hund – erkennen und richtig handeln

Darmverschluss Hund

Der Darmverschluss beim Hund ist ein tiermedizinischer Notfall. Es ist deshalb wichtig, die Situation richtig einzuschätzen und zur Behandlung des Darmverschlusses unverzüglich einen Tierarzt einzuschalten.

Ihr Hund kann keinen Kot mehr absetzen. Gemeint ist nicht eine einfache Form der “Verstopfung“, wie sie auch Hunde gelegentlich haben. Hat der Hund nur Verstopfung, setzt der Kotabsatz regelmäßig innerhalb eines Tages oder früher wieder ein. Außerdem gelangen bei einer Verstopfung noch geringe Mengen von Kot nach außen.

Tiermediziner sprechen bei einem Verschluss des Darms von einem Ileus. Charakteristisch für diesen Zustand sind intensive, schockartige Symptome wie:

  • schwallartiges Erbrechen jedweder Nahrung und Flüssigkeit, 
  • teilweise Erbrechen von Kot, 
  • eine geschwollene und verhärtete Bauchpartie.

Im Vordergrund steht das vergebliche und unermüdliche Pressen, das nicht zum Absatz von Kot führt.

Es kommen verschiedene Ursachen für den Ileus in Betracht. Einige Krankheiten können das Risiko fördern. Fremdkörper im Darmbereich können den Darm verschließen.

Bei jedem Verdacht auf einen Ileus, sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt einschalten. Ihr Tier hat erhebliche Schmerzen und kann sich in einem lebensgefährlichen Zustand befinden. Hier droht ein Durchbruch des Darms

Dabei würde sich unverdauter Nahrungsbrei aus dem Darm in die Bauchhöhle ergießen. Bauchfellentzündung und Blutvergiftung können die Folgen sein. Unbehandelt sterben die betroffenen Tiere an Kreislaufversagen und Schock.

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Der Ileus

Ein Ileus ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine bestimmte Situation der Verdauungsorgane. In diesem Zustand kann der Verdauungsbrei den Darm nicht mehr passieren, und es können damit unverdaute Bestandteile nicht mehr ausgeschieden werden.

Experten unterscheiden mechanische und funktionelle Formen beim Darmverschluss. Bei einem mechanischen Vorkommnis verlegt sich der Darm auf eine Art und Weise, die eine Passage von Nahrungsbrei unmöglich macht. Der empfindliche Darmtrakt dehnt sich aus, weil sich unverdaute Nahrung ansammelt.

Bei einem funktionellen Ileus haben wir es mit einer Funktionsstörung im Darmbereich zu tun. Typisch kann hier eine Darmlähmung sein, die die gesamte Bewegung des Darms zum Erliegen bringt. Der medizinische Fachausdruck für die Bewegung im Darmbereich ist Darmmotorik. Auch in diesem Fall staut sich der Nahrungsbrei im Darm, der sich ausdehnt.

Besonders gefährlich an Darmverschlüssen ist nicht nur das Risiko für einen Durchbruch. Der angesammelte Nahrungsbrei stört das gesamte komplizierte und sehr feine Nervengeflecht im Darm. Der gestaute Nahrungsbrei gibt Giftstoffe an das umliegende Gewebe ab. Diese Substanzen können die empfindliche Darmwand schädigen. 

Die Schleimhaut entzündet sich und wird durchlässig. Auf diese Weise gelangen giftige Stoffe in das Blut und in den gesamten Körper. Darmverschlüsse bedeuten potenziell Lebensgefahr.

Darmverschluss bei Hunden

Ursachen für einen Ileus

Eine Situation, in der Nahrungsbrei nicht mehr den Darm passieren kann, geht auf unterschiedliche Ursachen zurück:

  • angeborene Fehlbildungen im Darm
  • Darmlähmung durch Vergiftung, Schock, Verletzungen oder andere äußere Einflüsse
  • aufgenommene Fremdkörper, die im Darm feststecken
  • die sogenannte Darmstriktur mit einem fast vollständigen Verschluss des Darms
  • Verkettung von Darmschlingen (Darminvagination)
  • intensive Verstopfung zum Beispiel durch Knochenkot
  • Polypen und Tumore

Im Hintergrund eines Darmverschlusses verbergen sich häufig chronische Erkrankungen der Darmregion bei Hunden. Reizdarm existiert auch bei den Vierbeinern. Im angelsächsischen Bereich ist der Reizdarm unter der Abkürzung IBD für Irritable Bowel Syndrome bekannt. Deshalb hat sich bei Tierärzten die Diagnose IBD beim Hund durchgesetzt.

Die tieferliegenden Ursachen für ein Reizdarmsyndrom sind noch nicht abschließend erforscht. Möglich ist aber, dass durch ständige Entzündungszustände im Darmbereich auch die Gefahr für Darmverstrickungen, Polypen und Tumore wächst. Diese steigern das Risiko für einen Darmverschluss.

Blutiger Durchfall beim Hund kann ein ernstes Warnsignal dafür sein, dass im Verdauungsbereich des Tieres Störungen bestehen. Das gilt insbesondere, wenn dieser Durchfall häufiger auftritt.

Das Cushing Syndrom beim Hund – eine ernsthafte Hormonstörung – geht mit Veränderungen im Darmbereich des Tieres einher. Auch dabei kommt es zu einem ausgebliebenen Bauch und zu Verdauungsstörungen. 

Diese Erkrankung ist nicht direkt mit einer gesteigerten Gefahr für einen Ileus verbunden. Sie können manche Symptome dieser Erkrankung aber leicht mit einem akuten Verschluss verwechseln. Auch kann Verstopfung damit verbunden sein, die einen Ileus fördern könnte.

Symptome für Darmverschlüsse

Allen Symptomen bei einem Ileus ist gemeinsam, dass sie innerhalb kurzer Zeit und krisenhaft auftreten. Das betroffene Tier wirkt ernsthaft krank. Sein Zustand verschlechtert sich dabei immer weiter.

Häufig treten folgende Anzeichen in dieser Situation auf:

  • Kotabsatz ist nicht oder nur in äußerst eingeschränktem Umfang möglich
  • das Tier presst und presst
  • Erbrechen von Kot
  • Hundebauch ist aufgerieben, hart und erkennbar schmerzhaft
  • Mattigkeit und Apathie
  • Muskelschwäche

In diesem Gesamtbild kann Fieber beim Hund ebenfalls auf einen Ileus hindeuten. Nehmen Sie unbedingt entsprechende Symptome ernst.

Handlungsanweisungen beim Verdacht auf Ileus

Bringen Sie das Tier unverzüglich zu einem Tierarzt. Verlieren Sie keine Zeit. Charakteristisch für diese Situation sind die fortschreitende Verschlechterung und das deutlich erkennbare Unwohlsein bei Hunden. Erbrechen in diesem Zustand ist allumfassend. Viele Tiere können weder Nahrung noch Flüssigkeit bei sich behalten.

Darmverschluss beim Hund Behandlung Tierarzt

Wie wird ein Darmverschluss bei Hunden vom Tierarzt behandelt?

Tiermediziner entscheiden bei jedem Fall von Darmverschluss individuell über die nötige Diagnostik und die Behandlung. Infusionen können Hunde zunächst einmal stabilisieren. Hier kommen auch Beruhigungsmittel beim Hund und Schmerzmittel für den Hund infrage. 

Ein Veterinär wird in dieser Situation alles dafür tun, dass es nicht zu einem Darmdurchbruch und nicht zu einem akuten Kreislaufversagen kommt.

In vielen Fällen schafft nur ein chirurgischer Eingriff Abhilfe. Das ist unter anderem der Fall, wenn es zu einer Verlegung der Darmpassage gekommen ist. Häufig kann auch der berüchtigte Knochenkot nur operativ entfernt werden. Knochenkot entsteht, wenn Hunde zu viel Knochen fressen. Knochensubstanz verhärtet den Kot auf kaum vorstellbare Weise.

Auch nach erfolgreicher Behandlung eines Darmverschlusses können weitere medizinische Maßnahmen notwendig sein. Hier kommt es auch darauf an, welche Schäden das Ereignis bereits an den Darmwänden hervorgerufen hat.

Je nach Lage des Falls müssen Sie bei einer Notfallbehandlung eines Ileus mit Tierarztkosten zwischen 800 und 2000 Euro rechnen.

Lässt sich ein Darmverschluss beim Hund vermeiden?

Abgesehen von einigen anatomischen Vorbedingungen bei einigen Tieren, bestimmt vorwiegend die Ernährung die Vorbeugung. Vermeiden Sie es, dass Ihr Tier Fremdkörper aufnimmt. Diese sind eine Gefahr, nicht nur für den Darmbereich. 

Fremdkörper können giftige Substanzen enthalten, sich im Körper des Hundes auflösen oder aber eben die Darmpassage verstopfen.

Eine artgerechte Ernährung kann für Hunde auf unterschiedliche Art und Weise umgesetzt werden. Manche Experten schwören auf eine naturnahe Ernährungsform wie Barfen. Andere halten eine optimal zusammengesetzte Fertignahrung für optimal. Hier kann es auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes ankommen. Der Tierarzt ist Ihr Ansprechpartner für Ernährungsfragen.

Knochen nur in Maßen

Ein Übermaß an Knochen gehört nicht in eine angemessene Hundeernährung. Spitze, splitternde Knochen etwa vom Huhn sind schon deshalb tabu, weil sie den gesamten Verdauungstrakt von Hunden einschließlich der Speiseröhre verletzen können.

Knochensubstanz verhärtet den Kot. Es sei nochmals betont, dass Knochenkot eine ernsthafte Gefahr für einen Darmverschluss birgt. In dieser Hinsicht sind Darmverschlüsse leicht vermeidbar, indem Sie auf eine übermäßige Fütterung von Knochen verzichten. Beobachten Sie Ihren Hund.

Manche Tiere nagen von Natur aus nur das Fleisch vom Knochen ab, verzehren aber die Knochensubstanz nicht selbst. Andere machen sich auch über die Knochen her. Gehört Ihr Vierbeiner zu den Liebhabern von Knochen, füttern Sie am besten keine. Besonders gefährlich sind übrigens gekochte Knochen. Sie erscheinen weich, bilden aber im Übermaß im Verdauungstrakt eine harte Substanz, die die Verstopfung fördert.

Auf Verstopfung achten

Allgemein sollte beim Hund Verstopfung eine Ausnahme sein. Häufige Verstopfungen deuten darauf hin, dass Ihr Tier nicht optimal ernährt wird. Beraten Sie sich mit einem Tierarzt, wenn Sie bei diesem Thema unsicher sind und öfter eine Verstopfung feststellen. Blutiger Durchfall beim Hund ist ein echtes Alarmsignal. 

Als Ursachen kommen Fremdkörper oder unverträgliche Substanzen in der Nahrung wie auch entzündliche Darmerkrankungen in Betracht. Haben Sie den Verdacht, dass Sie es mit IBD beim Hund zu tun haben, sprechen Sie den Veterinär auf dieses Problem an.

Darmverschlüsse bei Hunden

Auf Grunderkrankungen achten

Bei bestimmten schweren und chronischen Erkrankungen wie dem Cushing-Syndrom beim Hund oder entzündlichen Darmkrankheiten passen Sie die Ernährung nach Absprache mit dem Tierarzt an die Erkrankungen an. Das gilt besonders, wenn Erkrankungen mit entzündlichen Zuständen im Darm verbunden sind. 

Ist der Darm bereits entzündlich angegriffen und kommt es in dieser Situation zu einem Stau des Nahrungsbreis, wird ein Darmverschluss noch gefährlicher. Versuchen hier auch mit Futterergänzungen wie Omega 3-Fettsäuren die Entzündungssituation positiv zu beeinflussen. Auch hochwertige Weihrauch-Extrakte wirken entzündungshemmend.

Bleiben Sie aufmerksam

Ähnlich wie bei einer Magendrehung ist es bei einem Ileus besonders wichtig, dass Sie mögliche Symptome dieses Notfalls erkennen. Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie auch das Tier etwas zu beruhigen. Suchen Sie zusammen mit ihm unverzüglich den Tierarzt auf.

Erläutern Sie in der Praxis Ihren Verdacht auf Vorliegen eines Darmverschlusses. Bestehen Sie darauf, dass Ihr Hund sofort ärztliche Aufmerksamkeit und Hilfe erhält. Die meisten Hunde geraten durch ein Kreislaufversagen – durch einen Schock – bei Ereignissen wie Darmverschlüssen in Lebensgefahr. 

Hier können erste Maßnahmen darauf abzielen, das Tier zu beruhigen. Beruhigungsmittel für den Hund sind in diesem Fall vielleicht lebensrettend. Danach stehen die Diagnostik und eine rasche Behandlung im Vordergrund. In vielen Fällen wird es sich bei der Behandlung um eine Notoperation handeln.

Pflegen Sie das Tier nach dem Notfall

Bedenken Sie in der ersten Zeit nach dem Ileus, dass Ihr Tier eine lebensgefährliche Situation überstanden hat. Widmen Sie ihm viel Zeit, schonen Sie ihn. Beschäftigen Sie sich mit artgerechter Ernährung bei Hunden. Wir können Ihnen das hochwertige Nassfutter von Anifit empfehlen, welches auf Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe verzichtet und einen hohen Fleischanteil sowie wichtige Ballaststoffe aufweist.

Wir können es nicht oft genug betonen: Die Ernährung ist zur Prophylaxe beim Darmverschluss ein Schlüsselelement.

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Darmverschluss beim Hund: weitere wichtige Hinweise

Im Idealfall lassen Sie es in einem Hundeleben nicht zu einem Ileus kommen. Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Sie einem solchen Ereignis am besten vorbeugen, wenn Sie das Verhalten und den Zustand Ihres Hundes im Auge behalten. Ein Darmverschluss beim Hund hat Ursachen und viele davon können Sie selbst beeinflussen.

Das betrifft die Aspekte:

  • Fremdkörper, 
  • Ernährung, 
  • Knochenkot, 
  • Bewegung, 
  • Schutz vor Schockereignissen wie Verletzungen und 
  • ein zweiter, regelmäßiger Blick auf die Ausscheidungen Ihres Tieres. 

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass Ihr Tier Ihnen nicht direkt mitteilen kann, dass es etwa unter Bauchschmerzen und Blähungen leidet. Hier müssen Sie durch genaue Beobachtung seines Verhaltens auf mögliche Gesundheitsstörungen wie die Entwicklung eines Darmverschlusses schließen.

Über die Autorin
Sarah Strahberger ist Hundetrainerin und zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde.

Seit 2015 schreibt Sarah als Fachjournalistin für Hundefutter Tests hochwertige Artikel und nimmt gemeinsam mit ihrer Mischlingshündin Luna verschiedene Hundefutter Sorten unter die Lupe.

Ihre Mission ist es, über die verschiedenen Hundefutter Deklarationen aufzuklären. Sie möchte Hundebesitzer informieren und sensibilisieren, die Deklaration von Hundefutter aufmerksam zu lesen.
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