Ihr Hund schmatzt viel? Was dahintersteckt!

Wenn ein Hund häufig schmatzt, sich das Maul beleckt oder übermäßig häufig schluckt, kann dies ganz harmlose Ursachen haben. Unter Umständen steckt aber auch eine schwere Erkrankung dahinter. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag genauer erläutern, woran es liegen kann, wenn Ihr Hund viel schmatzt.

Hunde lecken Gesicht

Harmlose Gründe für häufiges Schmatzen beim Hund

In den meisten Fällen steckt keine ernste Erkrankung dahinter, wenn der Hund viel schmatzt. Oft bedeutet Schmatzen beim Hund nur, dass er sich auf eine Leckerei freut. Die klassische Situation finden wir zum Beispiel dann vor, wenn man als Mensch zu der Stelle geht, an der für gewöhnlich die Leckerchen gelagert werden. Der Vierbeiner weiß sofort: Gleich bekomme ich eine Leckerei! Da läuft auch einem Hund sofort förmlich „das Wasser im Mund zusammen“ – und er beginnt zu schmatzen. Das gilt natürlich auch dann, wenn das reguläre Futter zubereitet wird.

Eine weitere Situation, in der Hunde viel schmatzen, ist die Einschlafphase. Wenn der Hund sich an seinen gewohnten Schlafplatz legt, sich das Maul beleckt und leise schmatzt, ist das meist ein Zeichen von Ruhe und Entspannung. Auch in diesem Fall also: Kein Grund zur Sorge! Grundsätzlich treten in Entspannungsphasen beim Hund immer wieder Momente auf, in denen der Vierbeiner wild schmatzt und sich beleckt. Diese Situation kennen wir natürlich nicht nur vom Hund, auch kleine Kinder schmatzen häufig beim Einschlafen. Warum das so ist, konnte bisher nicht abschließend geklärt werden. Experten gehen aber davon aus, dass es sich um eine reguläre Form der Entspannung handelt.

Manch ein Hund schmatzt beim Streicheln – auch hier handelt es sich um eine Form der Entspannung. Über das Schmatzen möchte der Hund dem Herrchen oder Frauchen mitteilen, dass er die Situation sehr genießt und drückt gleichzeitig seine Zuneigung aus.

Hund entspannt

Ein weniger schöner Grund, aber trotzdem keine ernstzunehmende Erkrankung, ist das Schmatzen aus Langeweile. Wenn der Vierbeiner partout nichts mit sich anzufangen weiß und im Alltag unterfordert ist, kann es passieren, dass er zu seiner eigenen Unterhaltung anfängt viel zu schmatzen. In diesem Fall kann es schon helfen, Denkspielzeuge zur Verfügung zu stellen, einen Kauknochen bereitzulegen oder einen Spaziergang zu machen.

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass es vier wesentliche Gründe gibt, warum Hunde im Alltag viel schmatzen: Vorfreude auf Futter, Entspannung, Langeweile und Genuss. Meist schmatzt der Hund dabei nur einige Momente lang und hört dann von selbst wieder auf. Sollte das ständige Schmatzen beim Hund anhalten, kann allerdings auch eine ernstzunehmende Erkrankung dahinterstecken.

 

Futterreste zwischen den Zähnen – der Hund schmatzt ständig

Ein weiterer Grund, der beim Hund für reges Schmatzen sorgt, sind störende Futterreste im Mund. Da dem Vierbeiner keine Zahnstocher zur Verfügung stehen, versucht er eventuelle Futterreste mit Speichel zu entfernen. Da Schmatzen die Produktion von Speichel anregt, neigen viele Vierbeiner zu häufigem Schmatzen, wenn störende Futterreste zwischen den Zähnen hängen.

Meist dauert das Schmatzen in diesen Situationen auch deutlich länger an, als in den klassischen Entspannungsphasen oder bei der Vorfreude auf Futter. Es macht also durchaus Sinn, das Maul des Tieres genauer zu überprüfen – immerhin könnten neben Futterresten auch andere Fremdkörper zwischen den Zähnen klemmen. Wenn die Futterreste oder Fremdkörper entfernt wurden, hört das Schmatzen des Hundes auch recht zügig wieder auf. Wertvolle Informationen zu passenden Futtersorten und ausführliche Testberichte finden sich auf Hundefutter-Tests.

 

Ernstzunehmende Ursachen für häufiges Schmatzen beim Hund

Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes

Wenn der Hund sich häufig die Schnauze beleckt oder viel schmatzt, kann dahinter auch eine Erkrankung im Mund- und Rachenraum des Tieres stecken. Die wohl häufigste, krankhafte Ursache für häufiges Schmatzen beim Hund sind Probleme mit dem Zahnfleisch.

Zahnfleischentzündungen können sowohl akut aufgrund einer Verletzung des Zahnfleisches auftreten als auch chronisch – häufig bedingt durch Zahnstein – das Gleichgewicht des Mundes stören. Neben Zahnfleischentzündungen können auch weitere Erkrankungen im Mund- und Rachenraum des Tieres für häufiges Schmatzen verantwortlich sein:

  • Abszesse: Erkennbar als kleine Geschwüre, die durch Druck und Entzündung Schmerzen auslösen. Abszesse müssen aufgeschnitten, gereinigt und manchmal vernäht werden, damit sie vollständig ausheilen.
  • Beschädigte Zähne: Oft sind abgebrochene Zähne, bei denen u. a. der Wurzelhals freiliegen kann, Grund für häufiges Schmatzen. In einigen Fällen lässt sich der Zahn reparieren, meist wird der Zahn jedoch vollständig entfernt.
  • Wurzelentzündungen: Wie auch beim Menschen kann sich auch bei Hunden die Zahnwurzel entzünden und starke Schmerzen verursachen. Oft müssen die betroffenen Zähne gezogen werden.
  • Mandelentzündungen: Wenn die Mandeln des Tieres entzündet sind, gelten auch diese als Auslöser für Schmerzen. Das Entfernen der Mandeln kann hier Abhilfe schaffen.
  • Zungenerkrankungen: Verletzungen an der Zunge sind oft sehr schmerzhaft, heilen dafür aber auch meist sehr schnell. In schweren Fällen muss das Tier zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden.
  • Tumore im Mund- und Rachenraum: Natürlich können auch Hunde an Krebs erkranken, der sich im Mund- und Rachenraum ausbreitet. Dazu zählen u. a. Zungentumore, Gaumentumore oder Tumore im Rachen des Tieres.

Zahnpflege Hund

Wenn der Hund häufig schmatzt, sollte daher der Mund- und Rachenraum gründlich kontrolliert werden. Eine Zahnfleischentzündung ist meist schon an einer Verfärbung des Zahnfleisches erkennbar, das normalerweise eine gesunde, rosa Farbe aufweisen sollte. Entzündungsbereiche sind meist schlechter durchblutet und erscheinen dadurch unweigerlich heller. Verletzungen sind dagegen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Bei anhaltenden Beschwerden sollte der Hund daher umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden.

Unser Tipp: Wer Erkrankungen im Mund- und Rachenraum vorbeugen möchte, sollte die Entwicklung von Zahnstein so gut wie möglich vermeiden. Das Abnagen von harten, ungekochten Knochen hat sich hier besonders bewährt, bei anfälligen Tieren kann aber auch eine gründliche Zahnpflege notwendig sein. Hier sollten Sie mit Ihrem Tierarzt absprechen, welche Möglichkeiten sich für die Zahnpflege Ihres Hundes eignen.

 

Magen-Darm-Erkrankungen als Ursache

Hunde haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten, uns Menschen wissen zu lassen, wenn es Ihnen nicht gut geht. Daher ist es sehr wichtig, dass wir auf alle Veränderungen achten, die im Verhalten der Vierbeiner zu beobachten sind.

Häufiges Schmatzen kann beim Hund darauf hindeuten, dass ernsthafte Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt vorliegen. Schon bei leichten Bauchschmerzen tendieren viele Hunde dazu, ständig zu schmatzen. Auch Verdauungsbeschwerden und deutlich gefährlichere Krankheiten können der Auslöser sein, wenn der Hund ständig schmatzt:

  • Durchfall: Wenn der Hund unter Durchfall leidet, kann das Unwohlsein zu starkem Schmatzen führen.
  • Erbrechen: Grundsätzlich sind Magenbeschwerden aller Art ein möglicher Auslöser für häufiges Schmatzen beim Hund. Zusätzlich versucht der Hund unter Umständen, die schädliche Magensäure mit gesteigerter Speichelbildung und häufigem Schmatzen aus dem Mund zu entfernen.
  • Blähungen: Blähungen können im Magen oder direkt im Darm entstehen und sind in jedem Fall für das Tier unangenehm. Dies kann sich ebenfalls in Form von häufigem Schmatzen äußern.
  • Überschüssige Magensäure/Sodbrennen: Durch zu viel Magensäure, die in der Speiseröhre aufsteigt, wird beim Hund unangenehmes Sodbrennen ausgelöst. Auch dies kann ein Grund für häufiges Schmatzen sein. Meist genügt es in diesem Fall schon, den Hund für einige Tage auf Schonkost zu setzen.
  • Träger Magen-Darm-Trakt: Wenn Speisen im Magen-Darm Trakt des Hundes nicht vollständig verwertet werden können, löst dies unter Umständen ebenfalls Schmerzen beim Tier aus. Auch hier ergibt sich also ein möglicher Grund für häufiges Schmatzen.
  • Magendrehung: Eine Magendrehung ist eine extrem gefährliche Krankheit, die oft erst dann erkannt wird, wenn es beinahe zu spät wird. Wenn der Hund kurzfristig anfängt, ständig und häufig zu Schmatzen und davon nicht ablässt, hilft immer ein Besuch beim Tierarzt, um die genauen Ursachen abzuklären. Im Falle einer Magendrehung kann jede Minute entscheidend sein, um das Leben des Tieres zu retten!
  • Magenentzündung: Wenn der Magen entzündet ist, führt dies beim Hund zu starken Schmerzen. Neben weiteren Symptomen, beispielsweise blutigem Kot, kann eine Gastritis beim Hund auch zu häufigem Schmatzen führen.
  • Tumorerkrankungen: Unter Umständen steckt hinter den äußerlichen Beschwerden wie häufigem Schmatzen beim Hund auch eine ernsthafte Tumorerkrankung, die umgehend behandelt werden sollte. Hält das Schmatzen des Hundes längerfristig an, sollte eine gründliche Untersuchung vorgenommen werden, um eventuell tumoröse Veränderungen im Magen-Darm-Trakt feststellen zu können.

Hund liegt

Die meisten Erkrankungen im Magen-Darm Trakt des Hundes gehen nicht nur mit ständigem Schmatzen, sondern oft auch vielen weiteren Beschwerden einher. So können Durchfall und Erbrechen auch Anzeichen für eine schwerere Erkrankung sein und sollten in diesem Fall nur als weitere Symptome statt als eigenständiges Krankheitsbild betrachtet werden.

Wenn der Hund häufig schmatzt und eventuell noch weitere Beschwerden aufzeigt, sollte unbedingt ein Gang zum Tierarzt erfolgen. Hier ist es wichtig, dass Sie alle Symptome genau schildern, damit der Tierarzt sofort einen Überblick über mögliche Erkrankungen erhält und gezielt danach suchen kann.

 

Stoffwechselerkrankungen und Autoimmunerkrankungen als Ursache

Neben den oben genannten Erkrankungen, die ständiges Schmatzen beim Hund auslösen können, gibt es auch noch einige weitere Erkrankungen, die in Frage kommen. Es handelt sich dabei um Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen, die oft nicht auf den ersten Blick erkannt werden. Meist werden Erkrankungen dieser Art erst erkannt, wenn der Hund sichtlich nachlässt, schwächer und träger wird und an Gewicht verliert.

Stoffwechselerkrankungen und Autoimmunerkrankungen sind in den seltensten Fällen heilbar, können jedoch unter Umständen mit Medikamenten behandelt werden. Dafür muss zunächst eine umfassende Anamnese stattfinden, die andere Erkrankungen ausschließt. Meist sind es gerade die kleinen Details und Verhaltensänderungen, die auf Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen hinweisen. Wenn der Hund neben häufigem Schmatzen noch weitere Symptome zeigt, sollten Sie Ihren Tierarzt unbedingt darauf hinweisen.

 

Wie wird häufiges Schmatzen beim Hund behandelt?

Wenn der Hund viel schmatzt, muss dies nicht zwangsläufig behandelt werden. Insbesondere Schmatzen im Schlaf und die weiteren harmlosen Gründe bieten keinen Grund zur Besorgnis. Anders sieht es dagegen aus, wenn Hunde aufgrund körperlicher Ursachen häufig Schmatzen. Während sich Futterreste im Maul meist ganz einfach durch Herrchen oder Frauchen entfernen lassen und somit als Ursache leicht behoben werden können, ist bei ernsthafteren Erkrankungen meist zusätzliche Unterstützung notwendig.

Schlafender Hund schmatzt

Bei milden Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich, wie beispielsweise Durchfall, Erbrechen oder Blähungen ohne ernstzunehmenden Hintergrund, ist oft Heilerde eine gute Möglichkeit, um für etwas Ruhe zu sorgen. Heilerde beruhigt den Magen-Darm Trakt und reguliert die natürliche Darmflora, sodass sich der gesamte Verdauungsapparat des Tieres etwas beruhigt.

Sind dagegen Zahnschmerzen oder kleine Verletzungen im Mund der Auslöser für das häufige Schmatzen des Hundes, kann es schon helfen, für einige Tage eher zu weichem Futter zu greifen, dass das angegriffene Zahnfleisch schont. Sollte eine Entzündung vorliegen, ist jedoch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig, die durch einen erfahrenen Tierarzt umgesetzt werden sollte.

Wenn eine schlimmere Erkrankung des Hundes bei häufigem Schmatzen jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, muss unbedingt der Gang zum Tierarzt erfolgen! Da nicht nur harmlose Ursachen und leichte Erkrankungen hinter häufigem Schmatzen stecken können, sondern auch gefährliche Erkrankungen als Ursache in Frage kommen, liegt der Fokus zunächst immer auf der Suche nach möglichen Ursachen. Dabei ist es wichtig, den geliebten Vierbeiner so gut wie möglich zu beobachten und kleinste Verhaltensveränderungen festzuhalten. Auch gilt es zu unterscheiden, ob es sich beim häufigen Schmatzen um eine Angewohnheit handelt, die immer in derselben Situation auftritt und dementsprechend ganz einfach abtrainiert werden kann, oder ob es sich um eine neue Verhaltensweise handelt, die häufig und unabhängig von der Situation vorkommt.

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