Ohrenentzündung beim Hund

Kaum ein Körperteil leidet beim Hund häufiger an einer Entzündung wie die Ohren. Für den Besitzer ist eine solche Infektion deutlich erkennbar – der Hund schüttelt ständig den Kopf und versucht verzweifelt, sich in den Ohren zu kratzen. Eine Ohrenentzündung beim Hund ist im Grunde sehr harmlos und leicht zu behandeln, wenn sie jedoch tief ins innere des Ohres und Kopfs vordringt, kann auch aus einer leichten Ohrenentzündung eine schwere Krankheit entstehen. Daher ist es wichtig, mit einer Ohrenentzündung beim Hund so früh wie möglich zum Tierarzt zu gehen, damit die Infektion optimal behandelt werden kann.

Ohrentropfen bei einer Ohrenentzündung

 

Insbesondere bei häufiger auftretenden Ohrentzündungen sollten jedoch nicht nur die Symptome bekämpft, sondern auch die Ursachen gefunden werden, die in der Ernährung, den Lebensgewohnheiten oder der Tierhygiene liegen können. Im folgenden Beitrag erklären wir genau, wie Sie bei einer Ohrentzündung beim Hund vorgehen sollten und welche präventiven Maßnahmen zur Verfügung stehen.

 

Ohrentzündungen – was ist das eigentlich?

Man unterscheidet bei der Ohrentzündung beim Hund zwischen Entzündungen des Außenohrs und Entzündungen des Mittel- bzw. Innenohrs, wobei die äußere Variante deutlich häufiger auftritt und meist auch sehr viel milder verläuft, da sie leichter zu behandeln ist. Eine Ohrentzündung im äußeren Ohr bezieht sich vor allem auf den äußeren Gehörgang, der im Verlauf der Infektion einen unangenehmen Juckreiz aufweist, der vom Tier mit Kopfschütteln und Kratzen gezeigt wird.

Die äußere Ohrentzündung wird auch Otitis externa oder Ohrzwang genannt. Wie genau Ohrenentzündungen im äußeren oder inneren Ohr entstehen, ist nicht geklärt – in den meisten Fällen ist die Erkrankung jedoch auf ein Ungleichgewicht des Magen-Darm-Systems zurückzuführen, was wiederrum zu verstärkten Schutzfunktionen führt, die sich auch im Inneren des Ohrs zeigen. Alternativ kommen verschiedene andere Ursachen in Frage, die eine Ohrentzündung auslösen können.

 

Ursachen für Ohrenentzündungen beim Hund

Wie genau Ohrentzündungen beim Hund entstehen, ist sehr individuell vom Tier abhängig – dabei spielen der gesamte Gesundheitszustand, die Rasse, das Alter und die Lebensbedingungen des Tieres eine große Rolle.

 

1. Störung des Magen-Darm-Traktes

Am häufigsten geht man von einer Störung des Magen-Darm-Traktes aus, bei dem die natürlichen Schutzfunktionen gestört werden. Diese Entzündung äußert sich beim Hund häufig in einer Ohrenentzündung, sodass neben der eigentlichen Behandlung der Infektion auch eine Kur für den Darm stattfinden sollte, damit Ohrentzündungen langfristig vorgebeugt werden kann.

Der Magen-Darm-Trakt wird vor allem durch eine mangelhafte oder falsche Ernährungsweise aus dem Gleichgewicht gebracht, wobei insbesondere Trockenfutter schwere Schäden nach sich ziehen kann.  Hier spielt nicht nur der häufige Mangel an hochwertigen Nährstoffen eine Rolle für die Gesundheit des Tieres, sondern auch die unnatürlichen Bestandteile und Zusatzstoffe, die im direkten Verdacht stehen, beim Hund Allergien auszulösen – die ebenfalls als einer der Hauptgründe für Ohrenentzündungen gelten.

Dosen und Trockenfutter

Um den Magen-Darm-Trakt des Tieres zu entlasten, genügt es oft schon, eine Futterumstellung umzusetzen, bei der nur noch hochwertiges Nassfutter oder BARF im Napf landet. Oft verschwinden immer wiederkehrende Ohrenentzündungen nach einer Futterumstellung innerhalb weniger Wochen von selbst.

 

2. Allergien als Ursache

Eine weitere, sehr häufige Ursache für Entzündungen in den Ohren sind Allergien, insbesondere gegen Futtermittel. Hiervor sind einige Hunderassen deutlich mehr betroffen als andere, grundsätzlich geht aber auch so ein großer Teil aller Ohrentzündungen mit Allergien einher. Forschungen haben gezeigt, dass Getreide in Trockenfutter und billigem Nassfutter als einer der Hauptauslöser von Futtermittelallergien gilt und damit auch einer der Hauptauslöser für Ohrenentzündungen beim Hund ist. Das liegt an den Kohlenhydraten, die die Grundlage des Futters bilden und im Körper des Vierbeiners zu Zucker werden, der wiederrum die ideale Nährwertbasis für Bakterien, Viren und Pilze schafft. Alternativ sind auch Allergien gegen Hausstaubmilben oder Pollen eine mögliche Ursache für regelmäßige Ohrentzündungen beim Hund.

 

3. Parasitenbefall

Parasiten können ebenfalls eine Ohrentzündung beim Hund auslösen. Insbesondere Zecken und Milben, die sich durchaus auch im Inneren des Ohrs niederlassen können, sind für Ohrentzündungen verantwortlich. Schon ein kleiner Stich oder Biss im Ohr genügt, denn sobald Bakterien in die frische Winde eindringen, besteht das Risiko einer Entzündung. Auch Flöhe können Verursacher einer Ohrentzündung beim Hund sein, insbesondere wenn eine Allergie gegen den Flohkot vorliegt.

 

4. Fremdkörper im Ohr

Fremdkörper im Ohr gelten ebenfalls als einer der bekannteren Auslöser von Ohrentzündungen. Dabei genügt es schon, wenn besonders kleines Material, wie zum Beispiel Sand oder kleine Steinchen, nicht richtig aus dem Ohr abtransportiert werden, sogar Schmutz kann eine Entzündung im Ohr hervorrufen. Daher ist es wichtig, auf eine adäquate Ohrhygiene beim Hund zu achten, insbesondere wenn es dem Tier selbst sehr schwerfällt, die eigenen Ohren sauber zu halten.

Aber Achtung: Auch mit der falschen Ohrenpflege können Sie eine Ohrenentzündung beim Hund hervorrufen! Wattestäbchen und flüssige Reinigungsmittel für menschliche Ohren sollten bei den geliebten Vierbeinern nicht zum Einsatz kommen, stattdessen empfiehlt es sich, das Ohr mit einem (eventuell leicht angefeuchteten) Taschentuch zu reinigen, ohne dabei zu tief vorzudringen. Passende Produkte zur professionellen Ohrreinigung beim Hund stehen natürlich im Fachhandel auch zur Verfügung.

Wattestäbchen am Hunde Ohr

Damit nicht!

 

5. Nierenprobleme als Ursache

Auch Nierenprobleme gelten als einer der Hauptverursacher von Ohrentzündungen bei Hunden, auch wenn dies längst nicht so bekannt ist wie die anderen Faktoren. Da die Niere dafür zuständig ist, verschiedenste Giftstoffe aus dem Körper zu transportieren, führt eine eingeschränkte Funktion dieses Organs oft zu einer Überbelastung an Schadstoffen und körpereigenen Giften. Die Folgen von Nierenproblemen sind sehr umfangreich – eine Entzündung der Ohren ist hier noch eines der weniger schlimmen Symptome. Auch hier hilft wieder eine Umstellung auf ein hochwertiges Futtermittel. Trockenfutter sind in der Regel ungeeignet und sollten vermieden werden.

Liste der Ursachen für Ohrenentzündungen bei Hunden:

  • Falsche Ernährung
  • Eine Störung im Magen-Darm-Trakt
  • Allergien gegen Futtermittel, Hausstaub, Milben oder anderes
  • Parasiten wie Zecke, Milben oder Flöhe
  • Fremdkörper oder Verschmutzungen im Ohr
  • Nierenerkrankungen
  • Eine erbliche Veranlagung
  • Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Unentdeckte Bisswunden, Kratzer oder ähnliches im Ohr
  • Schäden im Trommelfell, durch die Bakterien eindringen können

 

Symptome einer Ohrenentzündung beim Hund – selbst für Laien erkennbar

Die Auswirkungen einer Ohrenentzündung beim Hund sind meist so leicht erkennbar, dass selbst Laien rasch feststellen, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Eindeutige Indizien für eine Ohrenentzündung beim Hund sind:

  • ständiges Kratzen oder Reiben am Ohr
  • häufiges Kopfschütteln
  • Schiefhalten des Kopfes
  • gerötete Ohrmuscheln
  • etwas wärmere Ohren als üblich
  • evtl. ein unangenehmer Geruch aus dem Inneren des Ohres
  • evtl. Sekrete, Flüssigkeiten oder vermehrter Ohrenschmalz, die aus dem Ohr kommen
  • eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit am und im Ohr

Symptome: Hund schüttelt den Kopf

Mit einer Ohrentzündung zum Tierarzt – die Diagnose

Wenn der Hund an einer Entzündung der Ohren leidet, ist immer der Gang zum Tierarzt notwendig, um ggf. eine medikamentöse Behandlung einzuleiten. Dennoch sollte kein allzu schneller Behandlungserfolg erwartet werden, dann eine Ohrenentzündung beim Hund kann sich durchaus über mehrere Wochen hinweg ziehen. Die Diagnose ist jedoch denkbar einfach. Dem Tierarzt stehen verschiedene Instrumente für einen genauen Blick ins Ohr zur Verfügung, mit denen eine Entzündung sofort ausgemacht werden kann. Auf diese Weise ist es sogar möglich, entstandene Schäden am Trommelfell oder Innenohr festzustellen, die im Anschluss behandelt werden können. Im Anschluss an die Untersuchung wird der Tierarzt den gesamten Gehörgang des Vierbeiners reinigen und Ohrenschmalz sowie eventuelle Sekrete wie Blut oder Eiter restlos entfernen.

Wichtig: Bei den Ursachen der falschen Ernährung und Allergien kann der Tierarzt nur die Symptome lindern, jedoch nicht die Ursache. Hier ist eine Futterumstellung auf ein besseres Futtermittel erforderlich.

 

Die Behandlung einer Ohrenentzündung beim Hund

Wie genau die Ohrenentzündung beim Hund behandelt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst ist es natürlich wichtig, dass der Schweregrad der Entzündung genau bestimmt wird: Während eine leichte Ohrenentzündung durchaus mit pflanzlichen Mitteln behandelt werden kann, ist bei einer schweren Ohrentzündung der Einsatz von Antibiotika unerlässlich. Nur im Notfall zu Antibiotika zu greifen, ist insbesondere bei Ohrenentzündungen wichtig, die in vielen Fällen ohnehin auf einem Ungleichgewicht im Darm basieren, welches durch die Gabe von Antibiotika zusätzlich verstärkt werden kann. So lässt sich dann zwar die akute Ohrenentzündung behandeln, langfristig erhöht sich jedoch auch gleichzeitig das Risiko, dass der Hund wieder eine Ohrenentzündung erleidet.

Zusätzlich zu der medikamentösen Therapie setzen viele Ärzte auf medizinische Ohrspülungen, die Verunreinigungen aus dem Ohr entfernen und das Gewebe etwas weicher machen, sodass die Bakterien, Viren und Pilze weniger Möglichkeiten haben, sich festzusetzen. Viele Tierhalter erhalten zudem den Rat, für eine erhöhte Sauberkeit in den Ohren des Vierbeiners zu sorgen – oft mit verheerenden Folgen, denn der Einsatz von Wattestäbchen oder scharfen Reinigungsmitteln kann eine Ohrenentzündung nur noch verstärken. Wenn Sie selbst die Ohren Ihres Hundes reinigen sollen, greifen Sie zu speziellen Produkten aus dem Fachhandel, mit denen die Hundeohren schonend und sanft gereinigt werden können.

Wie genau die Behandlung aussieht, hängt natürlich auch von den auslösenden Faktoren der Ohrentzündung ab. Sollte es sich um eine einmalige Infektion handeln, werden viele Ärzte lediglich die Verursacher – also Bakterien, Pilze oder Viren – und die Symptome behandeln, nicht jedoch den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres genauer unter die Lupe nehmen.

Kommt es jedoch häufiger zu Ohrenentzündungen beim Hund, lohnt es sich durchaus, sich die Blutwerte und die Organleistungen genauer anzusehen. Bei regelmäßigen Ohrentzündungen ist es sehr wichtig, den eigentlichen Verursacher hinter den Infektionen zu finden, um immer wieder neu aufkeimende Entzündungsherde zu vermeiden. In der Regel kann hier auch das derzeitige Futtermittel als Ursache in Betracht gezogen werden.

Tabletten für den Hund bei Ohrenentzündung

Unbehandelte Ohrenentzündungen können schlimme Folgen haben

Wie wichtig es ist, mit einer Ohrenentzündung zum Tierarzt zu gehen, erkennen die meisten Hundehalter schon an den Verhaltensweisen des Hundes. Das ständige Kratzen am Ohr kann schwere Verletzungen nach sich ziehen, die schlimmer werden, je länger die Ohrenentzündung beim Hund unbehandelt bleibt. Auch Schäden am Gehörgang und Trommelfell sind eine mögliche Folge unbehandelter Ohrenentzündungen – bis hin zum vollständigen Verlust des Hörvermögens! Innere Entzündungen der Ohren führen mitunter sogar zu starken Problemen mit dem Gleichgewicht, gelegentlichem Umfallen bis hin zu einer Hirnhautentzündung, die für das Tier tödlich enden kann. Beim Verdacht auf eine Ohrentzündung sollte der Tierarzt daher immer schnellstmöglich aufgesucht werden.

  • Verlust des Hörvermögens
  • massive Schädigungen am Innenohr und
  • eine Hirnhautentzündung mit Todesfolge

 

Ohrenentzündungen vorbeugen

Wer Ohrinfektionen vorbeugen möchte, sollte zunächst einen Blick auf die verschiedenen Ursachen von Ohrentzündungen werfen. Klar im Zentrum steht ein gesundes Magen-Darm-System, das seinen körpereigenen Schutzfunktionen vollumfänglich nachkommen kann. Dies erreicht man am besten mit einer gesunden, ausgewogenen und natürlichen Ernährung, die speziell auf die Bedürfnisse des Hundes angepasst wurde. Für Hunde, die wegen regelmäßiger Medikamentengaben, dauerhaft falscher Ernährung oder aufgrund anderer Faktoren bereits ein sehr angegriffenes Milieu im Magen und Darm Bereich haben, stehen spezielle Kuren zur Verfügung, die die natürlichen Abläufe in den Organen wiederherstellen sollen.

Ansonsten ist es sehr hilfreich, das Immunsystem des Hundes zu unterstützen und zu fördern, damit Ohrentzündungen schon im Vorfeld vorgebeugt werden kann. Dafür ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu setzen, die dem Hund alles liefert, was er benötigt. Neben hochwertigem Fleisch sollte der Vierbeiner ausreichend Vitamine und Mineralstoffe aus natürlichen und gesunden Quellen erhalten. Da Ohrenentzündungen vor allem durch Trockenfutter ausgelöst werden, kann schon eine Futterumstellung auf hochwertiges Nassfutter oder BARF tolle Ergebnisse im Kampf gegen regelmäßige Ohrentzündungen bieten!

Napf mit gesundem Hundefutter

Eine regelmäßige Reinigung des Hundeohres kann ebenfalls unterstützend helfen, einer Ohrenentzündung vorzubeugen. Hier gilt es jedoch, sehr vorsichtig vorzugehen, da auf diese Weise auch deutlich schlimmere Schäden am Ohr angerichtet werden können, sodass Ohrenentzündungen wiederrum begünstigt werden. Auf keinen Fall sollten die Ohren des Hundes mit einem Ohrstäbchen gereinigt werden – viel mehr eignet sich ein feuchtes Tuch oder ein feuchter Lappen, um leicht den Gehörgang des Tieres zu reinigen. Im Fachhandel stehen zudem spezielle Reinigungslösungen zur Verfügung, die speziell für Hunde hergestellt wurden und von den meisten Tieren hervorragend vertragen werden. Einige dieser Reinigungsmittel für Hundeohren regen auch gleichzeitig die natürlichen Regenerationskräfte des Ohres an und helfen dabei, langfristig Ohrenentzündungen beim Hund vorzubeugen.

Tipps gegen Ohrenentzündungen auf einen Blick:

• Darmsanierung beim Hund
• Umstellung des Futters – hochwertiges Nassfutter oder BARF statt Trockenfutter
• Optimale Nährstoffversorgung mit allen Vitaminen und Mineralstoffen, um die Abwehrkräfte zu stärken
• Die regelmäßige Reinigung der Ohren mit speziellen Reinigungsprodukten für den Hund

Übrigens: Für den Aufbau des hündischen Immunsystems können Sie sich nicht nur direkt an Ihren Tierarzt, sondern auch einen Tierheilpraktiker wenden. Viele rein natürliche Produkte sind dazu im Stande, die Gesundheit Ihres Vierbeiners maßgeblich zu fördern!

Wir würden gerne Ihre Meinung dazu hören:

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