10 giftige Zimmerpflanzen für Hunde

Lange Spaziergänge an der frischen Luft, egal bei welcher Wetterlage, spielen, Tricks einüben, Kontakt zu anderen Hundebesitzern, nicht mehr alleine sein – auf all das freut man sich als künftiger Hundebesitzer und studiert so manche Literatur, um bestens auf den Einzug des neuen Mitbewohners auf vier Pfoten vorbereitet zu sein.

Doch vorsicht! Während im Haus sämtliche mögliche Gefahrenquellen wie Kabel, Steckdosen, kleine Gegenstände bzw. Dekoartikel und Spielsachen der lieben Kinder akribisch aufgespürt, inspiziert und eliminiert werden, übersieht man leicht den gefährlichsten Feind: harmlos scheinende Zimmerpflanzen, die aber toxische Substanzen enthalten. Diese können zu allergischen Hautentzündungen, Brennen und Schwellung der Zunge und Kehle, Erbrechen, Durchfall, hohem Blutdruck, Herzrythmusstörungen und schlimmstenfalls zum Organversagen mit möglicher Todesfolge führen.

Gerade junge Welpen oder Junghunde erkunden ihre Umwelt ganz genau, so auch die Pflanzen- und Blumenwelt. Natürlich vorwiegend beim Spazierengehen in Wald und Flur, aber auch im Haus und in der Wohnung, wenn Frauchen oder Herrchen vielleicht gerade mal nicht zugegen sind und unserem Vierbeiner gerade langweilig ist. Wir Menschen nehmen die Pflanzen mit den Augen wahr und nicht mit Nase oder Fang wie unser Haustier. Welpen und Junghunde sind sehr neugierig und knabbern beim Waldspaziergang gerne mal an der ein oder anderen Pflanze oder entdecken beim Buddeln im Garten eine Tulpenzwiebel.

Gehen Sie kein Risiko ein, überprüfen Sie genau, ob einige der unten aufgeführten 10 Zimmerpflanzen (es gibt selbstverständlich mehr als 10 giftige Zimmerpflanzen, hier nenne wir nur die geläufigsten und beliebtesten) bereits bei Ihnen Einzug gehalten haben, stellen Sie sie außer Reichweite ihres Hundes auf eine hohe Fensterbank, einen Schrank oder an einen anderen sicheren und unzugänglichen Ort.

 

Hier nun eine Liste 10 giftiger Hauspflanzen:

Vergiftungen möglich:

– Alpenveilchen
– Efeu
– Gummibaum
– Weihnachtsstern

Bei den Alpenveilchen sind vor allem die Knollen giftig und können Erbrechen, Durchfall, Kreislaufstörungen und Krämpfe auslösen. Efeu erfreut sich großer Beliebtheit, da es sich hierbei um eine pflegeleichte Zimmerpflanze handelt. Am besten bringt man sie in der Luft hängend im Zimmer an, dort ist sie schwer erreichbar für Ihr Haustier und verschönert trotzdem Ihr Zuhause. Beim Efeu sind die Blätter, die schwarzen Beeren, das Fruchtfleisch, der Stängel und sein Saft giftig. Alle Teile des Gummibaumes sind giftig, auch unreife Früchte. Vor allem der Milchsaft ist beim Weihnachtsstern giftig und kann zu Magen- und Darmreizungen führen.

Giftig für Hunde

Alpenveilchen


 

Starke Vergiftung möglich:

– Amaryllis
– Belladonna-Lilie
– Prachtlilie/Ruhmesblume

Die ganze Pflanze, besonders die Zwiebel der Amaryllis und der Belladonna-Lilie ist giftig, bei der Prachtlilie/Ruhmesblume vor allem die Knolle.

Die Amaryllis ist gehört zu den giftigen Pflanzen

Amaryllis


 

Schwere bis tödliche Vergiftung möglich:

– Narzissen
– Dieffenbachien
– Oleander/Rosenlorbeer

Der Verzehr von Zwiebeln sämtlicher Frühlingsblumen kann zum Tod führen! Daher sollten sie keinesfalls in Reichweite von Tieren oder Kindern aufbewahrt werden. Dieffenbachien sind besonders giftig, sowohl die Blätter als auch der Stiel und sogar das ablaufende Gießwasser. Die Pflanze kann sogar bei Menschen tödliche Auswirkungen haben. Die nur ein Meter hohe Zimmerpflanze ist wegen ihrer gelben und weißen Muster innerhalb ihrer Blätter und der wenig anspruchsvollen Pflege sehr beliebt.
Alle Teile des Oleander/Rosenlorbeer sind extrem giftig, daher sollte sie am besten nur mit Handschuhen berührt werden.

Giftig für Hunde sind auch Narzissen

Narzissen


 

Was tun, wenn Ihr Hund mit einer giftigen Zimmerpflanze in Berührung gekommen ist:

Sollte Ihr Hund Teile einer giftigen Pflanze gegessen, geschluckt oder zerkaut haben, so wird er sehr wahrscheinlich spontan erbrechen. So kann weniger Gift in den Körper gelangen. Seien Sie auf der Hut, knabbert Ihr Hund an einem Pflanzenteil bei dem Sie sich unsicher sind, nehmen Sie es schnell weg, bewahren es auf, damit Sie die Pflanze bei Vergiftungserscheinungen so schnell wie möglich beschreiben oder dem zuständigen Tierarzt vorzeigen können. Notieren Sie sich den Namen der Pflanze und Zeitpunkt der Aufnahme.

Zeichen auf die man nach der Aufnahme einer möglichen toxischen Substanz schnellstens reagieren sollte sind Würgen, Sabbern, Erbrechen oder Durchfall. Ein Notfall liegt vor, wenn Zuckungen, Krämpfe oder ein schwankender Gang hinzu kommen.

Wie der Mensch sollte auch der Hund nicht zum Erbrechen gezwungen werden oder gar Milch eingeflößt bekommen. Aktivkohle, die man in jeder Apotheke in Form von Tablette, Kapsel, Suspension oder Pulver erhält, kann man in Wasser aufgelöst seinem Freund auf vier Pfoten verabreichen. Sie bindet das Gift im Körper bevor es in den Blutkreislauf gelangt.

Zur Beruhigung ist zu sagen, dass einige Pflanzen giftiger sind als andere und ihr meist bitterer Geschmack unsere treuen Begleiter abstößt und sie fernhält.

 

Im Notfall:

Kontaktieren Sie und erkundigen Sie sich bei den Vergiftungszentralen in Deutschland. Die entsprechenden Adressen und Telefonnummern finden Sie unter www.vergiftungszentrale.de.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und gesunde Zeit mit Ihrem Vierbeiner!

13 Comments
  1. Reply
    Gesa Streich 16. Juli 2017 at 10:36

    O weia! Das Alpenveilchen giftig ist, das habe ich gewusst, aber das auch die Narzisse dazugehört war mir völlig neu.
    Wie gut, dass es dieses Portal gibt. Also werde ich vermehrt darauf achten, was für Blumen ich mir ins Haus holen.
    Vielen Dank für den erhellenden Beitrag.

  2. Reply
    Egon P. 17. Juli 2017 at 15:44

    Ich hätte nicht gedacht, dass einige dieser Pflanzen so giftig sind für Hunde. Efeu und Narzissen haben wir beispielsweise im Garten. Unser Hund interessiert sich aber zum Glück nur für essbares Gras (und derzeit für die herabgefallenen Felsenbirnen, die er bestens verträgt).

    Zimmerpflanzen haben wir keine – da muss man für meinen Geschmack immer viel zu sehr dahinter her sein, dass sich nicht Schimmel und Co bilden. Für gute Luftqualität verzichte ich lieber so weit möglich auf Schad- und Duftstoffe und lüfte häufig.

  3. Reply
    Peter Iria 18. Juli 2017 at 7:48

    Recht herzlichen Dank für die Aufklärung über giftige Zimmerpflanzen. Ich habe das zum Teil nicht gewusst, und nenne beispielsweise einen Gummibaum mein Eigen. Ich werde noch mehr aufpassen.
    Ich finde es sehr gut, dass Sie auch diese Themen aufgreifen, vieles davon habe ich nicht gewusst und bedanke mich hiermit ausdrücklich bei Ihnen.

  4. Reply
    Carsten M. 19. Juli 2017 at 13:43

    Dass es so viele giftigen Zimmerpflanzen gibt habe ich nicht gewusst. Jetzt werde ich noch viel vorsichtiger sein. Ich habe mir sogar die Pflanzennamen herausgeschrieben, um die es hier speziell ging.
    Das war ein sehr erhellender Artikel.

  5. Reply
    Matthias Griener 28. August 2017 at 10:23

    Einige Zimmerpflanzen waren wir von der Giftigkeit her geläufig, andere wiederum nicht, und da muss ich gestehen werde ich demnächst etwas vorsichtiger im Umgang sein – beispielsweise mit Osterglocken, wo ich dies nicht vermutet hätte. Vielen Dank für die wertvollen Tipps.

  6. Reply
    Dieter Müller 6. September 2017 at 13:26

    Das einige Zimmerpflanzen giftig sind, war mir bekannt, dass es so viele sind, nicht. Man muss also noch mehr darauf achten, dass der Hund nicht überall schnüffelt. Auch in der Natur lauern viele Giftpflanzen, habe ich letztens in der Dogs today gelesen.

  7. Reply
    Nina B. 7. Oktober 2017 at 13:59

    Oh – das ist ja ganz schön erschreckend, wie viele giftige Pflanzen für Hunde man so in Haus und Garten beherbergt. Zum Glück ist mein Hund kein Vegetarier, obwohl er kürzlich angesetzt hat, herzhaft in eine Amarylls zu beißen. Da musste ich ihn schnell retten 😉

  8. Reply
    Carla M. 8. Oktober 2017 at 18:40

    Zimmerpflanzen haben wir ohnehin nicht im Haus. Bei einem Neukauf könnte auch bei grundsätzlich ungiftigen Pflanzen gegebenenfalls eine Pestizidbelastung vorliegen, was dann auch nicht so ohne wäre… Das Gleiche gilt für Blumensträuße, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein halbwegs ausreichend ernährter Hund dafür interessiert 😉

  9. Reply
    Georg 12. November 2017 at 13:44

    Sehr interessanter Bericht mit einigen giftigen Zimmerpflanzen, bei denen man nicht gedacht hätte, dass sie für den Hund problematisch sein können. Bei Narzissen und Co muss man wohl vor allem sehr buddelfreudige junge Hunde im Auge haben – wenn da der „Fund“ auch noch angeknabbert wird, ist das sehr schnell gar nicht mehr lustig.

    Neulich habe ich noch gelesen, dass ca. 90% aller Vergiftungen von Hunden nicht unterwegs beim Gassigehen über Giftköder passieren, sondern im Haushalt. Ob für den Hund giftige Lebensmittel, nicht für den Hund geeignete Medikamente für Menschen (z. B. Ibuprofen!) oder wie hier die giftigen Zimmerpflanzen – es ist da einfach wichtig, diese Dinge zu wissen. Was Lebensmittel angeht, kann man sich ja z B. einen entsprechenden Zettel in den Küchenschrank kleben. Hätte ich einen Hund, der sich für andere Pflanzen als Gras interessiert, würde ich die Giftpflanzen sowieso aus Haus und Garten verbannen. Und den Hund einfach mal versuchsweise mit irgendeinem Medikament zu behandeln, verbietet sich bei gesundem Menschenverstand sowieso von selbst.

  10. Reply
    Anni 18. Dezember 2017 at 12:28

    Ich bin wirklich überrascht, welche Zimmerpflanzen giftig für Hunde sind. Gerade die üblichsten und schönsten. Zum Glück ist mein Hund kein Vegetarier. Bisher hat er sich nie an einer Zimmerpflanze vergriffen, obwohl im Wald nichts vor seinen Zähnen sicher ist. Und da gibt es sicher auch genug giftige Pflanzen.

    • Reply
      Runa 6. Januar 2018 at 15:05

      Giftige Zimmerpflanzen sind für uns kein großes Thema, da wir in der Wohnung ohnehin keine Pflanzen möchten (schon in Hinblick auf Schimmelbelastung und Co). Allerdings war ich erstaunt zu lesen, welche gängigen Gartenpflanzen giftig sind. Ist bei unserem Hund aber ebenso, dass er sich dafür nicht interessiert. Im Wald wiederum müssen wir ziemlich hinterher sein, da ist das kulinarische Interesse recht vielseitig – ob Kot anderer Tiere (wenn er sich nicht gleich darin wälzt), Mäuse oder Gras. Gerade Pferdekot ist da problematisch, weil ggf. noch enthaltene Rückstände von Wurmkuren nicht ohne sind und für manche Hunderassen tödlich.

  11. Reply
    Tobias M. 10. Februar 2018 at 18:55

    Für die genannten 10 für Hunde giftigen Zimmerpflanzen interessiert sich unser Hund zum Glück nicht, an Zimmerpflanzen ist er noch nie rangegangen. Auch im Garten wird höchstens Mal Gras geknabbert, wenn es lang genug ist.

  12. Reply
    Kathrina 25. Februar 2018 at 23:10

    Zu Hause vergreift sich mein Hund nicht an Grünzeug, da ist es egal, welche giftige Zimmerpflanzen für Hunde sind. Aber unterwegs knabbert er täglich irgendwelche Gräser. Ich hoffe, er weiß, was er tut. Gibt es auch eine liste mit giftigen Wildpflanzen?

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