Bierhefe für Hunde – Ein natürliches Heilmittel?

In der Geschichte hat Bierhefe eine sehr lange Tradition. Man kannte die heilende Wirkung von Hefeschlamm, aus dem bis heute die Bierhefe gewonnen wird, schon zu Zeiten des alten Ägyptens. Damals diente das Heilmittel vor allem der Behandlung von entzündeten Wunden und juckenden Hauterkrankungen.

Bis heute wird Bierhefe in der Human- und Tiermedizin eingesetzt, um Mangelerscheinungen auszugleichen oder aktiv gegen Magen-Darm-Beschwerden vorzugehen. Aber ist Bierhefe wirklich so gesund für Hunde? Wer sich mit der zusätzlichen Gabe von Bierhefe bei Hunden auseinandersetzt, sollte auch einen Blick auf die möglichen Nebenwirkungen werfen.

Hund auf der Wiese

Was steckt in der Bierhefe?

Eigentlich handelt es sich bei Bierhefe um ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Bier anfällt. Durch den Mix aus Wasser, Hopfen und Gerste und den natürlichen Gärungsprozess beginnen sich die mikrobisch kleinen Lebewesen in der Hefe zu vermehren. Dadurch entsteht eine Art schlammiger Masse, in der zahlreiche Nährstoffe und Vitamine enthalten sind, darunter unter anderem:

 

  • B-Vitamine:
    Da der Körper Vitamin B nicht selbst herstellen kann, ist die Zufuhr über die Nahrung unerlässlich. Bierhefe enthält dabei eine Vielzahl unterschiedlicher B-Vitamine, die sich positiv auf Haut und Fell des Hundes auswirken.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente:
    Vor allem Selen ist in Bierhefe in einem hohen Maß enthalten, aber auch Eisen und Niacin spielen hier eine wichtige Rolle, u. a. um den Alterungsprozess des Körpers zu entschleunigen und die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems zu stärken.
  • Antioxidantien:
    Antioxidantien sind essentiell für den Körper, um die regulären Abläufe des Organismus zu stärken. Bierhefe enthält eine Vielzahl unterschiedlichster Antioxidantien und gilt daher als wichtiger Nährstofflieferant.
  • Aminosäuren:
    Insgesamt 16 verschiedene Aminosäuren sind in Bierhefe enthalten, die für das Zell- und Muskelgewebe benötigt werden. Dadurch verbessert sich die Leistungsfähigkeit des Organismus und die Durchblutung wird angeregt.

 

Aber Achtung: Im Handel wird neben der Bierhefe auch sogenannter Hopfenextrakt angeboten. Es handelt sich dabei keineswegs um das gleiche Produkt. Während Bierhefe der besonders nährstoffreiche Schlamm ist, der sich bei der Bierherstellung bildet, handelt es sich bei Hopfenextrakt nur um einen Auszug aus dem Hopfen, der über deutlich weniger Nährstoffe verfügt.

Welpe am Strand

Wie wirkt Bierhefe bei Hunden?

Bierhefe hat aufgrund seiner besonders hohen Nährstoffzusammensetzung eine lindernde und beruhigende Wirkung auf den Körper und Organismus des Hundes. Als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht kann die Bierhefe von innen heraus gegen Magen-Darm-Beschwerden, Hautprobleme wie Juckreiz, Entzündungen oder Ausschlag, gegen stumpfes Fell und gegen Haarausfall eingesetzt werden. Durch seine ausgleichende Wirkung spielt Bierhefe auch bei der Behandlung von Leberproblemen eine große Rolle.

Im Internet und durch Erfahrungsberichte findet man immer wieder den Hinweis, dass Bierhefe auch bei der Vorbeugung gegen Zecken hilfreich sein soll. Zwar finden sich dazu bisher keine wissenschaftlichen Studien, allerdings könnte der natürliche Schutzschild der Haut, der durch Bierhefe gestärkt wird, hierfür verantwortlich sein.

 

Wogegen hilft Bierhefe bei Hunden? Wo kann sie unterstützen?

Durch die Vielzahl an Nährstoffen ist Bierhefe bei Hunden ein bewährtes Hausmittel, das gegen zahlreiche Beschwerden eingesetzt werden kann. Da man meist keine umgehende Linderung der Beschwerden feststellen kann, sollte Bierhefe über einen längeren Zeitraum unter das Hundefutter des Hundes gemischt werden. Zu den typischen Anwendungsgebieten zählen:

  • Magen-Darm-Probleme
  • Erkrankungen der Haut und des Fells
  • Leberprobleme
  • Diabetes
  • Zur Stärkung des Immunsystems
  • Zeckenabwehr

Bierhefe für Hunde erfreut sich so großer Beliebtheit, weil die Zusammensetzung der Nährstoffe eine ausgleichende und beruhigende Wirkung auf den gesamten Körper des Tieres hat. Bierhefe wird daher in der klassischen Nahrungsergänzung nicht nur bei akuten Beschwerden verwendet, sondern dient auch effektiv der Vorbeugung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen.

Corgi Hund mit gutem Fell

Wie sollte Bierhefe für den Hund dosiert werden?

Viele Menschen gehen davon aus, dass Bierhefe vom Hund immer gut vertragen wird, da es sich um ein reines Naturprodukt handelt. Allerdings kann auch Bierhefe überdosiert werden, was zusätzliche Anstrengung für den Organismus bedeutet und damit die heilenden Eigenschaften außer Kraft setzt. Daher ist es wichtig, auf eine abgestimmte Dosierung zu achten, die von Hund zu Hund variieren kann.

Wer dem Hund das erste Mal Bierhefe verabreichen möchte, sollte daher sehr niedrig dosieren – andernfalls können Nebenwirkungen wie Blähungen oder Bauchschmerzen die Folge sein. Die benötigte Dosis lässt sich im Laufe der Bierhefe Kur langsam anheben, sodass das Tier schonend an das Verabreichen der Bierhefe gewöhnt wird. Genaue Informationen zur Dosierung finden sich meist schon auf der Verpackung der Bierhefe. Dennoch möchten wir Ihnen natürlich eine grobe Orientierung mit an die Hand geben:

 

  • Hund bis 10 kg: 1 g Bierhefe pro Tag
  • Hund bis 25 kg: 1,5 g Bierhefe pro Tag
  • Hund bis 50 kg: 2 g Bierhefe pro Tag

 

Wenn die Umstände es erfordern, ist es auch durchaus möglich, für kurze Zeit über die gewöhnliche Dosis hinauszugehen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Hund akut unter einer Erkrankung leidet und zusätzliche Nährstoffe benötigt. Auch der Fellwechsel kann durch die zusätzliche Gabe von Bierhefe unterstützt werden: Neues Fell bildet sich schneller und die Haare werden kräftiger. Bei Unsicherheiten sollte man vor der Gabe von Bierhefe mit dem Tierarzt Rücksprache halten.

Schäferhund mit Fragendem Blick

Dauerhaft Bierhefe füttern oder als Kur verabreichen?

Ob man nur kurzzeitig als Kur über einige Wochen hinweg Bierhefe supplementiert oder dauerhaft auf die Nahrungsergänzung setzt, bleibt einem selbst überlassen. Die Wirkung von Bierhefe lässt im Laufe der Zeit nicht nach, sodass eine dauerhafte Gabe durchaus denkbar ist. Grundsätzlich sollte dies jedoch von einigen Faktoren abhängig gemacht werden.

Der generelle Gesundheitszustand des Tieres spielt dabei eine wichtige Rolle. Ist das Immunsystem ohnehin sehr anfällig, neigt das Tier zu Hauterkrankungen oder Magen-Darm Beschwerden oder leidet es dauerhaft unter Diabetes, so macht eine konstante Gabe von Bierhefe durchaus Sinn.

Auch das Futter sollte dabei eine Rolle spielen: In hochwertigen Futtersorten ist teilweise Bierhefe bereits enthalten, sodass eine Zusatzfütterung keinen Sinn macht. Bekommt das Tier dagegen vor allem minderwertige Futtersorten, kann Bierhefe dauerhaft zum Futter dazugegeben werden. Auch beim Barfen kann Bierhefe eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Nahrung sein.

 

Hat eine Überdosierung von Bierhefe beim Hund Folgen?

Grundsätzlich ist eine kurzzeitige Überdosis von Bierhefe beim Hund kein Grund zur Sorge. Die hohe Menge an Vitamin B wird vom Körper über den Urin natürlich ausgeschieden, sodass eine Überdosierung hier kaum möglich ist.

Anders sieht es dagegen bei Phosphor aus, welcher ebenfalls in der Bierhefe enthalten ist. Eine dauerhafte Überbelastung mit Phosphor führt zu einer starken Belastung von Leber und Nieren, sodass die Organe bei einer anhaltenden Überdosierung zu Schaden kommen könnten. Außerdem wirkt sich ein Übermaß an Phosphor negativ auf das Knochengerüst des Tieres aus, indem es die Knochendichte angreift.

Grundsätzlich gilt also: Eine kurzzeitige Überdosierung mit Bierhefe ist kein Problem, allerdings sollte dies nicht zu einem permanenten Zustand werden.

In welchen Formen ist Bierhefe erhältlich?

 

Folgende Bierhefe-Formen sind im Handel erhältlich:

  • Bierhefe Tabletten
  • Bierhefe Kapseln
  • Bierhefe Pulver
  • Bierhefe Flocken
  • Flüssige Bierhefe

Der Markt hält Bierhefe in unterschiedlichen Formen bereit, die dem Hund ganz einfach über das Futter oder in einem Leckerli verabreicht werden können. Am beliebtesten ist die Pulverform, beispielsweise das Anifit Bierhefe & Chlorella Pulver, da dieses einfach in das Futter gemischt werden kann.

Eine andere Variante der Bierhefe ist die Tablettenform, die ebenfalls ganz einfach unter das Trocken- oder Nassfutter gemischt werden kann. Da Bierhefe jedoch einen leichten Eigengeschmack hat, kann es vorkommen, dass Tiere das Futter verweigern, wenn Bierhefe untergemischt wurde oder die Tablette wieder ausspucken. In diesem Fall kann die Bierhefe Tablette ganz einfach in etwas Leberwurst versteckt und dem Hund so verabreicht werden.

Als Alternative bieten sich Bierhefe Kapseln  an. Hier profitiert man vor allem von einem starken Effekt für den Magen-Darm-Trakt, da sich die Kapsel meist erst im Verdauungsapparat des Tieres auflöst und die Wirkstoffe genau dort hingelangen, wo sie benötigt werden. Alternativ kann eine Kapsel auch geöffnet werden, um das Pulver über dem Nass- oder Trockenfutter des Tieres zu verstreuen. Natürlich ist diese Form der Verabreichung auch beim Barfen möglich.

Bierhefe ist auch als flüssige Variante erhältlich und damit wohl die natürlichste Form. In der ursprünglichen Form verfügt Bierhefe wohl über die reichste Vitamin- und Mineralstoffversorgung, allerdings hat flüssige Bierhefe einen sehr gewöhnungsbedürftigen Geschmack, der nicht von jedem Hund angenommen wird.

Flocken sind ebenfalls eine gute Alternative, wenn der Hund die Bierhefe nicht oder nur sehr zögerlich annimmt. Hier profitiert man vor allem von dem eher dezenten Geschmack, sodass der Hund das Beimischen von Bierhefe kaum schmecken wird. Vermischt mit etwas Nassfutter oder anderen Leckereien nehmen die meisten Hunde Bierhefe in Flocken-Form sehr gut an.

Collie auf der Wiese

Welche Bierhefe sollte man kaufen?

Auch bei der Bierhefe gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Wer wirklich hochwertige Bierhefe kaufen möchte, kann dies in Apotheken, Naturkostläden oder bestimmten Drogeriemärkten tun. Auch im Tierfachhandel stehen spezielle Präparate für Tiere zur Verfügung, die sich jedoch in puncto Wirkstoff nicht von den Humanpräparaten unterscheiden.

Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die gekaufte Bierhefe aus Deutschland stammt. Da die Bierherstellung hierzulande dem deutschen Reinheitsgebot unterliegt, kann man sich einer guten Qualität stets gewiss sein. Ob man dabei zur flüssigen Bierhefe, Bierhefe als Tabletten, Bierhefe in Kapseln oder Bierhefe als Flocken greift, ist vollkommen unerheblich – die Wirkung bleibt dieselbe.

 

Hat Bierhefe beim Hund Nebenwirkungen?

Zwar handelt es sich bei Bierhefe um ein rein natürliches Produkt, das vergleichsweise selten Nebenwirkungen aufweist, allerdings kann es dennoch dazu kommen. Zunächst einmal spielen die Allergien und Unverträglichkeiten des Tieres eine Rolle: Vereinzelt kann es vorkommen, dass Hunde auf Hefepilze oder andere Bestandteile der Bierhefe allergisch reagieren. Meist äußert sich dies durch Hautausschlag, Juckreiz oder Durchfall. In diesem Fall sollte die Bierhefe umgehend wieder abgesetzt werden, unter Umständen ist auch ein Besuch beim Tierarzt nötig.

Eine weitere Nebenwirkung, die insbesondere am Beginn einer Bierhefe Kur auftritt, sind Blähungen. Die Hefepilze werden vom Körper so verstoffwechselt, dass dabei Gase im Darm des Hundes entstehen können. Dies deutet jedoch nicht zwangsläufig auf eine Unverträglichkeit hin – oftmals muss sich der Körper des Tieres zunächst an die Bierhefe gewöhnen. Hier macht es Sinn, die Dosis etwas zu reduzieren, damit sich der Hund langsam an die Bierhefe gewöhnen kann. Wenn dies erreicht ist, kann die Bierhefe Dosis langsam wieder gesteigert werden, bis die empfohlene Tagesmenge erreicht wurde. Achten Sie auch darauf, ob im Futter des Hundes bereits Bierhefe enthalten ist!

Sofern der Hund unter einer Pilzinfektion leidet, kann diese durch die Gabe von Bierhefe verstärkt werden. Bierhefe ist im Grunde ein Hefepilz, der sich jedoch positiv auf den Körper auswirkt. Ist der Körper dagegen bereits durch einen schädlichen Pilz angegriffen, wird dieser durch die Bierhefe unter Umständen noch gestärkt.

Eine Besitzer berichten von häufigen Ohrenbeschwerden, die während einer Bierhefe Kur auftreten. Beim Hund kann sich dies in Form von Juckreiz, Entzündungen oder Pilzerkrankungen äußern. Wenn der Hund während einer Bierhefe Kur Anzeichen für eine Erkrankung der Ohren zeigt, sollte die Bierhefe vorsorglich abgesetzt werden und ein Gang zum Tierarzt erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Allergisch auf Hefepilze: Hautausschlag, Juckreiz oder Durchfall
  • Blähungen
  • Verträrkung von bereits vorhandenen Pilzinfektionen
  • Ohrbeschwerden

Fazit – Bierhefe kann für den Hund gesund sein, wenn man einige Punkte beachtet

Bierhefe ist nicht nur in der Humanmedizin ein bewährtes Hausmittel gegen Magenbeschwerden oder Hauterkrankungen, sondern konnte sich auch in der Tiermedizin durchsetzen. Das bei der Bierherstellung gewonnene Abfallprodukt kann, richtig dosiert und angewendet, einen sehr guten Einfluss auf das Immunsystem des Hundes nehmen und vielen Erkrankungen vorbeugen oder diese lindern. Dabei spielen jedoch die richtige Dosierung und die Qualität der Bierhefe eine große Rolle. Außerdem treten, wenn auch in seltenen Fällen, Allergien und Unverträglichkeiten gegen Bierhefe auf – auch in diesen Fällen sollte man von der zusätzlichen Verabreichung von Bierhefe absehen.

16 Comments
  1. Oh, das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Unser Hund braucht oft lange für den Fellwechsel, das wäre auf jeden Fall einen Versuch wert. Da er sehr gerne Kauknochen auf Kartoffel- und Hefebasis frisst, dürfte ihm Bierhefe im Hundefutter auch schmecken.

    • Bei Problemen mit dem Fellwechsel sind ansonsten auch z.B. Produkte mit Biotin, Kieselerde oder Hundehanf einen Versuch wert.

  2. Oh – ich habe gerade gelesen, dass mein Hund „riesig“ ist 🙂
    Bisher habe ich keine Bierhefe im Hundefutter gehabt, aber manchmal hab ich ihm gepresste Bierhefe Tabletten als Leckerli gegeben. Er war total verrückt danach. Sollte ich vielleicht wieder einführen. Mein Hund hat sich in letzter Zeit so furchtbar stark gehaart. Jeder der ihn streichelt, hat danach einen Mantel aus Hundewolle an. Vielleicht hilft das ja.

    • Ich kann da den Furminator sehr empfehlen. Man muss zwar vorsichtig damit umgehen, weil es manche Hunde sonst als unangenehm empfinden und es ziepen könnte, aber wenn wir unsere Hündin damit regelmäßig striegeln, landen wesentlich weniger Haare auf Boden, Möbeln oder Kleidung.

  3. Als Ergänzung ist Bierhefe im Hundefutter oft eine gute Sache, allerdings sollte man dabei im Blick haben, dass auch dagegen (bzw. gegen Hefe generell) eine Allergie bestehen kann. Bei Getreideallergikern sollte man auf Bierhefe lieber verzichten, da Bierhefe meist auf Gerstenbasis hergestelt wird. Generell finde ich es besser, solche „Extras“ separat und gegebenenfalls kurmäßig beizumischen, als sie permanent im Grundfutter zu haben (meist ohne im entferntesten zu wissen, wie viel dann tatsächlich davon in der Portion enthalten ist). Das mag manchmal lästig sein, ist vom Zeitaufwand aber meist absolut zu vernachlässigen.

    • Das sehe ich ähnlich – ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Bierhefe im Hundefutter bei bereits optimaler Grundfütterung und einem gesunden Hund nötig ist. Futter mit bereits beigemischter Bierhefe wäre jetzt nicht der Fall – ich bin der Meinung, dass Nahrungsergänzung auf jeden Fall individuell dosiert werden sollte. Außerdem sind werbewirksame Beimischungen von Zutat X nicht selten in einer Menge enthalten, die bei der angegebenen Futtermenge ohnehin keinen relevanten Nutzen erzielt.

  4. Sorry, ich lese eure Artikel echt gerne und habe schon gute Infos rausgezogen, aber die Schlussfolgerung „Naturprodukt, also daher vollautomatisch keine Risiken und Nebenwirkungen“ ist absoluter Unsinn! Eine Tollkirsche oder ein Fliegenpilz sind ja jetzt auch nicht einem Chemielabor entflohen. Oder, in Bezug auf den Hund, Rosinen, Kakao oder Macadamianüsse. Bierhefe im Hundefutter kann durchaus Nebenwirkungen haben, dann nämlich, wenn bei einem Hund eine Unverträglichkeit gegen Hefe vorliegt, was durchaus der Fall sein kann. Und auch die gerade in hochpreisigeren Futtermarken so gerne zugesetzten Kräuter(mischungen) sind durchaus ein Naturprodukt, aber noch lange nicht frei von Nebenwirkungen. Und demnach könnte man ja auch Getreide pur füttern – Naturprodukt, also keine Nebenwirkungen zu erwarten 😉

  5. Bierhefe im Hundefutter sehe ich auch eher skeptisch. Wer denkt, dass es für seinen Hund in der aktuellen Situation das richtige ist, warum nicht. Oft ist sie ja eher nützlich als schädlich, sofern keine Allergien oder Überempfindlichkeiten vorliegen. Fertig ins Hundefutter gemischt ist es für mich einfach nur nutzloses Marketing-Aufmotzen. Klingt gut, aber ist evtl. in einer Dosis enthalten, die nicht viel bringt, bzw. in der ggf. ohnehin nicht benötigten Dauerfütterung Potential für Allergieprobleme birgt.

  6. Ich habe Bierhefetabs für meine fünf Hunde gekauft und gebe jedem eine am Tag ins Futter.Das mache ich seit zirka 3 Monaten,meine Hunde hatten in der Zwischenzeit keine Zecken mehr.Ich bin total begeistert und erstaunt,hatte keine Ahnung daß es auch gegen Zecken hilft!

    • Wäre interessant zu wissen, woran das liegt. Habe mich erst gefragt, ob es vielleicht was mit dem hohen Vitamin-B-Gehalt zu tun hat. Allerdings nehmen sowohl mein Hund (Spondylose) als auch ich entsprechende Nahrungsergänzungsmittel, von daher wird es wohl an etwas anderem in der Bierhefe liegen. Dieses Jahr hat unsere Hündin sehr häufig Zecken, allerdings finden wir sie schon oft, bevor sie sich festbeißen.

  7. Bei uns ist Bierhefe auch im Hundefutter enthalten. Mittlerweile bin ich da eher skeptisch, da ich schon öfter von Hunden gehört habe, die Unverträglichkeiten dagegen haben. Unsere Hündin scheint das Futter aber gut zu vertragen, von daher will ich da aktuell nicht viel daran ändern.

  8. Reply
    Maria Breitschneider 7. Oktober 2018 at 10:57

    Ich wüsste jetzt nicht, warum „chemische“ (ihr meint wohl chemisch-synthetische) Nahrungsergänzungsmittel per se ungesund oder unbekömmlich sein sollten. Auch hier kommt es natürlich auf die Art und die richtige Zusammensetzung sowie Eignung für den bestimmten Zweck an. Nicht jeder Hund verträgt Bierhefe im Hundefutter, da ist es dann erst mal vorbei mit der Bekömmlichkeit.

    Unverträglichkeiten gegen Bierhefe hängen oft mit einer übermäßigen Pilzbesiedlung zusammen, beispielsweise durch Antibiotika oder Hormonstörungen. Das sollte dann natürlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden. Hunde, die bereits Rind oder Gluten nicht vertragen oder an Reizdarm leiden, vertragen häufig auch Bierhefe nicht. Ebenfalls kann bei Schimmelpilzallergikern eine Kreuzallergie gegen Hefen wie eben auch die Bierhefe vorliegen.

    Auch ganz toll: Abgesehen, dass die meist auf Gerstenbasis erfolgende Herstellung der Bierhefe gegebenenfalls schon problematisch sein kann (solche Präparate scheiden dann ohnehin für alle aus, die auf jegliches Getreide im Futter verzichten wollen oder müssen) – echt interessant, was man da so liest, wenn man auf das eine oder andere „100% natürliche“ Bierhefepräparat stößt: „enthält Gluten aus Weizen und Gerste, Sulphite, Schwefeldioxid“ – yay… Klingt zumindest für mich nicht sehr lecker und wünschenswert. Angesichts der bei diversen Hundefutterherstellern nicht sehr ausgeprägten exakten Deklarationsfreudigkeit will ich da dann gar nicht wissen, ob da dann auch so „bekömmliche“ Inhaltsstoffe wie Schwefeldioxid und Sulphite enthalten sind. In Tierfuttermitteln ist der Zusatz ja eigentlich nicht zugelassen, aber keine Ahnung, ob das auch für Zusätze bzw. bereits enthaltenes Schwefeldioxid in Bierhefe gilt.

    In Summe kommt es natürlich immer auf die Verträglichkeit für den einzelnen Hund an, es gibt ja durchaus viele, die Bierhefe gut vertragen und davon auch profitieren. Der Weisheit letzter Schluss für jeden Hund ist sie aber keinesfalls, von daher kann ich auch eure Schlussfolgerung bei „Risiken und Nebenwirkungen“ nicht nachvollziehen. Diese ist zum einen falsch (Naturprodukt, also automatisch alles supi), zum anderen absolut lückenhaft (mögliche Probleme, wie sie hier im Kommentar eben aufgeführt wurden).

  9. Bierhefe im Hundefutter ist sicher nicht schlecht für die meisten Hunde. Die Schäferhündin einer Nachbarin reagiert aber allergisch darauf.

  10. Bierhefe im Hundefutter ist für mich immer Ausschlusskriterium – ich will keine unnötigen Zusätze im Grundfutter, die Allergien auslösen könnten. Und wenn, dann gebe ich Bierhefe lieber separat, B-Vitamine sind schließlich hitzeempfindlich. Frage mich, ob das erst zum Schluss untergemischt oder aufgesprüht wird oder bereits dem Erhitzungsprozess ausgesetzt wird bei der Hundefutterherstellung.

  11. Hallo,
    Ich wollte unseren Hunden etwas gutes tun und habe 5kg Bierhefe bestellt. Dummerweise habe ich nicht richtig aufgepasst und versehentlich Bierhefe (BT), also mit Treber bestellt.
    Kann ich das unseren Hunden geben?
    Im Zweifelsfall sende ich es dann lieber zurück…

    Vielen Grüße
    Thomas

    • Reply
      Marianne Bertram 3. März 2020 at 18:36

      Treber ist jetzt kein generelles No Go für Hunde und ist auch in einigen für Hunde angebotenen Bierhefe-Produkten enthalten – es kommt aber natürlich auf den individuellen Einzelfall an. Falls bestimmte gesundheitliche Probleme (insbesondere z.B. Stoffwechselstörungen) vorliegen, würde ich es vor der Fütterung definitiv mit dem Tierarzt abklären und im Zweifelsfall weglassen.

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