Nahrungsmittel für eine gesunde Darmflora beim Hund

Auch Fleischfresser wie Hunde sind auf eine intakte Darmflora angewiesen. Bei empfindlichen Pflanzenfressern wie Pferden, Kaninchen, Meerschweinchen und vielen anderen weiß man es schon lange, wie wichtig die Darmflora für die Gesundheit ist. Ebenso setzt sich beim Menschen heute wieder die Erkenntnis durch, dass in erster Linie die Darmflora das Immunsystem in Ordnung hält und deshalb gepflegt werden sollte. Aber auch Ihr Hund als Fleischfresser mit einem eher kurzen Verdauungstrakt ist auf eine gesunde Darmflora angewiesen, um dauerhaft ein intaktes Immunsystem zu behalten und deshalb fit und vital zu bleiben. Und dafür können Sie über sein Futter einiges tun.

 

Auch Hundefertigfutter lässt sich aufwerten

Es muss gar nicht immer sein, dass Sie die komplette Ernährung Ihres Hundes umstellen, um seiner Darmflora etwas Gutes zu tun. Sie dürfen sein Lieblingsfresschen ruhig weiter füttern, vorausgesetzt Sie füttern Barf oder Nassfutter. Damit die Zusammensetzung der Darmbakterien in einem gesunden Gleichgewicht bleibt, genügt es vollkommen, dem Hundefutter einige gesunde Dinge hinzuzufügen. Was das ist und warum es Ihrem Hund für eine gesunde Darmflora hilft, erfahren Sie jetzt in der Folge.

Hunde lieben frischen Pansen

Auch wenn frischer Pansen für die Nase des Menschen zuweilen etwas merkwürdig riecht, lieben Hunde ihn. Das tun sie auch nicht ohne Grund, denn in frischem Pansen vom Rind sind viele gute Mikroorganismen wie beispielsweise Milchsäurebakterien enthalten, die dem Hundedarm guttun.

Auch Leinöl ist gut für Ihren Hund

Wie wichtig Omega-3-Fettsäuren für das Immunsystem sind, weiß die Wissenschaft erst seit einigen Jahren genau. Und diese Omega-3-Fettsäuren braucht natürlich auch Ihr Hund. In kalt gepresstem Leinöl sind reichlich davon enthalten. Es wirkt deshalb entzündungshemmend, wenn Sie regelmäßig etwas davon dem Hundefutter hinzufügen. Alternativ geht auch Fischöl.

So gesund sind Haferflocken

Auch mit Haferflocken im Hundefutter tun Sie etwas Gutes für Ihren vierbeinigen Liebling. Haferflocken sind nämlich auch für Hunde urgesund. Sie enthalten viele wichtige B-Vitamine, aber auch viele gesunde Ballaststoffe wie Oligofructose und Inulin, die der Darmflora Ihres Hundes guttun werden.

Es spricht übrigens nichts gegen ein gelegentliches Wurstbrot für den Hund

Wichtig ist dabei nur, dass er die Wurst auf einer Scheibe Vollkornbrot bekommt. Vollkorn ist nämlich auch wichtig für eine gesunde Darmflora des Hundes. Darin sind Dinge wie resistente Stärke und kurzkettige Fettsäuren enthalten, die die Darmflora Ihres Hundes braucht, um intakt zu bleiben.

Ab und zu Kartoffeln füttern, aber bitte abgekühlt

Auch Kartoffeln sind ein guter Lieferant für resistente Stärke, die die Darmflora Ihres Hundes braucht. Die bildet sich allerdings erst beim Abkühlen in den Kartoffeln. Da Hunde ohnehin selten gern etwas Heißes fressen, stellt das aber sicher kein Problem dar.

Ab und zu ein wenig Kefir ist auch wichtig

Kefir enthält viele gesunde Milchsäurebakterien und sollte deshalb auch ab und zu dem Hundefutter beigemischt werden, damit die Darmflora intakt bleibt. Achten Sie jedoch auf die Menge: Hunde sind häufig Laktoseintolerant und vertragen oftmals keine großen Mengen an Milchprodukten.

Drei Gemüsesorten, die viel Inulin enthalten

Inulin ist ein sehr gutes Präbiotikum für Ihren Hund. Es ernährt die guten Darmbakterien im Dickdarm des Hundes. Es gibt drei Gemüsesorten, die besonders viel Inulin enthalten. Das sind Chicorée, Topinambur und Pastinaken. Sie tun Ihrem Hund deshalb etwas sehr Gutes, wenn Sie diese Gemüsesorten öfter einmal unter die tägliche Nahrung mischen. Das Immunsystem Ihres Lieblings wird es Ihnen danken.

Nun fehlt nur noch fermentiertes Gemüse

Auch öfter einmal eine Portion fermentiertes Gemüse ist wichtig für die gesunde Darmflora Ihres Hundes. Im Prinzip lassen sich alle Gemüsesorten fermentieren. Das ist ein Vorgang, bei dem Gemüse durch Luftabschluss zum Gären gebracht wird. Es wird dann säuerlich durch die Bildung vieler gesunder Milchsäurebakterien, die auch der Darmflora Ihres Hundes gut tun.

Dazu brauchen Sie nur ein Gefäß, das Gemüse, etwas Wasser und etwas Salz. Das Gefäß muss nach dem Befüllen dann gut verschlossen werden und schon beginnt der Fermentiervorgang. Nach ungefähr 5 Tagen ist das fermentierte Gemüse für Ihren Hund fertig und kann unter sein Futter gemischt werden. So haben übrigens unsere Großmütter früher Gemüse haltbar gemacht, als es noch keine Gefrierschränke, Kühlschränke und dergleichen gab.

 

Viele Möglichkeiten eine gesunde Darmflora zu fördern

Es kann schnell passieren, dass die Darmflora einmal Schaden nimmt, zum Beispiel wenn aufgrund einer Krankheit Ihres Hundes längere Zeit Medikamente eingenommen werden mussten, chemische Wurmkuren, Impfungen oder er etwas Falsches gefressen hat, das ihm nicht bekommen ist. Dieses Problem kann aber schnell behoben werden. Sowohl frisches Fleisch als auch das Fertigfutter Ihres Hundes lassen sich durch die oben genannten gesunden Beigaben für die Darmflora und das Immunsystem Ihres Hundes ganz leicht aufbessern. Im Nu wird er sich wieder besser fühlen und genauso fit und vital sein wie vorher. Auch wenn Ihr Liebling nicht krank war, sind diese Tipps für Ihren Hund ein guter Ratschlag, damit er auch weiterhin gesund bleibt.

4 Comments
  1. Reply
    Astrid 29. Mai 2018 at 18:19

    Eine ordentliche gute Information für das Wohl eines Hundes. Danke !

  2. Reply
    Rita 30. Mai 2018 at 22:18

    Interessante Anregung, um die Darmflora gesund zu halten, bei einigen der vorgestellten Nahrungsmitteln bin ich aber eher skeptisch. Zum einen glaube ich nicht, dass man die Darmflora extra „pimpen“ muss, sofern der Hund bisher artgerecht gefüttert wurde mit hier und da etwas Pansen und Co. Beim Menschen ja auch oft ein zweischneidiges Schwert, ob man mit diesen und jenen Kulturen nicht entweder eher dem Hersteller nützt (weil es ohnehin schon im Magen zerstört wird) oder aber die eigenen Bakterienkulturen, die vielleicht nur mal kurz aus dem Tritt gekommen sind, durch fremde Kulturen beeinträchtigt. Sehr interessant finde ich vor allem den Hinweis, dass Kartoffeln erst abkühlen müssen, um diese Art von Stärke zu enthalten. Warum wie so oft hier das Leinöl in den Vordergrund gestellt wird, erschließt sich mir nicht ganz. Wenn man nicht gerade Pflanzenfresser ist, dürfte hochwertiges Fischöl etc. doch besser verwertbar sein.

    Na ja, und Vollkornbrot? Bei Mensch wie Hund je nach Verarbeitung doch auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Entweder sollte es sehr fein vermahlen sein (Stichwort Graham Brot) oder zumindest aus angekeimten Getreide bestehen bzw. eine lange Teigführung gehabt haben (Stichwort Essener Brot), da der gesundheitliche Nutzen sonst eher zweifelhaft ist – beim Hund wohl noch mehr als beim Menschen. Vor allem grobe, ungekeimte Körner dürften beim Hund eher wenig bringen. Außerdem würde ich bei Vollkorn auf Bioqualität achten.

    Das Gemüse für den Hund würde ich aber auf jeden Fall gut aufbereiten (dämpfen und ggf. pürieren), da es sonst oft eher belastet als nützt. Das mit dem Fermentieren von Gemüse muss ich unbedingt mal ausprobieren, bin gespannt, wie das schmeckt 😉 Und wäre ja auch eine super Anregung, um übrig gebliebenes Gemüse vor dem Verderben zu retten.

    • Reply
      Britta 5. Juni 2018 at 7:24

      Nach einer chemischen Wurmkur etc. kann das bestimmt gut helfen die Darmflora wieder aufzubauen, oder zumindest schneller wieder aufzubauen. Ob nun hochwertiges Futter gefüttert wird oder nicht, nach sowas wie Wurmkuren, Impfungen oder Antibiotika ist die gute Darmflora hinüber.

      • Reply
        Christian F. 16. Juli 2018 at 17:16

        Inwiefern wirken sich denn Impfungen auf eine gesunde Darmflora aus? Was Wurmkuren angeht – da sind wir mittlerweile dazu übergegangen, einfach regelmäßig erst mal testen zu lassen, statt prophylaktisch etwas zu bekämpfen, was vielleicht gar nicht da ist.

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