Hund frisst nicht – was tun?

Verweigert der Hund das Futter, kann dies verschiedene Ursachen haben. Legt er hin und wieder einen Fastentag ein, sollte dies für den Besitzer kein Grund zur Sorge sein. Doch ein längerer Hungerstreik ist gefährlich. Dem Organismus fehlen lebenswichtige Nährstoffe. Der Vierbeiner verliert an Kraft und Agilität. Zusätzlich können aufgrund des Nährstoffmangels diverse Krankheiten auftreten, die teilweise kaum behandelbar sind. Daher ist es wichtig, den Grund für den Nahrungsverzicht herauszufinden und ihn zu beseitigen.

Was tun wenn der Hund nicht fressen willInnere und äußere Einflüsse abgleichen

Für die Verweigerung des Futters durch den Hund können innere und äußere Einflüsse verantwortlich sein. Manchmal handelt es sich um solche, die sich durch einfaches Eingreifen auch vom Laien schnell beheben lassen. Es kann aber auch sein, dass der Hund krank ist und die Ablehnung der Nahrung eine Folge auf die Erkrankung ist. In diesem Fall muss der Fachmann zu Rate gezogen werden.

Bei Hitze nicht zu viel füttern

Wird der Hund im Hochsommer hohen Temperaturen ausgesetzt, fühlt er sich schlapp. Der Grund dafür ist der strapazierte Kreislauf. Er muss sich ordentlich anstrengen, um das Blut durch die geweiteten Gefäße zu pumpen. Zusätzliche Kraft für die Verdauung aufzuwenden, fällt ihm schwer. Das Tier mag weder herumlaufen noch richtig fressen. Am liebsten liegt es im Schatten und schläft. Diese Reaktionen auf die Witterung sind völlig normal.

Bei einigen Besitzern besteht die Möglichkeit, das Tier am späten Vormittag ins Haus zu holen. Dort kann es sich auf den kühlen Bodenfliesen erholen. Die Spaziergänge werden auf den frühen Morgen und den späten Abend verschoben. Das Hundefutter teilt man in mehrere Portionen auf. Dann ist es für den Organismus leichter verdaulich. Aufgrund der gemäßigten Bewegung während dieser Phasen kann die Futtermenge etwas reduziert werden.

Welpen beim Fressen nicht ablenken

Jüngere Hunde lassen sich beim Fressen häufig ablenken. Das gilt insbesondere für solche, die gerade erst bei ihrem Besitzer eingezogen sind. Der Welpe findet zwischendurch hier einen Ball und dort ein Stöckchen. Es dauert ewig, bis der Napf geleert ist. Die Unruhe beim Fressen schadet seinem empfindlichen Magen. Besser ist es, den Hund an einem ruhigen Ort zu füttern und ihn ungestört fressen zu lassen.

Die Futtersorte schmeckt nicht

Auch Hunde besitzen Vorlieben beim Fressen. Die einen stehen auf das Nassfutter einer bestimmten Marke, die anderen ziehen gebarfte Nahrung vor. Viele Hunde fressen ihr Leben lang ausschließlich Trockenfutter und kommen gut damit zurecht. Ob der Hund zu bestimmten Lieblingsmarken und -sorten tendiert, hängt oft weniger mit deren Inhaltsstoffen als mit der Zeremonie der Verabreichung zusammen.

Animiert der Besitzer seinen Hund übermäßig, ein besonderes Hundefutter zu fressen oder lässt er ihn unter verschiedenen Futtersorten selbst wählen, muss er sich über seinen Suppenkasper nicht wundern. Die übertriebene Aufmerksamkeit wirkt sich negativ auf die Psyche des Hundes aus. Er dominiert seinen Besitzer bald und wird ihn immer wieder „beauftragen“, ein neues Hundefutter heran zu schaffen. Mag der Vierbeiner hingegen nur eine bestimmte Futtersorte nicht fressen, lässt man sie künftig einfach weg.

Futter niemals zu warm oder zu kalt anbieten

Gefrostetes Futter muss vollständig aufgetaut und auf Zimmertemperatur erwärmt sein, bevor es dem Hund angeboten wird. Wer das Trockenfutter in Wasser einweicht, darf dieses niemals heiß servieren. Einige Hunde stören sich an den extremen Temperaturen nicht. Fressen sie das Hundefutter, können sie Erfrierungen beziehungsweise Verbrühungen an den Schleimhäuten erleiden. Andere lehnen die Futteraufnahme so lange ab, bis das Futter eine verträgliche Temperatur angenommen hat.

Krankheit als Grund für das fehlende FressverhaltenZahnprobleme führen zur Futterverweigerung

Nicht selten jedoch sind gesundheitliche Probleme die Ursache für die Futterverweigerung. Insbesondere Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sind sehr schmerzhaft. Der Hund mag nicht mehr zubeißen, verschiedene Futterzusätze reizen das Zahnfleisch zusätzlich. Um derartige Probleme abzuklären, muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden. Er wird die entsprechenden Therapien einleiten. Möglichst sollten Zahn- und Zahnfleischerkrankungen jedoch gar nicht erst entstehen. Viel kann der Hundebesitzer selbst dazu beitragen. Eine sorgsame Hundefutterauswahl zählt dazu ebenso wie die regelmäßige Pflege der Hundezähne.

Leichte Magenverstimmung durch Aufnahme von Unbekömmlichem möglich

Beim Spaziergang finden Hunde häufig Unbekömmliches, das sie aufgrund des für sie angenehmen Dufts in sich hineinschlingen. Dies können Aas, Kot oder anderweitig nicht als Nahrung geeignete Bestandteile sein. In der Folge kann eine Magenverstimmung auftreten, die meist von selbst wieder vergeht. Der Hund lehnt das Futter kurzfristig ab, um den Verdauungstrakt zu entlasten.

Stärkere Beschwerden des Verdauungstrakts nicht unterschätzen

Bessert sich die scheinbare Magenverstimmung innerhalb der nächsten 2 Tage nicht, muss an eine ernsthafte Erkrankung gedacht werden. Eventuell liegt eine Vergiftung vor. Oder es können eine chronische Magen-Darm-Erkrankung, eine Bauchspeicheldrüsen- oder Lebererkrankung beziehungsweise ein Tumor ursächlich sein. Auf jeden Fall muss ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Er wird die Ursache diagnostizieren und die Behandlung einleiten. Möglicherweise muss künftig auf ein Diätfutter oder getreidefreies Hundefutter umgestiegen werden.

Auch andere Erkrankungen sowie Verletzungen als Grund für Futterverweigerung möglich

Hat sich der Hund bei einem Unfall, beim Spiel mit Artgenossen oder beim Spaziergang verletzt, verspürt er Schmerzen, die ihn vom Fressen abhalten. Auch anderweitige Beschwerden, beispielsweise eine Arthrose sind mit starken Schmerzen verbunden. Es fällt dem Hund schwer, sich am Napf richtig hinzustellen. In letzterem Fall kann der Hundebesitzer helfend eingreifen, indem er den Hund nicht auf glatten Untergründen stehen lässt, um die Gelenke zu entlasten. Ebenso kann der Futternapf etwas höher gestellt werden, damit sich der Hund beim Fressen weniger nach unten neigen muss.

16 Comments
  1. Wir hatten schon mal den Fall, unser Hund frisst nicht und hat Verstopfung. Alles natürlich am Wochenende. Wir sind dann lieber doch in die Tierklinik gefahren, und es war nichts allzu schlimmes. Aber gerade bei einem guten Fresser kann es auch Gründe haben, wo schnell gehandelt werden muss, und man am Ende nichts mehr machen kann, wenn man zu lange wartet und es doch etwas Schlimmes war. Da fahre ich lieber einmal zu oft – und sicher muss man dann immer Geld hinlegen, aber wenn es nichts Größeres ist, ist es nicht allzu viel. Wenn dann doch eine OP nötig wird, weil man zu lange gewartet hat und der Hund zum Beispiel unbemerkt einen Fremdkörper geschluckt hat, der nicht mehr raus will, wird es richtig teuer. Da kann man dann froh sein, wenn man eine OP-Versicherung hat. Und dem Hund zuliebe sollte man es natürlich auch nicht darauf anlegen, die Versicherung in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist auch, dass viele Hunde sich nicht allzu sehr bemerkbar machen, wenn es ihnen wirklich schlecht geht – also lieber einmal zu oft zum Tierarzt als einmal zu lange gewartet. Zumindest wenn der Hund insgesamt einen ungewöhnlichen Eindruck macht, würde ich gleich hin, statt zwei Tage zuzuwarten. Wenn er gut drauf ist, ist das ja zu vertreten. Aber manchmal ist es auch das erste Anzeichen eines Fremdkörpers oder einer Vergiftung, wenn der Hund nichts fressen will und insgesamt nicht so fröhlich wirkt wie sonst. Unser Hund hatte manchmal auch Probleme, die der Tierarzt mit einer Spritze Buscopan schnell beheben konnte – wenn wir da nicht bei den ersten Anzeichen zum Tierarzt sind, entstanden schnell arge Schmerzen.

  2. Der Hund frisst nicht – was tun? Ich denke das ist ein ganz klarer Fall für den Tierarzt. Vor allem, wenn der Hund sein Futter vorher nicht abgelehnt hat und plötzlich die Nahrung verweigert, kann sich dahinter eine sehr ernsthafte Erkrankung verbergen, an der man nicht selbst herumdoktern sollte. Ein Hund frisst nicht, trinkt viel und leidet an Durchfall oder Erbrechen, wenn seine Nieren erkrankt sind und dann darf man keine Zeit verlieren.

  3. Wenn unser Hund nicht frisst, ist das immer ein klares Anzeichen dafür, dass etwas im Busch ist. Je nach Hund finde ich deshalb den Hinweis „kein Grund zur Sorge“ etwas gefährlich. Sehr viele Hunde würden niemals freiwillig einen Fastentag einlegen. Wenn nicht gerade ein sehr nachvollziehbarer Grund vorliegt warum der Hund nicht frisst und dieser nicht ansonsten einen total guten Eindruck macht, würde ich daher auf jeden Fall zum Tierarzt. Sowas kann auch das erste Symptom für schmerzhafte Erkrankungen oder gar Vergiftungen sein, und in diesem Fall sollte man sich nicht zu viel Zeit lassen. Lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig.

  4. An dieser Stelle finde ich es sehr wichtig, dass der Hund daran gewöhnt ist, dass man ihm öfter mal ins Maul schaut. Viele Hunde kennen das nicht und reagieren dann gleich mit zugepresstem Maul, der Besitzer wird am Ende noch sauer, und schon wird es beim nächsten Mal noch mühsamer… Und dann wundert man sich, wenn der Hund nicht frisst, wenn er vielleicht einfach eine schmerzhafte Entzündung oder Verletzung am Zahnfleisch hat.

  5. Dass unser Hund nicht frisst, ist bisher genau einmal vorgekommen, und da hat sich der Tierarztbesuch auch gelohnt. Wenn ein verfressener Hund plötzlich das Futter verweigert, ist das immer ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt.

  6. Wenn der Hund nicht frisst und das keine offensichtlichen, leicht abzustellenden Ursachen hat, sollte man ihn definitiv im Zweifelsfall lieber dem Tierarzt vorstellen. Das kann auch mal ein Anzeichen für ernstzunehmende Krankheiten etc. sein, und da zählt häufig die Zeit.

  7. Der Hund frisst nicht? Gibt es bei uns nicht 🙂 Wenn doch, würde ich je nach weiteren Umständen schnell zum Tierarzt, denn für unseren Hund wäre das dann schon sehr ungewöhnlich.

  8. Guter Überblick über die Gründe, warum ein Hund nicht frisst. Wobei es ja Hunde gibt, die fast schon so mäkelig wie gewisse Katzen sind…

  9. Unsere Hündin frisst zwar nicht jedes Futter, aber insgesamt eigentlich fast alles, was fressbar ist, und bisher hat sie äußerst selten das Futter verweigert – immer mit gutem Grund, wir zögern da dann auch nicht lange mit dem Tierarztbesuch.

  10. Reply
    Christine Obermeier 16. September 2018 at 22:53

    Unser Hund frisst nicht jedes Futter, aber ist ansonsten doch eher so Marke Staubsauger. Von daher immer ein Warnzeichen, wenn er mal nicht frisst.

  11. Das Hundefutter nicht zu warm oder zu kalt anzubieten ist ein sehr wichtiger Punkt – ich glaube,unsere Hündin würde alles halbwegs Fressbare zwischen gefroren und kochend heiß verschlingen. Dass sie mal nicht frisst, kommt praktisch nie vor.

  12. Dass unser Hund nicht fressen mag hat es bisher noch nicht gegeben. Da würde ich dann definitiv lieber beim Tierarzt auf Nummer sicher gehen.

  13. Das mit den glatten Untergründen verstehe ich immer wieder nicht – ich kenne so viele, die sich Wunder was auf ihre tolle Hundehaltung einbilden, aber sehr glatte Böden haben, wo die Hunde bei jeder Gelegenheit am Rutschen sind. Viel Spaß beim nächsten Kreuzbandriss sag ich nur.

  14. Dass unser Hund nicht frisst kommt immer wieder mal vor, er ist aber auch sehr wählerisch.

  15. Ganz ehrlich, bei einer eventuellen Vergiftung würde ich nicht 2 Tage lang zuwarten, da ist es dann oft bereits zu spät. Wenn man den Hund gut einschätzen kann und es bekannte Symptome sind, von mir aus, aber bei einem neuen Hund oder dem Auftreten von entsprechenden weiteren Symptomen, die auch auf eine Vergiftung hinweisen können, würde ich den Tierarzt immer zügig aufsuchen, wenn der Hund nicht frisst. Bei bekannten Symptomen kann der zeitnahe Praxisbesuch durchaus auch sinnvoll sein, unsere Hündin hat da beispielsweise öfter mal Beschwerden, wo eine Buscopan-Spritze hilfreich ist.

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