8 Mythen der Hunde Ernährung

Beim Thema Ernährung sieht es bei den Vierbeinern nicht anders als bei den Menschen aus: Es herrscht Verwirrung dazu, was nun gesund ist und was an der Ernährungsweise schädlich ist. Oftmals beeinflusst das Marketing der Lebensmittelhersteller unsere Sichtweise darauf, was für den Hund gesund ist. Manchmal sind es auch einfach nur hartnäckige Fehlvorstellungen. Wir klären Sie über einige dieser Mythen auf.

Viele verwirrende Mythen

Hunde ernähren: Was stimmt & was nicht?

Mythos 1: Trockenfutter ist gut gegen Zahnstein

Dass Trockenfutter gegen Zahnstein wirkt, weiß doch jeder, oder? Schließlich steht es auf etlichen Verpackungen von Hundefutter und die Werbung sagt es auch. Jedoch ist daran nichts Wahres dran, es ist einfach nur ein Teil der Marketing-Strategie, den Kauf des Trockenfutters dem Hundebesitzer schmackhaft zu machen, indem es angeblich auch der Zahngesundheit des Hundes hilft.

Das harte Trockenfutter soll beim Essen dem Zahnstein vorbeugen, indem die Zähne sich daran reiben und die Auflagerungen dadurch entfernt werden. Also bekommt der Hund nicht nur was Feines zum Fressen, sondern tut auch seinen Zähnen einen Gefallen. Nur zerbröselt das Trockenfutter viel zu schnell, als dass es diesen Effekt haben könnte. Oder der Hund schluckt die Kroketten ganz herunter. Die Zähne eines Hundes sind so geformt, dass die Trockennahrung kaum an die unteren Teile der Zähne herankommen könnte.

In der Natur gibt es kein Trockenfutter. Der Vorfahr des Hundes, der Wolf, kommt auch ohne Trockenfutter ganz gut zurecht. Zahnstein ist eher als eine „Zivilisationskrankheit“ des Hundes zu betrachten und hat mit seiner natürlichen Ernährung nichts zu tun. Im Gegenteil, trockenes Hundefutter kann der Gesundheit des Hundes eher abträglich sein.

So muss der Hund beim Essen von Trockenfutter zusätzliche Flüssigkeit zu sich nehmen, was zu Nierenproblemen führen kann. Außerdem können die zerbröselten Einzelteile auch zwischen den Zähnen feststecken und dort das Wachstum der Bakterien befördern. Das Ergebnis ist Mundgeruch und Bakterienbefall.

Mythos 2: Hunde brauchen nur Fleisch

Ähnlich wie der Mensch benötigt ein Hund unterschiedliche Nährstoffe und somit eine ausgewogene Ernährung. Fleisch ist für den Hund besonders wichtig, da er hier wertvolle Eiweiße, Fette und verschiedene Vitalstoffe erhält. Das ist aber noch nicht alles, was er braucht. Bei einer reinen Fleischernährung würden ihm andere wichtige Nahrungskomponenten fehlen. So gehören Knochen und Eier, Innereien, Gemüse, Obst und andere Kohlenhydrate gelegentlich in den Futternapf. Durch die pflanzliche Nahrung erhält der Hund viele Vitamine und Kohlenhydrate, die Knochen spendieren viel Calcium und die Innereien Folsäure.

Das sollte nicht verwundern, denn als Nachfahre des Wolfes handelt es sich beim Hund nicht um einen reinen Karnivoren. Der Wolf ist ein Beutetierfresser und dieser verzehrt nicht nur das Fleisch seiner Beute, sondern auch dessen Inneren, den Inhalt von Magen und Darm, Knochen und das Blut. Ab und zu gehören auch Früchte oder Eier zur Nahrung des Wolfes oder es wird auch mal ein Käfer geschluckt und an einer Wurzel genagt. Bislang hat sich der Hund nicht so weit vom Wolf entfernt, dass eine reine Fleischernährung seinem natürlichen Speiseplan entspricht.

Wölfe beim fressen

Mythos 3: Der Hund sollte Futter immer zur Verfügung haben

Hunde sind ganz anders satt als Menschen und das auch nur selten. Der Mensch verfügt über zwei unterschiedliche Rezeptoren, die ermitteln, wann wir uns satt zu fühlen haben. Einmal im Magen, hier ermessen die Rezeptoren, wie viel noch in ihn hineinpasst. Und dann wäre da noch das Gehirn, welches die Nährstoffe im Blut misst.

Beim Hund sieht es anders aus, hier befinden sich keine Rezeptoren im Magen. Der Hund kennt also kein Völlegefühl im Bauch, sondern wird immer mehr fressen, solange noch etwas da ist. Er hört erst auf, wenn genügend Nährstoffe in seinem Blut angekommen sind. Ihm immer volumenreiches Futter wie Obst, Gemüse und Trockenfutter zur Verfügung zu stellen, ist daher ein großer Fehler, denn er wird möglicherweise weit über seine Grenze hinaus weiter fressen.

Der Hund mag irgendwann vielleicht aufhören, weil er feststellt, dass nichts mehr in den Magen passt, er wird trotzdem noch immer versuchen, kleine Bissen zu sich zu nehmen. Denn sein Gehirn hat ihm noch nicht signalisiert, dass genügend Nährstoffe angekommen sind.

Mythos 4: Es sollte einen Fastentag in der Woche geben

Ein hartnäckiger Mythos, der auf zwei Ideen fußt: Wölfe würden auch nicht jeden Tag fressen und das Fasten reinigt den Darm. Zum Letzteren lässt sich sagen, dass das Fasten möglicherweise bei einem Magendarminfekt Sinn macht. Und wenn es auch wirklich von einem Tierarzt vorgeschrieben wurde.

Im Normalfall reinigt das Fasten den Darm gar nicht, im Gegenteil kann das Fasten sogar schädlich für das Tier sein. Denn Hunde haben sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt, regelmäßig Essen zu bekommen. Das tägliche Füttern ausfallen zu lassen kann da eher zu Stress beim Hund führen, vor allem wenn das Fasten unregelmäßig angewandt wird.

Das führt uns auch zum anderen Argument, dass Wölfe nämlich auch nicht jeden Tag fressen. Sie würden jedoch, wenn sie könnten. Außerdem hat, wie schon gesagt, sich der Hund daran gewöhnt, täglich Essen zu bekommen. Solange der Hund sich nicht jeden Tag den Magen vollschlägt, ist es nicht nötig, dass er fastet.

Fastentage sind nicht nötig

Mythos 5: Trockenfutter enthält alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine

Wieder ist es die Werbung, die uns weismachen will, dass im Trockenfutter alle für den Hund wichtigen Mineralstoffe und Vitamine enthalten sind. Oftmals ist das nichts weiter als ein Slogan, der nur der halben Wahrheit entspricht. Zwar enthält die Tiernahrung oftmals Vitamine und Nährstoffe, aber es handelt sich lediglich um künstlichen Ersatz. Und diese kann der Körper des Hundes zumeist gar nicht richtig aufnehmen. Diese synthetischen Stoffe können sogar schädlich für den Körper des Hundes werden, wenn sie in zu hoher Dosis aufgenommen werden. Eine natürliche Ernährung ist noch immer das Beste für den Hund.

Das Problem liegt darin, dass die natürlichen Nährstoffe beim Herstellungsprozess verloren gehen. Somit werden künstliche Nährstoffe auf die Trockenkroketten „aufgesprüht“ um den Hund ausreichend zu versorgen.

Mythos 6: Knochen sind gefährlich für Hunde

Oft wird davor gewarnt, Hunde mit Knochen zu füttern. Am besten sollte gleich darauf verzichtet werden, schlagen manche vor. Schließlich können Knochen zu Verdauungsproblemen, Darmverschluss, Magendrehung und gar zur Erstickung führen. Außerdem können die Knochensplitter den Rachen, die Speiseröhre und den Magen verletzen. Doch das geschieht nur, wenn Sie dem Tier die falschen Knochen geben.

So stellen Knochen nur dann ein Verletzungsrisiko dar, wenn sie gekocht sind. Immer wieder wird vor Hühnerknochen gewarnt, dabei gibt es noch viele Alternativen. So kann man dem Hund getrost Lammrippen, Ochsenschwanz, Beinscheiben oder Kalbsbrust vorlegen. Selbst die Hühnerknochen sollten keine Gefahr darstellen, solange sie nicht zu weich sind. Das Erhitzen macht die Knochen erst porös und sorgt dafür, dass sie leicht splittern könnten. Gekochte, gebratene oder gegrillte Knochen sind erst in der Lage, richtig zu splittern.

Bei unbehandelten Knochen besteht diese Gefahr zumeist nicht. Weiterhin sollte, wenn möglich, auf das Alter des Tieres geachtet werden, von dem der Knochen stammt. Bei älteren Tieren mineralisiert der Knochen und wird dadurch poröser. Die Knochen von Jungtieren sind dagegen elastisch und weich, weshalb sich gerade Lamm- und Kalbsknochen für Hunde eignen, die sich erst noch an härtere Knochen gewöhnen müssen. Von Röhrenknochen ist allgemein abzuraten, denn diese sind hohl und splittern häufiger als andere.

Knochen sind wichtig für die Ernährung der Hunde, denn sie enthalten viel Calcium und dienen als Snack. Gleichzeitig reinigen sie die Hundezähne und stärken die Kaumuskulatur. Für eine ausgewogene, natürliche Ernährung sollte auf sie nicht verzichtet werden.

Tierarzt verkauft meistens Futter mit nicht transparenter Deklaration

Mythos 7: Tierarzt verkauft hochwertiges Hundefutter

In Tierarztpraxen findet sich häufig Hundefutter, das zu hohen Preisen angeboten wird und dabei auch viel verspricht. So sollen diese voll von Nährstoffen und überaus zuträglich der Hundegesundheit sein. Oftmals vermarkten sich diese als Futter aller erster Klasse. Jedoch lohnt sich ein Blick auf die Zutaten. Das Hundefutter in den Arztpraxen enthält meist mehr Eiweiße aus Getreide als normales Hundefutter. Oder die Eiweiße stammen von Getreidenebenprodukten wie Maisglutenmehl, Reis, Weizen oder Bierhefe.

Natürliches Fleisch sucht man hier vergeblich. Das Hundefutter kann auch aus Geflügelnebenprodukten bestehen, aus Resten von Füßen und Schnäbeln, welche eigentlich unverdaulich sind, oder unterentwickelte Eier und Reste vom Darm. Letztlich handelt es sich hierbei um minderwertige Eiweißquellen, künstlich aus den Resten der Lebensmittelindustrie zusammen gepanscht.

Der hohe Preis rechtfertigt sich nicht, doch so mancher Hundebesitzer fällt darauf herein, denn schließlich kauft er das Hundefutter ja direkt beim Arzt. Also muss es gut sein, oder? Besser ist es, genauer auf die Zutaten zu achten als blind darauf zu vertrauen, wo man seine Tiernahrung kauft. Für den eigenen Hund sollte das Eiweiß zumeist aus einer tierischen Quelle stammen.

Mythos 8: Viel Protein in der Ernährung belastet die Nieren

Das stimmt nur teilweise. Ein hoher Anteil pflanzlicher Proteine kann in der Tat die Organe des Hundes schädigen. Dieses Argument wird jedoch von Hundefutterherstellern vorgebracht, welche verschweigen, dass es sich dabei um pflanzliche Proteine handelt. Viele Hundefutterhersteller versetzen ihre Nahrung mit pflanzlichen Proteinen schlechter Qualität, welche tatsächlich ungesund für den Hund sein können.

Der Hund hat nämlich Schwierigkeiten, diese Proteinquellen richtig zu verdauen. So hoch der Proteingehalt der Nahrung auch ist, der Hund hat nichts davon. Eine erhöhte Menge an Pflanzenproteinen kann sogar eine Belastung für den Hund darstellen. Die Organe müssen erst richtig arbeiten, um die unverdaulichen Stoffe aus dem Körper zu scheiden.

Bei tierischen Proteinen sieht das ganz anders aus, diese sind überaus wichtig für die Ernährung des Hundes. Ein Blick auf die Zutaten lohnt sich: Ein hoher Proteingehalt aus Soja oder Mais ist zu vermeiden, werden in den Zutaten jedoch tierische Proteine wie Rind oder Huhn genannt, ist das die ideale Nahrung für den Vierbeiner.

Sarah Strahberger

Sarah Strahberger ist Hundetrainerin und zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde. Bereits während ihrer Kindheit, entwickelte sie eine große Leidenschaft für Tiere. Aber vor allem Hunde hatten es ihr angetan. Sie entschloss sich, eine Ausbildung als tiermedizinische Fachangestellt zu absolvieren und arbeitete viele Jahre in diesem Beruf. Zu Beginn des Jahres 2009 erkrankten ihre Hund Billy und Bobby. Aufgrund des minderwertigen Futters, dass Sarah damals fütterte, sind beide Hunde nicht alt geworden. Sie begann, sich intensiv mit der Zusammensetzung von Hundefutter auseinanderzusetzen und entschloss sich, eine Weiterbildung als Ernährungsberaterin für Hunde zu absolvieren. Seit 2015 schreibt Sarah als Fachjournalistin für Hundefutter Tests hochwertige Artikel und nimmt verschiedene Hundefutter und deren Sorten unter die Lupe. Als Ernährungsberaterin für Hunde empfindet sie es als ihre Mission über die verschiedenen Hundefutter Deklarationen aufzuklären. Sie möchte Hundebesitzer informieren und sensibilisieren, die Deklaration von Hundefutter aufmerksam zu lesen. Denn Sarah weiß: Das richtige Hundefutter rettet womöglich das Leben Ihres Hundes!

Hundefutter Tests 2022
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