Selbsthilfe bei zu dicken Hunden

Ein schlanker Hund ist meist fit und die Spaziergänge bereiten im Freude. So mancher Vierbeiner joggt gerne mit seinen Besitzern. Das tägliche Spiel muntert ihn auf und neue Herausforderungen nimmt er gerne an. Ganz anders sieht es bei zu dicken Hunden aus. Laut Statistik ist jeder vierte Hund in Deutschland und Österreich zu dick. Wie kann es so weit kommen? Etwa durch zu gutmütige Hundebesitzer, die ihrem Vierbeiner keinen Wunsch abschlagen können. Viele Tiere dürfen am Tisch mitnaschen. Mit meist sehr negativen Folgen.

Wann ist ein Hund dick?

Hund auf einer roten RennbahnBereits bei kleinen Welpen kann es zu einer Säureverdickung des Unterhautbindegewebes kommen. Ihr geliebter Vierbeiner ist bereits übergewichtig sobald er sein Standardgewicht um zehn Prozent überschreitet. Ein Hund mit 10 Kilogramm Sollgewicht ist mit mit 11 Kilogramm bereits übergewichtig. Liegt das Tier bereits um fünfzehn Prozent über dem Normalgewicht spricht man von Fettleibigkeit. Dadurch kommt es kommt zu einer messbaren Belastung der Gelenke und der Wirbelsäule.

Der Ursprung des Übergewichts ist meist falsches Futter. Tasten Sie Ihren Hund einfach einmal ab: Wenn Sie seine Rippen fühlen können, obwohl Ihre Hände nur locker an seinem Körper aufliegen und wenn seine Taille von oben betrachtet zu sehen ist, dann ist Ihr geliebter Vierbeiner idealgewichtig.

 

Ein Hund ist kein Allesfresser

Bei einigen Hunderassen könnte man meinen sie wären Allesfresser. Die gutmütigen Berner Sennenhunde zum Beispiel, können alles vertilgen was der Kühlschrank hergibt. Eine ganze Kalbsstelze: kein Problem, Bananen: sehr lecker, auch Kartoffeln sind durchaus fressbar. Diese Köstlichkeiten gehen meist neben der normalen Fütterung einher. Es ist nicht weiter verwunderlich, wenn solch ein Hund plötzlich zu dick ist und keinen Spaß an der körperlichen Bewegung hat. Auch kastrierte Vierbeiner neigen dazu, es bei der Futteraufnahme zu übertreiben. Labrador Retriever und Golden Retriever tendieren ebenso zu Übergewicht wie beispielsweise ein Dackel. Sorgen Sie deshalb schon bei einem Hund im Welpenalter, dass er sich genug bewegt und nicht zu viel frisst. Lassen Sie sich von den treuherzigen Hundeaugen nicht herumkriegen. Viele Hunde erhalten zu große Mahlzeiten und zu viele „Leckerlis„, nebenher.

 

Die Folgen des Übergewichtes:

Grünes Feld mit HundWissenschaftlich nachgewiesen ist beispielsweise, dass zu dicke Vierbeiner häufig an Gelenkverschleiß, an Zuckerkrankheit, sowie Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Auch das Narkoserisiko wird durch Fettleibigkeit erhöht.

Nimmt Ihr Hund scheinbar ohne Grund plötzlich zu, dann sollten Sie mit ihm unbedingt einen Tierarzt aufsuchen um die Ursache zu klären. Es kann sich dabei um eine Schildrüsenunterfunktion oder um eine Überfunktion der Nebenniere handeln. Eventuell macht dem Vierbeiner eine Fehlfunktionen seiner Geschlechtsdrüsen zu schaffen.

 

Vorsorgen ist besser als heilen

Durch ausreichend Bewegung und exakte Futtermengen, die auch nicht durch Sonderzulagen umgangen werden, treffen Sie eine vernünftige Vorsorge, dass Ihr Hund nicht zu dick wird. Zudem ist von einem raschen Nahrungswechsel abzuraten. Nicht jeder Erfolg bei einem Spiel muss mit einem Leckerli belohnt werden, lassen Sie es nicht so weit kommen, dass Sie von Ihrem treuherzigen Vierbeiner erpresst werden, wenn er den Ball- oder die Pantoffeln holen soll. Greifen Sie nicht auf Anhieb zu einer neuen Futtersorte, nur weil er seine Portion nicht auffrisst. So lange er gesund wirkt, wird er wissen wenn er satt ist. Setzen Sie ihm deshalb nicht besondere Leckerbissen vor die Nase, er würde mit Sicherheit zuschlagen, obwohl er schon satt ist.

 

Light Futter ist keine Ideallösung

Selbst wenn Sie Ihr Tier mit einer großen Portion füttern – ist sie nährstoffarm wird der Organismus Nachschlag verlangen. Ein Hund kann trotz Übergewicht mangelernährt sein. Deshalb nützt es auch wenig, wenn Sie Ihren Hund plötzlich auf Light Futter setzen. Durch eine Senior- oder Light Nahrung wird der angeschlagene Organismus womöglich noch mehr geschwächt, es kommt häufig zu einer vermehrten Wassereinlagerung.

Durch einen sinkenden Stoffwechsel gelingt in der Regel erst recht keine Gewichtsabnahme. Mit Light-Futtermittel wird den Hunden meist zu wenig Energie zugeführt. Es enthält häufig für den Hund schwerverdauliche Futterkomponenten aus pflanzlichen Mitteln. Um den Mangel an Nährstoffen notdürftig aufzufangen, kann das Futter in manchen Fällen sogar mit chemische Stoffe angereichert sein. Inhaltsstoffe welche die Entgiftung fördern sollen, fehlen bei Diät Futtermittel meist ganz, sodass es zu Vergiftungen durch nicht abgebaute Substanzen kommen kann.

 

Feste Fütterungszeiten und Bewegung führen zum Erfolg

Hund springt im WasserStatt auf Diätfutter zu setzen, sollten Sie Ihren Hund immer zu festen Zeiten füttern, damit sich sein Magen auf eine regelmäßige Futteraufnahme einstellen kann. Durch Zuführung von guter Energie und gehaltvoller Rohstoffe wird der Hund sich wieder lieber bewegen und es kommt zu einem dynamischeren Stoffwechsel. Bei einem Hund handelt es sich nun einmal um einen Fleischfresser, dessen Organismus mit billigen Füllstoffen wie Getreide, wie es oft in Light Hundefuttern der Fall ist, nicht zufrieden ist. Die Zugabe von Lachs-Hanf-Öl kann den Fettstoffwechsel unterstützen. Regelmäßige Massagen beispielsweise (das Massieren kann während des Streichelns erfolgen), aktivieren den Darm.

 

Ohne Bewegung funktioniert es nicht:

Bei einem dicken Hund müssen die ersten Fitnessübungen vorsichtig angegangen werden. Er wird kaum in der Lage sein, von Anfang an Strecken von 1 1/2 Stunden zurückzulegen. Seien Sie geduldig und werden Sie bloß nicht blass vor Neid, wenn andere Hundebesitzer lässig mit Vierbeinern an Ihnen vorbeilaufen. Auch die haben einmal klein angefangen. Bleiben Sie dran, erweitern Sie die Spazierwege wöchentlich um mindestens 10 Minuten, sodass Sie am Ende täglich mindestens eine Stunde unterwegs sind. Von Regen und Schnee sollten Sie sich nicht abhalten lassen.
TIPP: Diese Ratschläge gelten natürlich nur wenn Ihr Vierbeiner gesund ist, sie sollten das Tier keineswegs überfordern!

 

Fazit:

Ein zu dicker Hund sollte besser nicht auf Light Futter gesetzt werden, die Futterumstellung bringt nämlich einige Risiken mit sich und Light Futter enthalten zu oft schwerverdauliche Proteine aus pflanzlichen Quellen, die dem Hund keinen wirklichen Mehrwert bringen. Auch ein übergewichtiger Hund braucht in seinem Futter Fleisch und hochwertige Nährstoffe wie beispielsweise Aminosäuren und Fettsäuren für seinen gesunden Stoffwechsel. Allerdings fehlen diese gehaltvollen Stoffe bei so manchem Diätfutter. Bei vielen Produkten wird versucht mit synthetischen Vitaminen und Spurenelementen notdürftig dagegenzuhalten. Ein stumpfes Fell und eventuell Hautprobleme oder Stoffwechselstörungen sind die Folge einer Mangelernährung. Die bessere Lösung sind pünktliche Mahlzeiten, keine Naschereien zwischendurch und eine angemessene Bewegung.

Wir empfehlen Nassfutter – hier kann der Hund mehr von der Menge her gesehen fressen als von Trockenfutter, da noch Wasser dabei ist.

26 Comments
  1. Reply
    Heike Wolter 10. Juli 2017 at 14:45

    Wir haben auch den Fehler gemacht unseren Hund vom Tisch ab und zu etwas abzugeben. Ich gebe es ja zu, war nicht gut. Seitdem wir es aber abgestellt haben, ist unser Hund ziemlich schlank geworden. Da es sich um einen Dackel handelt, hing das Bäuchlein schon recht tief, und ich glaube er mochte sich selbst nicht mehr leiden. Wir gehen täglich mit ihm 1 1/2 Stunden Gassi, obwohl ich finde, es ist noch zu wenig, aber mehr schaffen wir nicht, weil wir beide noch berufstätig sind – dafür fahren wir an den Wochenenden raus ins Grüne. Nach der Brut- und Setzzeit kann er wieder im Wald toben, jetzt geht es ja nicht.

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    Wilma Schröder 11. Juli 2017 at 18:50

    Ich habe mich damals schon in der Hundeschule geärgert, dass laufend Leckerlis gereicht worden, wenn ein Hund etwas besonders gut gemacht hat! Das sind ja alles zusätzliche Nahrungsaufnahmen, Leckerlis haben ja auch Kalorien.
    Mein Hund bekommt Streicheleinheiten wenn er etwas besonders gut gemacht hat, oder gekommen ist, wenn ich ihn gerufen habe – das reicht aus, er schwänzelt dann, und freut sich auch! Es muss nicht immer alles mit Naschwerk gehändelt werden. Mit dem Nassfutter ist ein guter Tipp, den ich beherzigen werde.
    Man kann es besser kontrollieren, da ist was dran.

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      Heli 13. November 2017 at 8:01

      Leckerlis finde ich da jetzt nicht schlimm, zumindest, wenn man die Hand drauf hat, welche es gibt. Man muss es halt in die Tagesration mit einkalkulieren und darf es nicht übertreiben. Je nach Hund gibt es verschiedene Typen, was Lob angeht – nicht jedem Hund reicht da eine Streicheleinheit, selbst wenn er noch so verschmust ist. Andersrum gibt es auch so manche Hunde, die sich für Leckerlis gar nicht interessieren oder wenn dann nur für ganz bestimmte. Unsere Hündin ist bei Leckerlis einfach am motiviertesten, auch wenn sie sehr verschmust ist – aber anscheinend kommt sie auch so schon bereits auf genügend Schmuseeinheiten 🙂 Es müssen dabei aber nicht immer Leckerlis sein (und es ist generell beim fortgeschrittenen Lernen auch ganz gut, wenn es nicht 100% immer eine Belohnung gibt, außer, etwas ist diesmal besser gemacht worden als bisher). Über ein tolles Lob freut sich unsere auch, ein „tolles“ Lob heißt da aber auch, sich stimmlich komplett zum Affen zu machen 😉 Dazu sind viele in der Öffentlichkeit halt nicht bereit und wundern sich dann, wenn ihren Hund ihr Lob nicht interessiert (sofern sie ihn loben und nicht sogar noch für eine nicht ausreichend prompte Reaktion strafen…). Wir ernten manchmal recht seltsame Blicke, wenn wir loben 🙂 Ist uns aber egal 😉 Die Meinung unbeteiligter Leute sollte nicht Prio 1 sein, wenn man einen Hund hat.

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    Erwin 12. Juli 2017 at 7:02

    Unsere Nachbarn haben einen Labrador, dieses Tier ist gerade mal ein halbes Jahr alt und schon überfettet. Anders kann man es leider nicht sagen. Immerzu bekommt er Leckerli, was er an Futter bekommt, kann ich natürlich nicht sagen – allerdings ist er wenig bewegungsfreudig. Auch rausgehen tut kaum jemand mit dem wunderschönen Hund. Immer wird er in den Garten geschickt. Schade um dieses schöne Tier.

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      Melina 16. Juli 2017 at 21:27

      Das wundert mich auch immer wieder, warum sich manche Leute unbedingt einen Hund zulegen müssen, wenn dieser dann die meiste Zeit nur im Garten versauert. Gerade bei jungen Hunden echt unmöglich. Wenn man so bewegungsfaul ist und trotzdem zwingend einen Hund braucht, würde es ja auch ein entsprechend eingeschränkter älterer Hund aus dem Tierheim tun – scheint aber nicht „schick“ genug zu sein.

  4. Reply
    Malte H. 12. Juli 2017 at 10:48

    Seitdem unser Hund durch einen Futterwechsel vorne keine Zähne mehr hat, mussten wir notgedrungen auf Nassfutter umsteigen – und siehe da, es blähte längst nicht so auf, wie das Trockenfutter. Dem Hund ging es offenbar deutlich besser damit, und bis zum heutigen Tag haben wir es so beibehalten. Es ist schön, dass Sie Spaziergänge empfehlen. Wir gehen auch jeden Tag ca. eine Stunde und länger mit ihr raus, weil es uns und dem Hund wirklich gut tut. Mal sehen ob er noch mehr abnimmt. Das Thema ist jedenfalls sehr interessant.

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      Melina 16. Juli 2017 at 21:30

      Das mit den Blähungen bei Trockenfutter ist ein interessanter Aspekt – unsere Hündin hat manchmal damit zu kämpfen. Bisher lag es eher an anderen Gründen, aber es kann nicht schaden, dann zeitweise auf Nassfutter umzusteigen.

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    Isa Q 16. Juli 2017 at 10:34

    Wann ein Hund zu dick ist merkt man selbst am besten, wenn er zu schnaufen beginnt. Wir gehen jeden Tag mit unserem Hund ca. eineinhalb Stunden am Stück spazieren, und dieser Hund schnauft. nachdem wir ihn auf die Waage gestellt haben, geht wunderbar, haben wir mit Entsetzen festgestellt, dass er 2 kg zugelegt hat. Jetzt ist Fasten angesagt!

  6. Reply
    Melina 16. Juli 2017 at 21:34

    Ich verstehe nicht ganz, warum sich hier manche so über Leckerli echauffieren. Nicht jeder Hund lässt sich über Worte oder Streicheleinheiten ausreichend motivieren. Je nach Leckerlimenge wird halt in einem gewissen Rahmen das Futter gekürzt, Problem gelöst. Das von uns verwendete Halbtrockenfutter wird ohnehin so gerne gefressen, dass wir es als Leckerlis verwenden können – entsprechend weniger gibt es dann am Abend. Insgesamt sollte man natürlich auch darauf schauen, dass Art und Menge der Leckerlis sich sinnvoll mit dem Hauptfutter ergänzen und sie nicht allzu kalorienreich sind.

  7. Reply
    Kiara 17. Juli 2017 at 10:40

    Ohne Bewegung geht es leider nicht, überschüssige Pfunde runterzukriegen. Wie beim Mensch so beim Tier.
    Wir haben unseren Hund jetzt in einer Hundeschule angemeldet die auch Dog-Dancing macht. Das macht dem Hund Spass und mir selbstredend auch.
    Wir hoffen dadurch ihm ein paar Pfunde „zu klauen“.

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      Silja 3. Januar 2018 at 15:25

      Na ja, gehen tut es grundsätzlich schon (so wie es auch Menschen gibt, denen bewusstere Ernährung hier deutlich mehr bringt als Sport), es kann aber natürlich schwieriger werden. Es gibt ja auch einige Hunde, die sich auf absehbare Zeit nur eingeschränkt bewegen dürfen – da ist es schwierig mit Abnehmen durch Bewegung. Und gleichzeitig sind einige davon sehr darauf angewiesen, gerade bei Gelenkproblemen.

      Als Hauptursache habe ich bisher vor allem folgendes gesehen: falsches Interpretieren von Fütterungsempfehlungen (nein, x Gramm Futter pro Tag bei x Kilo Hund heißt nicht, dass er das bei zweimal täglicher Fütterung zweimal bekommt, sondern dann eben jedes Mal die Hälfte), ungenaues Füttern (ist eigentlich kein großes Problem, bei Bedarf zu wiegen oder zu messen) oder sogar Anbieten von beliebig viel Futter, nie „Nein“ sagen können, nur weil der Hund gerade so niedlich oder aber fordern guckt (sind meist gleichzeitig Leute, die mit ihrem Hund, der auch sonst kein Nein kennt, die Nachbarschaft terrorisieren, sofern dieser nicht von vornherein von sehr friedlichem Gemüt ist und von sich aus ein paar grundlegende soziale Hunderegeln einhält) oder aber nicht „Nein“ sagen können, wenn von Bekannten, Verwandten und Kollegen ständig von allen Seiten Leckerlis in den Hund gestopft werden.

      Und dann gibt es noch die, die zwar penibel alle Fütterungsvorschriften einhalten, aber diese als in den Stein gemeißelt betrachten – und nicht beachten, dass das einfach Empfehlungen sind und invididuell nach oben oder unten abweichen können. Wie heißt es so schön, „das Auge des Herrn füttert das Pferd“, und beim Hund ist das nicht anders. Wenn der Hund irgendwann „moppelig“ wird, sollte man das doch eigentlich merken. Spätestens, wenn das Geschirr spannt, aber da habe ich auch schon interessante „Presswurst“-Konstruktionen sehen müssen, die einem in den Augen wehtun (und dem Hund vermutlich noch ganz woanders, und die Lauffreude steigert das natürlich auch nicht).

      Wenn Einschränkungen vorliegen, ist es meist wichtig, lieber öfter am Tag rauszugehen und dafür nicht zu lange am Stück. Das lässt sich mit der Zeit dann je nach Befinden auch steigern. Und wenn man die Möglichkeit hat, ist für viele Hunde Schwimmen oder ein Wasserlaufband (bei einigen Tierphysiopraxen vorhanden) sehr sinnvoll, wenn man den Hund nicht endlos oder nur langsam laufen lassen kann. Allein schon, um die gesunderhaltende Muskulatur zu fördern (und die „frisst“ dann praktischerweise auch wieder mehr Kalorien).

      Was in Sachen Bewegung für „faule Hunde“, die bei Regen am liebsten keinen Schritt machen wollen oft viel bringt, ist ein Regenmantel (bei kalter Winterung ggf. noch mit Teddyfell gefüttert). Wenn die Muskulatur erst gar nicht verkrampft (was sie bei empfindlichen Hunden gerne mal tut), läuft es sich besser und entspannter.

      Das hier empfohlene Füttern von Nassfutter anstelle von Trockenfutter ist nach meiner Erfahrung auch eine gute Selbsthilfe bei zu dicken Hunden – der Hund ist hinterher oft deutlich zufriedener, weil der Magen gleich besser gefüllt ist. Gerade „Staubsaugerhunde“ gucken nach einer kleinen Ration Trockenfutter oft sehr verzweifelt, und können dann wieder so manches Herrchen oder Frauchen erweichen…

  8. Reply
    Egon P. 17. Juli 2017 at 15:54

    Bei ganz vielen Hunden, die ich in meinem Umkreis als übergewichtig wahrnehme, scheint es tatsächlich einfach die fehlende Bereitschaft sein, mit seinem Hund bei Wind und Wetter rauszugehen. Einfach mal in entsprechende Bekleidung investieren (muss nicht teuer sein), wenn man keine Lust hat seinen Hund stundenlang abzurubbeln diesem halt einen Regenmantel spendieren und wirklich spazierenGEHEN und nicht spazierenSTEHEN. Wer Gassi gehen vorrangig betreibt, um einen Plausch mit anderen Hundehaltern aus dem Viertel zu halten, braucht sich nicht zu wundern, wenn die längste Gassirunde nichts bringt.

    Bei Hunden, die noch nicht lange am Stück laufen können, aus welchem Grund auch immer: lieber ein paar Mal öfter und dafür kürzer gehen. Wir gehen 1x am Tag etwas länger raus (das kann auch mal eine Bergtour sein – was ich aber mit einem übergewichtigen Hund nicht empfehlen würde), dann noch ein- bis zweimal kurz Gassi bevor es in die Arbeit geht (so, dass sich der Hund zumindest lösen kann), noch einmal bevor es das Abendfutter gibt, und dann noch mal eine kurze Gassirunde bevor wir zu Bett gehen. Auf letzteres verzichten ja auch mehr Hundehalter als man meinen könnte, und dann wird sich wieder gewundert, warum manche Hunde dann nachts nicht einhalten können – ohne Worte.

    Wenn ein Hund Gelenkprobleme hat, empfiehlt sich auch Schwimmen oder spezielle Wasserlaufbänder (die gibt es bei manchen Physios). Schwimmen sollte man aber auch nicht gleich übertreiben (siehe das Problem „Wasserrute“), sondern langsam steigern. Wenn wir länger baden gehen, trägt unser Hund noch eine Schwimmweste – er liebt sie nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr, weil er damit einfach besser im Wasser liegt (da muss der Hund dann auch nicht so viel Wasser schlucken, wenn er etwas apportiert) und Kraft spart. Das könnte auch ein Tipp sein für Hunde, die sich nicht so trauen oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wichtig beim Baden: zwischendrin öfter mal kurz Gassi gehen, weil das ganze geschluckte Wasser auch wieder raus muss 😉

  9. Reply
    Sophie 17. Juli 2017 at 18:40

    Unsere Hündin hatte nach der Kastraton leichte Probleme mit Übergewicht. Beziehungsweise nicht so sehr mit Übergewicht als mit übersteigertem Hunger. Da hat sie uns teilweise echt sehr verzweifelt angeschaut und uns schon Stunden vor der Zeit darauf hingewiesen, dass es wieder Zeit für ihr Futter wäre. Ich habe da am Anfang in einem gewissen Rahmen nachgegeben und ein wenig mehr gefüttert. Das habe ich dann mit der Zeit ausgeschlichen, und mittlerweile hält sie auch wieder problemlos ihr altes Gewicht. Dafür müssen wir aber etwas weniger füttern als früher. Hungerattacken scheint sie keine mehr zu haben, und die damalige Zunahme blieb noch so eben im Rahmen (knapp unter der 10%-Grenze). Ich denke mal unser Vorgehen hat ganz gut gepasst – ein Hund hat mit einer OP und der Nachsorge ja schon Stress genug, da würde ich das Futter nur dann sofort kürzen, wenn das aus anderen Gründen unbedingt nötig ist. Zumal Stress ja auch wieder Übergewicht begünstigt durch die erhöhte Cortisol-Ausschüttung – das dürfte beim Hund vermutlich nicht viel anders sein als beim Menschen.

  10. Reply
    Niels K. 23. Juli 2017 at 11:25

    Wir haben bereits unseren dritten Hund, und alle werden sie, wenn sie das 10. Lebensjahr überschreiten, rund!
    Ich habe mich zwar mit der Ernährung auseinandergesetzt, unsere Hundedame bekommt jetzt auch kalorienreduziertes Futter, helfen tut es in begrenztem Umfang. Laufen ist auch nicht so ihr Ding. Jetzt ist mir allerdings Folgendes aufgegangen. Ich habe einmal gesehen, wie man Hunde unter Wasser laufen lässt – und da habe ich mir jetzt Hilfe gesucht. In einer Praxis wird so etwas angeboten (20 km muss ich dafür fahren), aber, der Hund nimmt wirklich ab! Da das Wasser den Hund ja an sich leichter macht, ist dies, so hoffe ich ein profanes Mittel in etwas erschlanken zu lassen. Also diese Unterwassertherapie ist wirklich gut.

  11. Reply
    Gerda Nolte 27. Juli 2017 at 14:55

    Wann ein Hund zu dick ist, kann man einer Tabelle, die bei jedem Tierarzt aushängt ganz gut selbst sehen.
    Oftmals ist es aber doch mangelnde Bewegung, die einen Hund dick werden lassen, hinzu käme bei einer Hündin eine Sterilisation, die diese auch ein bisschen kräftiger werden lässt.

    Oftmals beobachtet man Hundebesitzer, die den Hund nur „Pippi“ machen lassen und dann rasch wieder ins Haus verschwinden. Das geht allerdings auch nicht. 1 Stunde pro Tag sollte es mindestens sein, an dem der Hund ausgeführt werden muss – sonst vielleicht lieber ein anderes Haustier anschaffen.
    Bei uns ist es so, dass wir wetterfeste Kleidung uns zugelegt haben, und der Hund einen Umhang umbekommt bei schlechtem Wetter, das geht prima und man wird nicht nass. Bei schönem Wetter fahren wir auch oft mit dem Fahrrad und haben eine Stange anbauen lassen, sodass der Hund schön an der Seite laufen kann, ohne eingeschränkt zu sein. Auch ein Mittel der Wahl.

  12. Reply
    Therese 26. August 2017 at 11:18

    Das Problem mit dem Übergewicht bei Hunden ist nicht neu. Bereits im Welpenhalter wird ja der Grundstein für ein lebenslanges Übergewicht gelegt. Neben der Futterration spielt die Veranlagung eine wichtige Rolle – fast wie beim Menschen. Das Abnehmen zum gesunden Normalgewicht fällt auch Hunden nicht immer leicht und mit zunehmendem Alter wird dies immer schwerer.
    Deshalb ist es wichtig erst gar keinen adipösen Hund heranzüchten, sondern von vornherein gesund zu füttern und sich die Gewichtstabellen der einzelnen Hunderassen zu Gemüte zu führen …

  13. Reply
    Ulrike Mohr 6. September 2017 at 13:30

    Unser Dackel hatte sein „Kampfgewicht“ mit acht Kilogramm! Wir haben einfach nicht aufgepasst und da hat er immer mehr zugenommen. Reißleine gezogen, anderes Futter gekauft und vor allem viel viel gelaufen mit ihm. Danach war er gut ausgepowert und wir sind sogar noch zweimal in der Woche zum Hundesport mit ihm gegangen – da war er bereits 9 Jahre alt! Aber .. nach einem Jahr wiegt er jetzt 6,5 kg was akzeptabel ist.
    Acht Kilo war defintiv zu viel.
    Man sollte bereits von vornherein peinlichst darauf achten, was der Hund zu fressen kommt, bspl. kein Getreide. Dann passiert das auch nicht, was uns widerfahren ist. Aber mit Konsequenz haben wir es geschafft, das unser Dackel wieder im Wald toben kann und nicht gleich aus der Puste gerät.

  14. Reply
    Sabine Müller 17. September 2017 at 19:52

    Wir haben das so gelöst, wir gehen mit dem Tier morgens 1/2 Stunde spazieren, nachmittag gehen wir in der Regel 1 1/2 Stunden flotten Schrittes – aber eben ohne Pausen – oder eben mal stehen bleiben um Luft zu holen. Haben wir leider auch erst angefangen, als unser Hund schon leicht übergewichtig war. Doch es hat – jetzt nach einem Jahr geholfen – jetzt wiegt sie wieder 6,5 kg wie früher. Man muss Geduld haben, und den Schuh ziehe ich mir selbst an, es erst gar nicht soweit kommen lassen. Ist ja gerade noch mal gut gegangen.

  15. Reply
    Sandra 26. September 2017 at 22:41

    Doch, Hunde sind sehr wohl Allesfresser. Im Artikel oben ist wohl eher „Staubsauger“ oder „Müllschlucker“ gemeint. 😉
    Ein Hund tappt, wenn er zu Übergewicht neigt, bestimmt in die selben Fallen wie wir. Es schmeckt einfach zu lecker, obwohl der Inhalt von Chips oder Leckerli oft wertlos ist. Deswegen ist ein ausgewogenes, eiweißreiches und getreidefreies Futter wichtig. Eiweiß macht satt, Kohlenhydrate machen hungrig. Das geht irgendwie über Insulin und den Blutzuckerspiegel und ist für Hunde bestimmt nicht anders als für uns.
    Und statt Hunde immer automatisch mit Leckerli zu belohnen, könnte man versuchen, ihnen eine andere positive Bestätigung beizubringen. Man kann bestimmt etwas finden, man muss nur ein bisschen suchen und genau beobachten. Ich kenne den umgekehrten Fall: Ein Hund hat mich mit frischem Rindfleisch im Wald stehem lassen, weil er lieber laufen wollte. Traurig und lehrreich.

    • Reply
      Claudia 19. Juli 2018 at 9:22

      Wer „wertlose“ Leckerlis füttert, kauft die falschen 😉 Im Supermarkt findet man natürlich selten sinnvolle, das ist klar, und so ne ganze Stange Pansen (was ja im Supermarkt durchaus häufig zu bekommen ist) eignet sich auch schlecht als Belohnung fürs Training. Ich würde jetzt auch nicht so weit gehen und jedem Leckerli-Fütterer unterstellen, dass er immer „automatisch“ mit Leckerli belohnt. Es ist halt oft einfach davon abhängig, was trainiert wird und auf was der einzelne Hund gut anspricht. Clickern ist auch nicht verkehrt, aber überhaupt nicht mein Fall, da bin ich vom Kopf her irgendwie zu langsam, und das würde meinen Hund wohl nur frustrieren 🙂 Aber vielleicht probiere ich das ja nochmal, sofern mir wieder mal ein wohlmeinender Bekannter ein entsprechendes Set zukommen lässt 😉

      Mit dem Hund einfach mal laufen eignet sich halt für eine intensive Trainingssession eher schlecht – sofern der Hund total darauf abfährt, ist es aber natürlich eine super Belohnung, wenn dann zwischendurch etwas wirklich super geklappt hat oder aber am Ende des Trainings. Insgesamt einfach sehr individuell. Sofern man aber in sinnvolle Leckerli investiert (und die kann man durchaus oft auch kleinschneiden), diese nur halbwegs sinnvoll einsetzt und sie nicht dem Hund vorm Fernseher als Chipsersatz serviert, kommt man um irgendeine Selbsthilfe bei zu dicken Hunden wohl gut herum.

      Nicht zuletzt sollte man gerade bei Hunden, die zum Ansetzen neigen, ohnehin die Leckerlis von der Gesamtration abziehen. So wie beim Menschen ein Schokoriegel auch gleich weniger ansetzt, wenn man dann am Abend ganz einfach entsprechend weniger isst und nicht noch eine große Portion Lasagne mit zwei Gläsern Wein. Dass „Kohlenhydrate hungrig machen“ stimmt so pauschal übrigens überhaupt nicht. Gerade langkettige Kohlenhydrate haben durchaus eine gute Sättigungsleistung, und wie bei so vielem hängt es von ein paar mehr Faktoren ab, ob man sofort wieder Hunger bekommt oder nicht. Wenn Kohlenhydrate hungrig machen würden, würde man sie wohl auch nicht als „Sattmacher“ einsetzen 😉

  16. Reply
    Mellie 11. Oktober 2017 at 13:20

    Zum Glück ist mein Hund nicht verfressen, sonst wäre er auch ein dicker Hund. Ich kann seinem Hundeblick selten widerstehen. Aber zum Glück verlangt er meist, dass ich Bälle werfe und Bewegung ist ja eine gute Selbsthilfe bei dicken Hunden – und bei schlanken.

  17. Reply
    Kerstin Oberbeck 31. Oktober 2017 at 12:46

    Ich habe gewechselt, vom Trockenfutter zu Nassfutter. Unser Dackel wirkt seitdem extrem entspannt, der Bauch hängt nicht mehr herunter, und er hat 2,5 kg abgenommen, für so einen kleinen Kerl recht ordentlich. Hätte ich mit Trockenfutter, welches ja unsäglich aufbläht nicht hinbekommen. Außerdem geht er im gesetztem Alter vom 11 Jahren immer noch stramm seine drei Kilometer jeden Tag. Langsam, aber ohne dem mag er auch nicht sein. Er ist wirklich ein ganz Süßer.

    • Reply
      Maria L. 14. Februar 2018 at 18:59

      Vielleicht war das Trockenfutter von der Zusammensetzung insgesamt zu reichlich, ich glaube nicht, dass der Dackel fast 2,5kg Luft mit sich rumgetragen hat 🙂 Das Schöne am Nassfutter ist natürlich auch, dass bei einer Umstellung auf Diät das Futter fürs erste einfach nach „mehr im Magen“ bzw. in der Schüssel ausschaut für den Hund.

      Mit die wichtigste Selbsthilfe bei zu dicken Hunden ist auf jeden Fall auch genügend Bewegung – falls aber schon bestimmte Gelenkerkrankungen etc. vorliegen, wird es manchmal schwierig. Hier kann dann Schwimmen helfen, was leider nicht jeder Hund mag. Wobei manch ein Wasserverächter auf den Geschmack kommt, sobald er eine Schwimmweste trägt – damit liegt ein Hund dann oft besser im Wasser, verschluckt sich nicht so leicht und fühlt sich etwas getragen.

  18. Reply
    Petra 13. Mai 2018 at 20:46

    Unser Hund ist zum Glück nicht zu dick, allerdings aber wieder mal an der Grenze des in Hinblick auf die orthopädischen Gegebenheiten Sinnvollen. Bei uns reicht es aber immer, dann einfach ein wenig weniger zu füttern, ein wenig weniger Leckerli zu geben und ggf. ein wenig mehr Bewegung einzuplanen 😉 Wenn man es gut im Blick hat, kann man zeitnah gegensteuern und spart sich irgendwelche Diäten, die unnötiger Stress für den Hund sind. Natürlich nicht unnötig, wenn der Hund tatsächlich zu dick ist und abnehmen muss, aber unnötig im Sinne von „hätte man vermeiden können, hätte man mal eher die Rippen gefühlt oder den Hund auf die Waage gestellt“.

  19. Reply
    Robert 3. September 2018 at 15:26

    Das am Tisch mitnaschen ist bei uns jetzt kein großes Problem – wenn es etwas halbwegs passendes gibt, gibt es oft ein wenig davon für den Hund, je nachdem auch in einer extra Schüssel. Aber meist halt auch nur ganz wenig, und unser Hund weiß, dass es dann halt gar nichts gibt, wenn er meint, fordernd werden zu müssen. Da solche „Extras“ aber nur einen recht kleinen Teil an der Gesamtfuttermenge ausmachen, haben wir damit bisher kein Problem und mussten noch nicht zu irgendwelchen Selbsthilfe-Maßnahmen bei zu dicken Hunden greifen.

  20. Reply
    Bettina U. 2. Oktober 2018 at 16:41

    Manchmal habe ich den Eindruck, statt Selbsthilfe bei zu dicken Hunden wäre es wesentlich sinnvoller, wenn vor dem Erwerb eines Hundes eine Eignungsprüfung oder zumindest eine Schulung liegen müsste. Irre, wie viel Unwissenheit und Mangel an Selbstbeherrschung oft zu übergewichtigen Hunden führen.

    Zum Teil kann man die Ursachen auch schlecht nachvollziehen, allerdings sollte man dann eben nicht monatelang zuwarten, bis man mal vom Tierarzt die Sache abklären lässt. Ist ja beim Menschen auch so, dass es mitunter bestimmte gesundheitliche Störungen gibt, die zu einer starken Zunahme (oder aber Abnahme) führen.

    Hier und da sind natürlich auch Krankheiten oder Verletzungen vom Hund oder Halter mögliche Ursachen – aber ist der Halter gerade gesundheitlich eingeschränkt, sollte man sich nach Möglichkeit Unterstützung holen oder zumindest dann die Futtermenge etwas reduzieren.

    Und wenn der Hund nicht (mehr) so kann: zum einen kann man da oft auf verschiedene Art und Weise unterstützen, zum anderen sollte auch da nicht einfach blind die bisherige Tagesmenge weiter gefüttert werden. Falls der Hund dann gar zu hungrig bleibt, hilft mitunter das Füttern eines kalorienreduzierten Hundefutters.

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