Hunde vegan ernähren: Ist das artgerecht?

In den letzten Jahren hat der Trend vom Umweltbewusstsein auch tief in unsere eigene Ernährung eingegriffen. Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, um Rücksicht auf die Umwelt und die Tiere zu nehmen. Oft kommt bei den Überlegungen auch die Frage auf, ob es Sinn macht, den eigenen Hund ebenfalls vegan zu ernähren?

Grundsätzlich gilt: Der Hund ist ein Omnivore, also ein sogenannter Allesfresser. Rein biologisch ist es durchaus möglich, den Hund vegan zu ernähren, ohne mit ernsthaften Mangelerscheinungen rechnen zu müssen.

Ob diese Form der Ernährung auch artgerecht ist, ist jedoch fraglich. Wir möchten dazu die Vor- und Nachteile der veganen Hundeernährung genauer unter die Lupe nehmen.

Sind Hunde wirklich Carnivoren?

Der Haushund, den wir heute kennen, stammt ursprünglich vom Wolf ab und wurde im Laufe der Jahrtausende langsam domestiziert. Die Ernährung von Wölfen war nie rein fleischlich:

Die Vierbeiner haben ihre Beutetiere seit jeher vollständig verspeist und dabei zwangsläufig auch pflanzliche Bestandteile – zum Beispiel den Mageninhalt des Beutetieres – mitverspeist.

Was viele nicht wissen:
Neben Beutetieren stehen auf dem Speiseplan von Wölfen auch durchaus gelegentlich Früchte und Gräser, die beim Streifen durch die Wälder gefunden werden. Die Annahme, dass der Wolf und damit auch unser heutiger Haushund ein reiner Carnivore ist, ist daher falsch. Viel mehr spricht man beim Hund von einem Omnivoren, der Nährstoffe aus Fleisch und Pflanzen gleichermaßen aufnehmen und verstoffwechseln kann.

Dementsprechend sollte ein Hund auch niemals ausschließlich nur mit Fleisch ernährt werden. Gleichwohl ist es sehr schwierig, den Nährstoffbedarf des Hundes ausschließlich über pflanzliche Nahrungsquellen zu decken.

Welche Nährstoffe benötigt ein Hund?

Hunde haben einen festen Bedarf an Nährstoffen, der über das tägliche Futter gedeckt werden sollte. Daher sollte sich ein gutes, reichhaltiges Hundefutter aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen, die genau diese Bedürfnisse abdecken.

  • Proteine: Hunde benötigen Proteine gleich für mehrere Aufgaben im Körper. Grundsätzlich wird über die Zufuhr an Proteinen die Produktion von Botenstoffen und Hormonen im Körper angeregt, die essentiell für einen gesunden Organismus ist. Auch für die Zellerneuerung benötigt der Körper des Hundes Proteine. Zudem gilt Protein als Hauptbestandteil für den Muskelaufbau und spielt dabei vor allem in jungen und älteren Jahren eine große Rolle. Damit der Hund die Proteine im Körper adäquat aufschlüsseln kann, kommt es auf die Zusammensetzung der Proteine an – und hier unterscheiden sich fleischliche und pflanzliche Proteine in einem hohen Maß.
  • Kohlenhydrate: Als einer der hauptsächlichen Energieträger benötigt der Hund natürlich auch Kohlenhydrate. Auch zum Erhalt der natürlichen Darmfunktionen sind Kohlenhydrate wichtig, da diese meist in Form von Ballaststoffen konsumiert werden. Kohlenhydrate stammen immer aus pflanzlichen Quellen und stehen einer veganen Ernährung daher nicht im Weg.
  • Fett: Der Körper des Hundes benötigt essentielle Fettsäuren, die durch den Organismus nicht eigenständig hergestellt werden können. Sie sind notwendig, um bestimmte Vorgänge im Organismus anzuregen und geben dem Vierbeiner gleichzeitig viel Energie für den Tag.
  • Vitamine, Mineralstoffe und mehr: In einer gesunden und vollwertigen Ernährung des Hundes dürfen natürlich auch Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und viele weitere Bestandteile nicht fehlen. Viele dieser Stoffe sind jedoch in pflanzlichen und tierischen Quellen enthalten, sodass eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel zum Erfolg ist.

Das Problem mit den Proteinen

Wie in der Auflistung bereits angesprochen, unterscheiden sich pflanzliche und tierische Proteine sehr stark voneinander. Auch die Verarbeitung der Nährstoffe im Körper des Hundes ist je nach Art des Proteins sehr unterschiedlich.

Grundsätzlich verfügt tierisches Protein über eine sehr große Menge unterschiedlicher Aminosäuren, die bei pflanzlichen Proteinen oder ähnlichem Fleischersatz nur im geringeren Maß zu finden sind. Allerdings gibt es auch hier natürlich große Unterschiede, primär beeinflusst von der Qualität des Fleisches.

Beispiel tierisches und pflanzliches Protein

Wer sich mit der veganen Hundeernährung auseinandersetzt, steht also vor dem Problem der umfassenden Proteinversorgung des Hundes. Zum Vergleich: Ein Hühnerei verfügt über einen besonders hohen, biologischen Wert, der auf einem vollständigen Aminosäureprofil basiert. Heißt konkret, ein Hühnerei verfügt über all die wichtigen Nährstoffe und Aminosäuren, die ein Hund benötigt.

Nimmt man stattdessen eine sehr proteinhaltige Nuss zum Vergleich, so findet sich hier zwar auch eine hohe Menge an Aminosäuren, allerdings nur bei bestimmten Aminosäuren – es entsteht also kein vollständiges Profil.

Nun haben Hundehalter, die den Hund vegan ernähren möchten, natürlich die Möglichkeit, mehrere pflanzliche Proteinquellen miteinander zu kombinieren, um den Bedarf an Aminosäuren des Hundes zu decken. Allerdings hängt dies von vielen Faktoren ab, beispielsweise der Qualität der pflanzlichen Inhaltsstoffe, der Menge und der exakten Kombination unterschiedlicher, pflanzlicher Quellen.

Probleme mit der Verdauung von pflanzlichen Proteinen

Mit dem Protein geht bei der veganen Ernährung jedoch noch ein weiteres Problem einher: Die Verdauung. Zwar sind Hunde durchaus dazu im Stande, pflanzliche Proteine verdauen zu können, allerdings dauert dies deutlich länger als bei tierischen Alternativen. Wer sich also dazu entschließt, Getreidesorten als natürlichen Lieferant für Protein zu wählen, muss im Vorfeld sicherstellen, dass diese Inhaltsstoffe vom Hund auch verdaut und verstoffwechselt werden können.

Kann vegane Hundeernährung den Nährstoffbedarf decken?

Grundsätzlich ist es möglich, einen Hund vegan zu ernähren. Allerdings gestaltet sich die Zusammensetzung des Hundefutters sehr schwierig, da hierbei nicht nur Qualitätsschwankungen der einzelnen Inhaltsstoffe einkalkuliert werden müssen, sondern auch ein vollumfänglicher Nährstoffbedarf, der sich vegan nur sehr schwer umsetzen lässt.

Bei Tests von veganem Hundefutter hat sich gezeigt, dass die notwendigen Proteine durchaus in ausreichender Menge vorhanden waren, allerdings immer am unteren Rande der Skala.

Schon kleine Abweichungen, beispielsweise durch eine schlechtere Qualität der einzelnen Inhaltsstoffe, können daher zu einer Mangelernährung führen. Da es den meisten Hundehaltern nicht möglich sein wird, regelmäßig die Nährstoffprofile des Hundefutters zu prüfen, besteht immer ein gewisses Restrisiko.

Vegetarische Ernährung als bessere Alternative

Etwas leichter sieht es dagegen bei der vegetarischen Ernährung von Hunden aus. Da weiterhin tierische Bestandteile wie Milch und Eier im Hundefutter verwendet werden können, lässt sich der Nährstoffbedarf an Proteinen hier leicht über tierische Quellen abdecken. Die notwendigen Vitamine, Fette und Kohlenhydrate können ohne Probleme auch aus pflanzlichen Quellen in ausreichender Menge und Qualität zugeführt werden.

Sind Mangelerscheinungen bei einer veganen Hundeernährung zu befürchten?

Wer seinen Hund nicht ausgewogen und mit allen relevanten Nährstoffen versorgt, muss ernstzunehmende Mangelerscheinungen befürchten. Durch die Schwierigkeiten der Proteinverarbeitung besteht bei der veganen Hundeernährung ein besonders hohes Risiko für Mangelerscheinungen.

Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch eine fleischhaltige Ernährung beim Hund Mangelerscheinungen auslösen kann.

Auch hier gilt nämlich: Minderwertige, herkömmliche Futtersorten enthalten meist nicht ausreichend Nährstoffe, um den täglichen Bedarf des Hundes zu decken, sodass es zu Mangelerscheinungen kommt. Wer sich für eine vegane Ernährung des Hundes entscheidet, sollte daher besonders Wert auf eine hohe Qualität des Futters legen und darauf achten, dass ausreichend ausgewogene und verdauliche Proteinquellen zur Verfügung stehen – aber natürlich auch darauf, dass das Futter ausreichend Vitamine und Mineralstoffe enthält.

Gefahr von Harn- und Nierensteinen

Ein weiterer Faktor, der insbesondere bei der veganen Hundeernährung eine Rolle spielt, ist die Bildung von Harnsteinen und Nierensteinen. Pflanzliche Futtermittel haben einen anderen pH-Wert als tierisches Hundefutter, sodass sich bei einer ausschließlich pflanzlichen Ernährung des Hundes der Urin in einen basischen Bereich verschieben kann.

Dadurch wird die Entstehung von Struvitsteinen gefördert, die zu schmerzhaften Blasen- und Nierenentzündungen führen können. Sollte dies der Fall sein, kann über eine künstliche Ansäuerung des Harns nachgedacht werden – dafür stehen Medikamente zur Verfügung, die durch den Tierarzt verschrieben werden können. Ob jedoch die Umstellung der Ernährung die Gabe von zusätzlichen Medikamenten rechtfertigt, muss jeder Tierhalter selbst entscheiden.

Welche Gründe gibt es, den Hund vegan zu ernähren?

Die möglichen Gründe für eine vegane Ernährung des Hundes sind vielfältig. In den meisten Fällen entschließen sich Hundehalter dazu, weil sie selbst ihren Ernährungsstil ändern und vegan leben möchten.

Die ökologischen Folgen bei täglichem Fleischkonsum sind längst kein Geheimnis mehr, sodass Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Tierschutz als Hauptfaktoren für eine vegane Ernährung gelten.

Es gibt aber auch gesundheitliche Gründe, die Tierhalter dazu bewegen können, den Hund vegan zu ernähren. Einige Tiere entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Allergie auf tierische Proteine, insbesondere solche, die im Fleisch enthalten sind. Hier kann eine vegane Ernährung des Hundes durchaus Sinn machen.

Was sollte man bei der veganen Hundeernährung beachten?

Eine Umstellung der Hundeernährung von tierischen Inhaltsstoffen zu vegan sollte immer mit dem Tierarzt des Vertrauens abgeklärt werden. Wer sich dazu entschließt, muss außerdem genau auf den eigenen Vierbeiner achten. Mangelerscheinungen können oft schon an äußeren Faktoren erkannt werden.

Wird nach der Umstellung auf veganes Hundefutter das Fell des Vierbeiners struppig, könnte dies mit einem Mangel an essentiellen Fettsäuren zusammenhängen. Aber auch glänzend-fettiges Fell kann ein Anzeichen für einen ernährungsbedingten Mangel sein, der genauer überprüft werden sollte.

Grundsätzlich gilt: Jede negative Veränderung, die nach einer Ernährungsumstellung auftritt – auch bei herkömmlichen Futtermitteln – sollte durch einen Tierarzt kontrolliert werden. Wer sich für die vegane Ernährung des Hundes entscheidet, kann auch anhand der Blutwerte regelmäßig überprüfen lassen, ob der Vierbeiner an Mangelerscheinungen leidet.

Veganes Hundefutter selbst herstellen?

Noch schwieriger wird es jedoch, wenn man sich dazu entschließt, das vegane Hundefutter selbst herzustellen. Die verwendeten Lebensmittel können stark in ihrer Zusammensetzung schwanken.

So hängt beispielsweise der Gehalt an Vitaminen in vielen Lebensmitteln davon ab, wie die Beschaffenheit der Erde war, in der sie wuchsen und wie viel Sonnenlicht während des Wachstums auf die Pflanze schien. Daher ist es hier umso schwerer, bei den proteinhaltigen Lebensmitteln ein gleichbleibend hohes Maß sicherzustellen, um den Bedarf des Hundes zu decken.

Bei industriell hergestellten Futtermitteln wird der Gehalt an Proteinen und Nährstoffen regelmäßig kontrolliert, bei eigens zubereiteten Speisen ist dies nicht der Fall.

Ist eine vegane Hundeernährung artgerecht?

Viele Hundehalter sehen sich selbst in einer Zwickmühle gefangen: Einerseits verspürt man die Liebe zum eigenen Tier, für dessen Ernährung jedoch andere Tiere zu Schaden kommen. Daher rührt bei einigen Hundehaltern der Wunsch, den Vierbeiner vegan zu ernähren.

Wer sich mit der Thematik gründlich auseinandersetzt, kann einen Hund durchaus vegan ernähren. Wer sich jedoch dazu entscheidet und zu veganen Hundefutter greift oder veganes Hundefutter selbst zubereitet und sich nicht ausreichend mit dem Nährstoffbedarf des Vierbeiners auseinandersetzt, riskiert schwerwiegende Mangelerscheinungen, die zur Erkrankung des Hundes führen können.

Grundsätzlich ist der Magen-Darm Trakt des Hundes jedoch hauptsächlich auf tierische Proteine ausgelegt, ein hochwertiges Nassfutter oder BARF sollte bevorzugt werden, schließt eine vegane Ernährung jedoch nicht komplett aus.

16 Kommentare
  1. Grundsätzlich sehe ich keinen Sinn, veganes Hundefutter zu füttern. Gibt man veganes Hundefutter aufgrund von Unverträglichkeiten oder Allergien, sieht die Sache natürlich anders aus. Kaum zu glauben, aber manche Hunde entwickeln wirklich Allergien auf tierisches Eiweiß. Oder bekommen Krankheiten, wo eine zumindest teilweise vegane Ernährung ebenfalls unterstützen kann. Ansonsten würde ich auf der anderen Seite nicht herausfordern wollen, dass der Hund Verdauungsstörungen entwickelt, weil das vegane Hundefutter schwerer verdauliche Bestandteile enthält. Oft sind beispielsweise Erbsen etc. enthalten, und man liest oft, dass Hülsenfrüchte oder auch Soja in der Regel im Hundefutter wenig zu suchen haben. Von daher bin ich im Wesentlichen genau der Meinung, wie sie im Artikel vertreten wird – veganes Hundefutter testen ja, aber nur in Absprache mit einem Tierarzt. Ein regelmäßiges Blutbild schadet ohnehin nie, zum Beispiel, um später dann schneller Abweichungen zu erkennen (von daher sollte man auch mal bei einem komplett gesunden Hund ein Blutbild genommen haben). Bei veganer Ernährung ist es in meinen Augen aber Pflicht. Klar gibt es auch viele Geschichten von Hunden, die mit veganem Hundefutter gesund alt geworden sind, und im Zweifelfall ist es mir auch lieber, wenn ein Hund mehr aus dem Tierheim geholt wird und dann von mir aus veganes Futter erhält. Dass es aber immer optimal ist, wage ich ganz stark zu bezweifeln. Letztendlich kann eine gut geplante, tierärztlich kontrollierte vegane Fütterung aber immer noch besser sein als irgendein Hundefutter Marke „Hauptsache viel und billig“, bis obenhin voll mit unnötigen Zusatzstoffen, Getreide als Hauptbestandteil und so weiter und so fort.

    • Viele Leute schreien bei veganem Hundefutter gleich „Tierquälerei“, ich denke aber auch, dass es einfach auf den Einzelfall ankommt (wie so vieles in der Ernährung). Bei bestimmten Unverträglichkeiten geht es schier nicht anders – irgendetwas muss der Hund ja fressen.

  2. Wenn ein wildes Sammelsurium an Allergenen Auslöser für Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein kann, ist es bestimmt kontraproduktiv wenn eine Unverträglichkeit vorliegt, auf veganes Hundefutter umzusteigen, denn das muss, um alle Bedürfnisse zu decken aus vielen verschiedenen Inhaltsstoffen bestehen und enthält damit eher besonders viele Allergene. Ich könnte mir vorstellen, dass Barfen eher eine Lösung des Problems sein könnte als ausgerechnet veganes Hundefutter. Hunde sind keine Veganer.
    Besser man findet den Auslöser und meidet ihn. Das wid dem Hund wohl auch besser schmecken. 😉

    • Klar, dass es nicht sinnvoll ist, bei IRGENDEINER Allergie aus Reflex auf veganes Hundefutter umzustellen. Es gibt aber durchaus Hunde, die nur mit bestimmten tierischen Eiweißen Probleme haben und da fast gar nichts mehr vertragen. Da kann ein veganes Hundefutter dann durchaus Sinn machen (ganz im Sinne von „man findet den Auslöser und meidet ihn“ 😉 ). Das Vorhandensein eines Allergens muss da an sich noch keine Probleme verursachen. Natürlich gibt es Hunde, die dann auch noch auf andere Dinge Unverträglichkeiten entwickeln, es gibt aber auch welche, die alles andere wunderbar vertragen. Wenn man danach ginge, dass man wegen Allergie X jetzt auch alle anderen Allergene A, B, C… vermeiden sollte, hätte man auch als Mensch schnell ein Problem. Ok – es gibt natürlich noch tierische Fette – aber bei der heutigen Fütterung der Nutztiere haben diese meist ohnehin ein gerade für Hunde mit Allergien eher schlechtes Fettsäurenprofil. Das kann man anderweitig besser steuern und ggf. das vegane Hundefutter z.B. mit Lachsöl etc. kombinieren.

  3. Wenn sich jemand einen Hund holt und diesen vegan ernährt, finde ich das nicht unbedingt immer so schlimm, wie viele tun. Lieber, das Drumherum stimmt, als wenn ein Hund zwar mit dem hochwertigsten Fleisch ernährt wird, aber emotional vernachlässigt wird und unter Beschäftigungsmangel leidet. Und wenn ich mir so anschaue, was im Supermarktfutter enthalten ist, finde ich das Veganer-Bashing auch nicht angebracht, das man hier und da so mitbekommt. Ebenso was die Ernährung von Kindern angeht – ausgewogen vegan ernährt und darüber hinaus mit Vitamin B12 versorgt ist nicht selten gesünder als so einiges andere, wo dann wieder kein Hahn danach kräht. Das Gesamtbild machts…

    Bei Menschen wie bei Hunden kann es natürlich immer mal sein, dass die vegane Ernährung für den inviduellen Bedarf oder in Hinblick auf bestimmte Grunderkrankungen eher negativ zu bewerten ist – bei Hunden vermutlich eher als beim Menschen. Es gibt aber auch Grunderkrankungen, wie eben hier erwähnte Unverträglichkeiten, bei denen veganes Hundefutter sogar von Vorteil sein kann.

    Solange der Hund fit ist und die Werte regelmäßig kontrolliert werden, sehe ich da kein grundsätzliches Problem. Ein Problem bei veganer Fütterung sehe ich vor allem dann, wenn aufgrund der eigenen Einstellung der Hund auf keinen Fall etwas anderes fressen darf, selbst wenn er das vegane Futter nicht verträgt. In diesem Fall sollte man sich durchaus überlegen, ob ein Hund das richtige Haustier ist…

  4. Ernährung ist ja grundsätzlich ein hochkomplexes Thema, und das trifft auch auf veganes Hundefutter zu. Es gibt Hunde, denen diese Ernährung, wenn sie auf den jeweiligen Hund sinnvoll zugeschnitten wird, durchaus sehr gut tut, und die bis ins hohe Alter fit sind und gute Blutwerte haben. So manche Hunde mit „Zivilisationskrankheiten“ profitieren hier und da auch von veganem Hundefutter. Diesen Hunden stehen aber natürlich auch Hunde gegenüber, denen veganes Hundefutter überhaupt nicht gut tut – sei es, dass es zu viel Getreide, (zu viel) Soja, zu viel Mais oder was auch immer enthält. Im Zweifel würde ich eher die Finger davon lassen, da im Allgemeinen vieles im veganen Hundefutter einfach nicht optimal verwertet werden kann, oder zumindest vor der Umstellung die Blutwerte kontrollieren und regelmäßige Nachkontrollen durchführen lassen.

    Was ich dagegen gar nicht verstehen kann: Leute, die Hundefutter mit hohem Getreideanteil und geringem Fleischanteil füttern und sich dann aber über vegane Hundeernährung aufregen. Die sollten mal schön vor der eigenen Tür kehren, denn das bisschen Unterschied, das da je nach Futter teilweise besteht, macht das Kraut dann oft nicht mehr fett.

  5. Veganes Hundefutter sehe ich eher kritisch – zum einen geht es an den Bedürfnissen der meisten Hunde wohl ziemlich vorbei, zum anderen scheint so manche Sorte eher auf das Gewissen von veganen Hundehaltern zugeschnitten zu sein, als im Rahmen dieser Einschränkung noch etwas halbwegs sinnvolles zusammenzustellen. Auf der anderen Seite gibt es aber durchaus Hunde, die aufgrund von bestimmten Allergien sogar vegan gefüttert werden müssen. Und letztendlich ist zunächst mal die Gesundheit des Hundes entscheidend. Falls es einem Hund gut damit geht und entsprechende Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden, ist vegane Hundefütterung mitunter das kleinere Problem, als das ein oder andere minderwertige Hundefutter aus dem Supermarkt. Bei veganer Hundefütterung scheinen bei so manchem Kritiker eher auf sich selbst bezogene Abwehrmechanismen mit ihm durchzugehen, als erst mal objektiv das Gesamtbild bezogen auf den individuellen Hund zu betrachten. Wer seinem Hund aus Überzeugung veganes Futter gibt und auch bei Mangelerscheinungen oder anderen Problemen nicht bereit ist, von der veganen Fütterung abzurücken, der sollte sich allerdings tatsächlich fragen, ob es ein sich von Haus aus vegan ernährendes Haustier nicht auch getan hätte.

  6. Ich habe für meinen Hund bisher noch kein veganes Hundefutter gekauft und habe das auch nicht vor. Es mag Hunde geben, die davon profitieren, insbesondere bei speziellen Unverträglichkeiten oder Allergien, in den meisten Fällen dürfte es aber mehr Probleme schaffen als lösen. Im Falle einer veganen Hundefütterung sollten zumindest regelmäßige Blutbilder gemacht werden, um eventuelle Entgleisungen frühzeitig zu bemerken und gegensteuern zu können. In meinen Augen bringt es wenig, auf der einen Seite Leid vermeiden zu wollen und auf der anderen Seite dies beim eigenen Hund in Kauf zu nehmen. Eine probeweise, allmähliche Umstellung bei engmaschiger Kontrolle ist in meinen Augen aber vertretbar.

    Unsere Hündin frisst ja auch mal einen ungewürzten Tofuwürfel, wenn er auf den Boden fällt, sie ist auch da keine Kostverächterin. Aber ich sag da immer „never change a running system“ und habe keine Lust auf unnötige Experimente, die meinem Hund gegebenenfalls schaden könnten. Sollte sich mal abzeichnen, dass aus irgendwelchen Gründen eine vegane Fütterung nötig wäre, hätte ich aber auch nicht das kleinste Problem damit.

  7. Wenn entsprechende Unverträglichkeiten vorliegen, finde ich eine Umstellung auf veganes Hundefutter legitim. Na ja, und auch sonst mag es bisweilen nicht zwingend schlechter sein als das, was der Hund davor so im Tierheim bekommen hat… Was die Unverträglichkeiten angeht, könnte ich mir aber vorstellen, dass der Flaschenhals manchmal woanders liegt (z.B. dass eigentlich ein ganz anderer Bestandteil nicht vertragen wurde, der dann im veganen Futter zufällig nicht enthalten ist). Auf jeden Fall hat die Gesundheit des Hundes immer Vorrang, und es sollte nicht zu lange planlos herumexperimentiert oder gar einfach abgewartet werden, wenn der Hund entsprechende Symptome zeigt.

    Ich frage mich manchmal auch, ob die entsprechenden Tests beim Tierarzt immer so eindeutig sind. Ist ja auch beim Menschen so, dass da die Testergebnisse nicht immer eindeutig sind bei Allergien und man ggf. noch weitere Tests machen muss. Habe schon von so manchem Hund gehört, der, als an einer anderen Schraube gedreht wurde, die angeblich nicht mehr vertragene Substanz X plötzlich wieder ganz wunderbar vertragen hat. Aber dafür braucht es natürlich entsprechendes Knowhow im Hintergrund. Ich würde mir da nicht zutrauen, auf eigene Faust herumzudoktern. Auch, wenn es immer ratsam ist, sich auch selbst schlau zu machen und nach möglichen Gründen zu recherchieren.

  8. Ich finde, es gibt so einiges Schlimmeres als veganes Hundefutter, da könnten so manche ganz laute Kritiker gerne mal die Kirche im Dorf lassen. Selbst würde ich einen Hund ohne Notwendigkeit nicht auf veganes Hundefutter umstellen, allerdings finde ich es bei entsprechender Verträglichkeit beim individuellen Hund auch nicht schlimmer als so manches, was man im Supermarkt bekommt. Und bei einem gesunden Hundeleben spielen ja noch ein paar weitere Faktoren mit rein. Regelmäßiger Check des Blutbilds wäre für mich hier aber absolut Pflicht. Könnte mir aber auch gut vorstellen, dass viele Hunde in früheren Zeiten ohnehin hauptsächlich veganes Futter mit wenigen Fleischresten im Napf hatten… Allerdings natürlich sicher nicht für jeden Hund das Richtige, auch wenn einige davon profitieren oder sogar darauf angewiesen sind aufgrund von Unverträglichkeiten.

  9. Veganes Hundefutter kommt uns nicht in die Tüte, solange es keinen medizinischen Grund dafür bei unserem Hund gibt.

  10. So, wie sich hier und da einige Leute über veganes Hundefutter ereifern, könnte man denken, dass sie nicht lesen, was im gängigen Supermarkt-Hundefutter so enthalten ist. Als ob das teilweise noch viel Unterschied machen würde… Genauso wie manche sehr laut werden, wenn Kinder vegan ernährt werden, aber schön die Klappe halten, wenn jemand permanent Süßigkeiten und Fastfood in sein Kind stopft oder ne Kippe in der Hand am Kinderwagen hält. Ich würde meinen Hund jetzt auch nicht auf Teufel komm raus vegan ernähren, aber das muss man halt auch individuell betrachten, statt aufgrund irgendwelcher Buzz-Wörter gleich Schaum vorm Mund zu haben.

  11. Veganes Futter aufgrund von entsprechenden Unverträglichkeiten oder Allergien finde ich ja ok, was will man auch anderes machen. Ansonsten sehe ich es eher kritisch und würde es wenn dann nur mit regelmäßigen Kontrollen entsprechender Werte durchführen. Außerdem ist ein gewisses Knowhow erforderlich, da einiges separat ergänzt werden muss. Nichts für den Laien, der denkt, er könne einfach für sich und den Hund kochen. Habe sogar mal ein entsprechendes Kochbuch gesehen, aber da bin ich schon sehr skeptisch.

  12. Ich höre hier ständig BEDENKLICH! Was ist denn bedenklich? Das Hunde Fleischfresser sind geht wohl wirklich nicht aus den Köpfen der Menschen. Artgerecht ist, was euer Tier verträgt und nicht krank macht. Scheiß egal ob Fleisch oder oder Gemüse oder was auch immer. Früher, als es noch kein Kommerzielles Tierfutter gab, haben die Hunde nur die Reste vom Tisch bekommen. Und da war selten Fleisch bei. Die Tiere waren gesund. Nie war ein Tier damals sooo krank wie heute.
    Kontrolliert ihr ständig euer Blutbild, wenn es mal wieder MC Donalds oder ne Tiefkühl Pizza ist? Die Menschen heutzutage wissen meist garnicht mehr was kochen ist.

  13. Ich entscheide was mein Hund bekommt. Veganes Trockenfutter. 1mal täglich in Wasser eingeweicht. Meine Hunde sind fit und vital sowie Geschwür- und Krebsfrei, Zähne und Knochen gesund. Wem das nicht gefällt, warum auch immer, soll sich um sein eigenes Tier kümmern und das Wohl meiner gesunden Hunde mal mir überlassen. Es nervt dieser Vegan-Pseudo-Rassismus und Besserwisserei.

    • Warum so agressiv ? Wenn Sie vegan füttern wollen , machen Sie es doch ! Meine Hunde werden „normal“ hochwertig ernährt und sind ebenfalls absolut gesund . Selbst die 13-jährige Colliehündin hat keinerlei Einschränkungen ! Zähne ok, keine Tumoren, gut bemuskelt, top Fell !

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