Welpenernährung auf Rassenebene

Hundewelpen benötigen direkt im Anschluss an die Muttermilch eine gute Ernährung, bei der die Energie und Nährstoffzufuhr angepasst sein muss. Kleine Hunderassen (Widerristhöhe max. 30 cm) erreichen Ihre volle Wachstumsgröße bereits mit einem Jahr und besitzen einen deutlich schnelleren Stoffwechsel als vergleichbare große Hunderassen. Kleinspitz Welpen bzw. ein Jack Russell Terrier benötigen zum Beispiel für ein gut ausgeprägtes Knochenwachstum eine erhöhte Zufuhr an Proteinen, Kalzium, Fette und Phosphor. Mittelgroße Hunderassen haben wiederum eine Widerristhöhe von maximal 50 cm und benötigen eine andere Nährstoffe im Welpenfutter. Hierbei muss das Augenmerk auf Beta-Carotin, Antioxidantien und Vitamin E gerichtet sein, damit die Knochen- und Muskelbildung besser gefördert wird. Zusätzliche Omega-6 bzw. Omega-3 Fettsäuren sorgen zwar für ein glänzendes Fell, und sollten nach Möglichkeit in der Welpennahrung enthalten sein. Große Hunderassen mit einer Widerristhöhe von über 50 cm brauchen ein Welpenfutter, das auf ein rasches Wachstum ausgerichtet ist. Grundbestandteil der Welpennahrung sollten deshalb Kalzium, Phosphor und ein ausgewogener Energiegehalt sein.

Grundgenommen muss man aber sagen: In der Wildniss gibt es auch keine Beute extra für große, kleine, alte oder junge Hunde! Deswegen ist ein hochwertiges Hundefutter für alle Hunde gleichermaßen gut geeignet. Die Hundefutter auf Rassenebene sind in unseren Augen nur Marketing. Ein Welpenfutter an sich kann jedoch Sinn machen, da hier auf einen höheren Proteinanteil für das Wachstum des Welpen geachtet wird.

 

Das erste Futter in der Eingewöhnungsphase

ein Labrador Welpe benötigt eine andere FütterungsweiseDirekt im Anschluss an die Muttermilch beginnt die sogenannte Eingewöhnungsphase. Dieser Prozess sollte nicht abrupt erfolgen sondern vielmehr in einem Zeitrahmen von 2 Wochen vorgenommen werden. Damit sich die Umstellung nicht allzu schwer gestaltet, können sie zu Beginn das Welpen-Trockenfutter noch mit etwas Muttermilchersatz verrühren. Pro Tag dürfen es 3-4 Mahlzeiten für den Welpen sein, wobei Sie den Milchersatz von Mal zu Mal reduzieren. Hat sich der Welpe an das Trockenfutter gewöhnt, so gilt es nur noch darauf zu achten, dass das Trockenfutter von hochwertiger Qualität zeugt und genauestens auf die kleinen bzw. großen Hunderassen abgestimmt ist. Bitte immer im Hinterkopf behalten: Nassfutter ist artgerechter als Trockenfutter.

 

Feste Fressgewohnheiten entwickeln

Kleine bzw. große Hunderassen neigen zu vollkommen anderen Fressgewohnheiten, die Sie bei der Fütterung beachten sollten. Dadurch, dass kleine Rassen schon mit 12 Monaten ausgewachsen sind, können sie deutlich schneller gute Fressgewohnheiten entwickeln. Die Angst, dass sich Ihr Hund überfressen könnte, gibt es somit nicht. Feste Fressenszeiten sind sinnvoll. Bei mittelgroßen und großen Hunderassen sind feste Fressenszeiten und Portionsgrößen unabdingbar, da große Hunderassen gern dazu neigen mehr zu fressen, als sie es eigentlich benötigen würden. Hier muss man standhaft bleiben und darf sich vom Hundejaulen auch nicht beeinflussen lassen. Schließlich wissen Sie am besten, dass Ihr Welpe mit den zugeteilten Portionen satt sein sollte und keine Überfütterung notwendig ist.

 

Kleine Hunderassen: Zu viel Futter ist schädlich

Kleine Hundewelpen haben andere BedürfnisseDie Wachstumsphase der kleinen Hunderasse ist bereits in einem Zeitfenster von 9-12 Monaten abgeschlossen. Umso wichtiger ist es, den Welpen mit der richtigen Nahrung zu versorgen, damit sich der Knochenaufbau und die Muskulatur richtig entwickeln können. Als Hauptbestandteil wählen Sie deshalb Eiweiß, Mineralstoffe und Energie, wobei jedoch strengstens auf regelmäßige Fütterungszeiten zu achten ist. Eine Überdosierung des Welpenfutters kann gewaltige Folgen nach sich ziehen. Gibt man zu viel Eiweiß kann es zugleich eine Fettsucht begünstigen. Ein Überhang an Calcium trägt wiederum zu einer Knochenfehlbildung bei und lässt diese langfristig porös werden. Um derartige Missgriffe gänzlich aus dem Weg zu gehen sollten Sie von Beginn an zu hochwertigen Produkten greifen. Das Welpenfutter ist dann genauestens an den Wachstumsprozess eines Hundes abgestimmt und beinhaltet sämtliche Nährstoffe, die ihr Hund benötigt. Zwar dürfen Sie hin und wieder auch zu kleinen Leckerlies greifen, doch diese Ration sollte gleichermaßen wieder von den herkömmlichen Mahlzeiten abgezogen werden.

 

Ein geeignetes Futter für kleine Hunderassen finden

Bei dem Welpenfutter Kauf von kleinen Hunderassen kommt es vor allem auf hochwertige Inhaltsstoffe an. Eine ausreichende Zufuhr an Eiweiß, Protein und Calcium muss gewährleistet sein genauso wie die einfache Verdauung des Futters. Gut verdauliches Rohprotein wird zum Beispiel nur mit einem Anteil von bis zu 70% wirklich verdaut. Chemische Zusatzstoffe, Zucker oder gar künstliche Aromen gehören hingegen in ein hochwertiges Welpenfutter überhaupt nicht hinein und sollten von Ihnen auch nicht gekauft werden.

 

Welpenfutter bei großen Hunderassen

Große Hunde benötigen anderes FutterGroße Hunderassen neigen zu einem starken Wachstumstempo, so dass in den ersten 4 Monaten schon das halbe Körperendgewicht erreicht ist. Dieses Wachstumstempo kann der Hund bis zu 18 Monate konstant durchhalten und benötigt deshalb ein gut durchdachtes Welpenfutter. Bei einer Deutsche Dogge geht man zum Beispiel von einer 24-monatigen Wachstumsphase aus. Ein Überhang an Energiezufuhr wäre demzufolge gänzlich falsch und kann nur zu einer Knochenfehlbildung führen. Hochwertiges Welpenfutter für große Hunderassen ist mit allen wichtigen Nährstoffen versehen, die Ihr Hund für ein perfektes Wachstum benötigt. Von einer Zufütterung mit Calcium ist gänzlich abzuraten, da es gleichzeitig die Aufnahme von Zink, Phosphor, Eisen und Kupfer hemmen kann. Das führt wiederum zu einem Mineralienmangel und kann bei Ihrem Hund ein Unwohlsein hervorrufen.

 

Die Welpenernährung für große Hunderassen richtig zusammenstellen

Sollten Sie eine aus Kostengründen ein billig Futter wählen, sollten Sie auf jeden Fall zu einem speziellen Welpenfutter greifen, da sonst eine Unterversorgung nicht auszuschließen ist. Bei hochwertigen Hundefuttern, und damit meinen wir nicht die Marken, die Sie im Fernsehen sehen! – können Sie auch das Adult Futter nehmen. Oftmals haben genau diese Hersteller auch kein spezielles Welpenfutter, da es einfach nicht nötig ist. Wie schon gesagt gibt es in der Wildniss auch keinen Hasen auf dem „nur für Welpen geeignet“ drauf steht.

Billiges und minderwertiges Adult-Futter beinhaltet die lebenswichtigen Nährstoffe und Energiezufuhr nur in abgeschwächter Form, was für die Welpenentwicklung eher nachteilig ist. Das hohe Maß an Energie kann nur mit einem speziellen Welpenfutter oder hochwertigem Hundefutter konstant beibehalten werden.

3 Comments
  1. Reply
    Hildegard Bründl 10. April 2017 at 21:31

    Es ist wirklich sehr schwierig, dass richtige Welpenfutter zu finden.
    Wir haben ein 15 Wochen altes Labradormädel und wir füttern noch das vom Züchter
    empfohlene Futter „BREEDER Line Junior“.
    Ich hab mich jetzt mit der Zusammensetzung beschäftigt und bin gar nicht einverstanden.
    Wir möchten sie so gesund wie möglich ernähren. Keine Zusatzstoffe, Getreide, Zucker u.s.w.
    was würden Sie uns empfehlen?
    Danke!!!

    • Reply
      hundefutter-tests.net 11. April 2017 at 8:26

      Hallo Hildegard Bründl,
      das von Ihnen genannte Futter kennen wir noch nicht.
      Wenn Sie ein gutes Welpenfutter suchen, können Sie gerne in unserer Test-Kategorie nach einem geeigneten schauen: https://www.hundefutter-tests.net/welpenfutter

  2. Reply
    Lisa 19. Juni 2017 at 11:11

    Der Vergleich mit der Wildnis hinkt ein wenig, denke ich 🙂 schließlich laufen dort ja eher selten dort lebende Hunde rum – und wenn, Beispiel Straßenhunde, kommt nach ein paar Generationen wieder ein relativ homogener Mix raus, da gibt es dann auf lange Sicht keine allzu großen Abweichungen nach oben oder unten mehr. Von daher finde ich Welpenernährung auf Rassenebene durchaus wichtig und richtig, insbesondere was sehr große Rassen angeht. Dort kann man bei der Welpenfütterung viel falsch machen, was der Hund dann ggf. später mit Skelett- und Gelenkschmerzen ausbaden muss. Natürlich muss „auf Rassenebene“ aber nicht heißen, dass der Doggenwelpe ein Futter mit einer Dogge auf der Dose bekommt 😉 Aber für spezielle Ansprüche sollte es auch das dazu passende Futter geben, ebenso wie es auch auf andere Bedarfssituationen angepasst sein sollte. Das kann dann auch ein anderes hochwertiges Futter sein – nur passen sollte es halt. Dabei dann noch die Augen auf – Bekannte haben die Fütterungsempfehlung pro Ration verstanden und wie meistens war sie pro Tag gemeint – das haben sie dann (bei zwei Rationen täglich) erst gemerkt, als der Hund dann schneller zugelegt hat als erwartet…

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